FT 1848 Freiburg - TV/DJK Hammelburg 1:3 (25:15, 24:26, 30:32, 18:25).

Es waren immer enge, umkämpfte Duelle zwischen Freiburg und Hammelburg. Auch diesmal. Dass die Volleys den Sieg mitnahmen, lag auch an einem Wechsel von Trainer Thiago Welter. Den ersten Satz schenkten sich noch selbst suchende Hammelburger her. Auch dank zu vieler Aufschlagfehler und einer wackeligen Annahme der Gäste zog Freiburg schnell auf 4:1 und 9:4 davon. Früh musste Diagonalangreifer Severin Hauke für Branko Damjanovic weichen. Die Volleys punkteten meist nur über die Mitte, durch Oscar Benner.

Im zweite Satz war Hammelburg präsenter. Nach einem wilden Ballwechsel mit spektakulären Netzszenen führte das TV/DJK-Team erstmals (2:3). Der zarte Vorsprung von 4:6 ging zwar verloren (13:13). Und als die Freiburger nach erneut schlechter Volleys-Annahme mit 20:16 führten, startete Welter eine Tauschorgie. Die meisten Wechsel brachten wenig, einer aber ganz viel: Finn Jansen kam auf der Annahme-Position für Lukas Greinwald.

Fortan wirkte die Annahme stabiler, das Hammelburger Spiel geordneter. Trotzdem schafften es die Volleys erst zum Satzende, die FTler abzufangen. Die vergaben beim 24:22 zwei Satzbälle; die Gäste punkteten viermal am Stück zum Satzgewinn. "Meiner Meinung nach war entscheidend für die Wende, dass wir unsere Annahme deutlich stabilisiert haben. Sie war zwar immer mal wieder durchwachsen, aber wir haben uns im ersten Ball deutlich stabilisiert", analysierte Moritz Rauber, der spätere MVP der Gäste.

Wahnsinnig eng gestaltete sich der dritte Satz. Nach ausgeglichenem Beginn zogen wieder die Freiburger davon, wenn auch nicht so deutlich (15:9, 20:17). Wieder blockten sich die Hammelburger heran - und führten bald 20:21. Es begann das Schmetter-Privatduell von Branko Damjanovic (TV/DJK) und Malachi Murch (FT). Beide sicherten ihrem Team in der Endphase abwechselnd den Matchball - oder wehrten den der Gegenseite ab. Bezeichnend, dass ein stabiler Hammelburger Block gegen Murch den Satzgewinn sicherte.

Den Matchplan entschlüsselt

Der vierte Satz ging so klar an die Gäste, wie der erste an die Gastgeber gegangen war. Die Volleys schienen den Freiburger Matchplan - geballte Angriffe über links - entschlüsselt zu haben. Drei tolle Blocks auf dieser Seite brachten einen kleinen Vorsprung (9:12). Den bauten die Hammelburger gegen nachlassende FTler immer weiter aus.

Als sich Murch beim erfolglosen Verteidigen einer Damjanovic-Aktion beim Stand von 11:16 am Fuß verletzte und raus musste, war das wie ein Vorbote der Niederlage. Freiburg würde dieses Spiel nicht mehr gewinnen - und so kam es auch. Die FTler brachten die Hammelburger auch dank einiger Angaben von Fredrik Frisch noch mal ins Wanken. Das war es dann auch.

Über den Willen gewonnen

"Wir haben im Verlauf des Spiels mit deutlich mehr Mut und Effektivität aufgeschlagen, wodurch wir die Freiburger Annahme vom Netz weg gezwungen haben, und konnten unsere Blockabwehr ins Spiel bringen. Volleyballerisch war das ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem am Ende unser Wille größer war", sagte Moritz Rauber nach dem Match.

Entsprechend ausgelassen war die Stimmung auf der 380 Kilometer langen Heimfahrt, als die Volleys zu Schlagern wie "griechischer Wein" auch gesanglich brillieren konnten.