Dass der FC Fuchsstadt das Kreisderby verdient gewann, war nicht die Meinung eines Einzelnen, sondern die aller fußballkundigen Zuschauer. Die Kohlenbergler wurden ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht, zeigten insbesondere den gepflegteren Spielaufbau und waren den Gastgebern vor allem in Sachen Kombinationsspiel und Spiel ohne Ball überlegen.

Die Gastgeber verzeichneten zwar in der Anfangsphase eine tolle Möglichkeit, Manuel Krieter scheiterte nach Hereingabe von Dominik Schmitt aus Nahdistanz an Marc Rösler, doch ab da übernahmen die Schützlinge von Dirk Züchner das Kommando. Und gingen in Führung, als Patrick Stöth mit einem flachen Zuspiel Simon Bolz in Szene setzte.
Die Mannen von Michael Beyfuß, der die Anfangsformation neuerlich aus Verletzungsgründen umbauen musste, wurden beim nächsten FC-Angriff kalt erwischt, auf Pass von Dustin Höppner hob Johannes Feser das Leder über den herausstürzenden Philipp Werner in die Maschen. Höppner mit einem Schuss ans Außennetz (30.), Feser, der nach Bolz-Vorlage mit einem Schuss aufs kurze Eck in Werner seinen Meister fand (32.), sowie Feser mit einem Kopfball an den Pfosten nach Hereingabe des fleißigen Tobias Bold (39.) hätten noch vor dem Seitenwechsel für die endgültige Entscheidung sorgen können.

Röslers Rettungstat

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff vollbrachte Rösler beim Kopfball von Michael Bieber eine Glanztat, doch ab da ging es wieder Richtung SV-Tor. "Da haben wir des Ötferen zwar gut nach vorne gearbeitet, doch mit der Chancenverwertung war ich in dieser Phase aufgrund von Unkonzentriertheiten nicht zufrieden", meinte später der FC-Coach zu den ausgelassenen Hochkarätern.
Als Feser nach gewonnenem Laufduell mit Simon Herold zum 0:3 einschob und Bold per Kopf die Latte traf, zweifelte niemand mehr am Gäste-Erfolg. Allerdings verkürzten die Grün-Weißen. Nach einem Schrägschuss des gerade eingewechselten Marcel Rudolph, den der Keeper prallen lassen musste, staubte Krieter ab. Doch irgendwie hatte man nie das Gefühl, dass die Begegnung noch kippen könnte, zu ballsicher und abwehrstark präsentierte sich der Tabellenzweite. Die Beyfuß-Elf verhedderte sich weiter im Spielaufbau, leistete sich viele Fehlpässe und lancierte mit ihrem Flügelspiel weiter gefährliche Attacken.

Nervenstärke vom Kreidepunkt

Die endgültige Entscheidung fiel, als Simon Bolz zu einem Alleingang ansetzte, zwei Gegenspieler narrte, um dann von Christoph Schießer ins Stolpern gebracht zu werden. Patrick Stöth, der im Mittelfeld eine prima Leistung ablieferte, bewies wieder einmal Nervenstärke vom Punkt aus. "Wir haben heute dem Gegner nicht das Wasser reichen können", gestand der Garitzer Coach nach dem Spiel ein, "dieser hat bewiesen, dass er zu Recht zu den Spitzenteams der Liga gehört". Dirk Züchner wollte natürlich nicht mäkeln. Und dass der Konkurrent aus Euerbach/Kützberg daheim Federn ließ, entlockte ihm zusätzlich ein Lächeln. "Wir haben das Relegationsspiel jetzt selbst in der Hand und müssen fleißig weiterarbeiten."

Tore 0:1 Simon Bolz (17.), 0:2, 0:3 Johannes Feser (20., 57.), 1:3 Manuel Krieter (62.), 1:4 Patrick Stöth (81., Foulelfmeter).

SV Garitz Werner - Baier (46. B. Niebling), Bieber (57. Rudolph), M. Niebling, Rüth - Schießer, Cazzella, Schmitt, Herold - Krieter, Ehrenberg.

FC Fuchsstadt Rösler - Heinlein, Thurn, Plehn, Lieb - Bold, P. Stöth, Bolz, Bayer (75. Baldauf) - Feser, Höppner (73. Wahler).

Zuschauer 160.

Schiedsrichter Udo Lenhard (Lindach).

