Kissinger Wölfe - EHF Passau 3:5 (0:2, 2:2, 1:1) - Sogar Passaus Trainer teilte die Bad Kissinger Fassungslosigkeit. "Eine 10-Minuten-Strafe hätte es getan", kommentierte Jakob Grill die Matchstrafe gegen Andreas Hampl, die eine Sperre von mehreren Spielen zur Folge haben wird. Dessen Vergehen: eine obszöne Geste in Richtung der Gäste-Spielerbank. Eine "wichsende Bewegung" hatten die Unparteiischen in ihrem Bericht notiert. Das alles unmittelbar nach dem Passauer Treffer zum 3:0 (27.) durch Vladimir Gomow, der beim Jubeln den Kissinger - eher unabsichtlich - am Kopf getroffen hatte. Für den Niederbayern gab es zwei Minuten, für die Gastgeber einen Spieler weniger und eine 5-Minuten-Strafe.

Es war der Höhepunkt unnötiger Kissinger Nackenschläge gegen den Topfavoriten auf die Meisterschaft. "Bei den Toren haben wir manchmal etwas Glück gehabt, die Dinger reingestochert.
Das hat uns natürlich Selbstbewusstsein gegeben", sagte Grill in der Pressekonferenz. Ärgern durften sich die Wölfe zum Beispiel über das Kontertor zum 0:2. Unnötige Scheibenverluste und insgesamt zu viele Zeitstrafen ärgerten Thomas Berndaner. "Wir haben ja nicht schlecht gespielt, aber so was bricht dir das Genick. Die Strafen gegen uns haben die Passauer natürlich auch clever provoziert", wusste der sportliche Leiter. Was passte, war die positive Reaktion. "Die Mannschaft hat weiter gekämpft." In Überzahl hatte Alexander Andrusovich verkürzt und nach dem schnellen 1:4 gab es zwei weitere Treffer der Wölfe durch Mark Stibitz und Roman Nikitin - ebenfalls mit einem Mann mehr auf dem Eis.

Maxi Stöpel hatte das 4:4 auf den Schläger, doch zwei weitere Zeitstrafen störten die Aufholjagd entscheidend, sodass die Blackhawks gegen den starken Wölfe-Goalie Kevin Keßler zum fünften Mal trafen. "Das sind die Spiele, die Spaß machen", zeigte sich Grill angetan vom hohen Niveau der Begegnung. Und die Kissinger Fans bewiesen Gespür für die Leistung ihrer Mannschaft, die mit viel Applaus honoriert wurde, während der gut gelaunte und stimmungsvolle Passauer Fan-Block noch einmal die Sieger aus der Kabine holte. "Endlich einmal gute Stimmung, auch wenn es immer noch zu wenig Zuschauer sind", meinte Berndaner. Weiter geht es für die Wölfe mit den Spielen in Selb und gegen Amberg. Wohl ohne Hampl, aber trotzdem mit Qualität im Kader. "Wir haben drei Reihen, die Tempo gehen und Leute, die die Scheibe halten können", findet Berndaner. Auf diese Niederlage lässt sich aufbauen. Klingt komisch, ist aber so.
Tore für Bad Kissingen: Andreas Hampl (Mark Stibitz, Sven Kaufmann), Mark Stibitz (Alexander Andrusovich, Benedikt Waldner), Roman Nikitin (Sven Kaufmann) - Strafen: Bad Kissingen 18+5+20; Passau: 16 - Zuschauer: 200.