TSV Großbardorf II - SV Riedenberg 1:0 (0:0). Tor des Tages: Janik Markert (62.).
Die Niederlage der Gäste "war unnötig wie ein Kropf, denn wir waren über das gesamte Match gesehen die Mannschaft, die die höheren Spielanteile und vor allem die besseren Torchancen hatte", so ein enttäuschter Riedenberger Pressesprecher Stefan Dorn. Die Rhöner, die anstelle von Philipp Dorn diesmal Dominik Fröhlich im Sturmzentrum aufgeboten hatten, haderten mit ihrer Chancenverwertung im zweiten Durchgang. "Da müssen wir mindestens einmal treffen", sagte Dorn. Schon vor dem Seitenwechsel waren die Kubo-Mannen optisch überlegen, die Gastgeber setzten dagegen ab und an Nadelstiche, denen aber auch der Erfolg versagt blieb. Richtig interessant wurde die Partie erst nach dem Seitenwechsel, dabei hatte Fröhlich Pech, dass seine Schüsse (53., 68.) von den TSVlern Sebastian Köhler und Christopher Goldbach von der Torlinie gekratzt wurden. Dasselbe Missgeschick widerfuhr James Galloway, dessen Schuss aufs leere Tor, TSV-Keeper Patrick Balling war da schon umkurvt, auch noch an einem Verteidigerbein hängenblieb. "Es war irgendwie wie verhext", so der Kommentar von Dorn, "wir brachten den Ball einfach nicht im Tor unter". "Wir schon", freute sich Großbardorfs Trainer Karsten Schilling, der nach einer Stunde und nach einer Freistoßflanke den Kopfballtreffer von Janik Markert, der zu Beginn des zweiten Halbzeit für den verletzten Spielführer Mathias Leicht eingewechselt worden war, bejubelte. Dass die Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt an diesem Spieltag nicht punkten konnten, erhöhte zusätzlich die Freude der Grabfelder über die drei Punkte.
Riedenberg: Fl. Dorn - Seuring (85. Ph. Dorn), Schaab, Vorndran, D. Dorn - Krapf (87. Ch. Hergenröder), Carton, Ch. Dorn, S. Hergenröder (78. Schultheiß) - Galloway, Fröhlich.

TSV Münnerstadt - SV Mühlhausen/Schraudenbach 4:0 (1:0). Tore: 1:0 Ahmet Coprak (35.), 2:0 Julian Göller (56.), 3:0 Tobias Geis (66.), 4:0 Ahmet Coprak (76., Foulelfmeter).
Die Lauertaler lieferten, obwohl sie auf die erkrankten Stammkräfte Stefan Nöthling, Hans-Christian Schmitt und Denny Mangold verzichten mussten, eine mehr als ordentliche Partie ab und siegten letztlich hochverdient. "Wir sind mit diesem Sieg endgültig durch", jubelte TSV-Vorstand Günther Scheuring, er attestierte dem Tabellenletzten, der kaum noch zu retten sein dürfte, eine bis zum 2:0 anständige Vorstellung. Das Schlusslicht war allerdings den Platzherren vom Anpfiff weg spielerisch unterlegen, man konnte selbst kaum nennenswerte Torchancen kreieren und das von Johannes Wolf gehütete Tor in Gefahr bringen. Das Übergewicht der Gahn-Elf sorgte schließlich für die erwartete Führung. Nach Hereingabe von Fabian May netzte Ahmet Coprak mit trockenem Schuss ein. Die Gäste, deren Angriffsführer Jens Rumpel vom Duo Johannes Kanz und Philipp Müller abgemeldet war, kämpften zwar um den Ausgleich, doch als der schwer rackernde Julian Göller nach Steilpass und nach Umkurven von Goalie Pascal Blesch die Führung ausbaute, hingen doch die Köpfe bei der Forner-Elf. Tobias Geis mit einem direkt verwandelten Eckball sowie Ahmet Coprak, der nach Foul von Dominic Pöhlmann an May vom Punkt aus erfolgreich war, machten dem designierten Absteiger, der sich über die Höhe der Niederlage nicht beschweren durfte, den Garaus.
Münnerstadt: Wolf - Kraus, Kanz, Müller, M. Halupczok (84. Wegmann) - Kröckel, Geis, Markart, Coprak - Göller (72. Vielwerth), May.

DJK Dampfach - FC 06 Bad Kissingen 4:2 (3:0). Tore: 1:0 Raphael Rogers (13.), 2:0 Patrick Winter 32.), 3:0 Alexander Priodko (44.), 3:1 Christian Laus (65.), 4:1 Ralf Riedlmeier (91.), 4:2 Christian Laus (93., Foulelfmeter).
Schlechte Nachrichten kommen aus den Haßbergen, denn die 06-er kehren von dort mit leeren Händen zurück und verpassten es, den Kontrahenten in der Tabelle zu überflügeln. Manko der Schützlinge von Thomas Lutz war wieder einmal das schwache Stellungsspiel in der Defensive, "was wir gnadenlos ausgenutzt haben", so DJK-Pressesprecher Werner Griebel. Beim 1:0 nickte Raphael Rogers nach Ecke von Spielführer Paul Tudor aus fünf Meter freistehend ein. Eine identische Szene gab es kurz vor dem Seitenwechsel, diesmal hieß der Torschütze Alexander Priodko. Beim 2:0 sah die FC-Deckung ebenfalls nicht gut aus, nach einem weiten Abschlag von Daniel Schütz landete die Kugel nach Kopfballverlängerung von Rogers auf dem Fuß von Patrick Winter, der den weit vor seinem Tor postierten Philipp Weltz mit einem Heber überlistete. Die Moral der Kurstädter war nicht gebrochen, nach dem Anschlusstreffer von Christian Laus, der platziert von der Strafraumgrenze einschoss, keimte Hoffnung auf einen Punktgewinn. Doch in der Nachspielzeit liefen die Gastgeber einen Konter, den Rogers einfädelte und Ralf Riedlmeier veredelte. Der nachfolgende Strafstoß von Christian Laus vermochte an der Niederlage nichts mehr zu ändern.
Bad Kissingen: Weltz - Dittrich (79. Wirth), Heilmann, Hamzic, Wehner (66. Limpert) - Ament (66. Franz), Wedlich, Heimerl, Karch - Laus, Gergely.