Einen Portfoliomanager in der Energiewirtschaft hatten wir noch nicht im "Steilpass". Entsprechend dynamisch geht es zu im Gespräch mit dem 28-Jährigen, der zwar in Erfurt lebt, aber dennoch regelmäßig für den TSV Wollbach auf dem Platz steht.

Wer hat Sie angespielt?

Alexander Zink: Der Steilpass kam von Markus Kaufmann vom TSV Oberthulba. Wir kennen uns von einigen, hitzigen Duellen auf dem Sportplatz. Dass wir uns aber neben dem Platz gut verstehen, zeigen nicht nur die Gespräche nach dem Abpfiff, sondern auch die Gespräche auf diversen Feiern, wenn der Fußball nicht immer im Mittelpunkt stand.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Seitdem ich fünf Jahre alt bin, spiele ich beim TSV Wollbach. Abgesehen von einem kurzen Intermezzo mit dem Zweitspielrecht bei der TSG Darmstadt, bin ich meinem Heimatverein stets treu geblieben. Der größte Erfolg hierbei war sicherlich der Meistertitel der Kreisklasse Rhön 1 im Jahr 2015. Den zweiten Aufstieg haben wir in einem packenden Relegationsspiel 2019 leider verpasst. Zudem gelangen uns in der Jugend vier Meisterschaften.

Ausgerechnet gegen den TSV Oberthulba und Markus Kaufmann habt Ihr zuletzt 1:3 verloren, danach in der Prestigepartie gegen die SG Waldberg 3:3 gespielt. Wie bewerten Sie beide Spiele?

Gerade das Spiel in Oberthulba zählte sicherlich zu den schwächeren Leistungen von uns und besonders von mir in dieser Saison, womit die Niederlage absolut verdient war. Gegen Waldberg/Stangenroth konnten wir etwas Wiedergutmachung betreiben und haben den zahlreichen Zuschauern ein intensives Derby mit einem letztendlich gerechten Ergebnis geboten.

Wie beurteilen Sie die Aufstiegschancen des TSV Wollbach?

Sie sind durch die Punktverluste gegen zwei ebenso ambitionierte Gegner sicherlich nicht gestiegen. Jetzt sind wir zwar punktetechnisch in der Tabelle noch nicht so weit abgeschlagen, jedoch sollten wir erst einmal versuchen, unsere Leistung konstant abzurufen. Was dann am Ende dabei herauskommt, sehen wir im Frühjahr.

Wie würden Sie die bisherige Saison bewerten? Wurden Eure eigenen Erwartungen erfüllt? Wo hätte es besser laufen können?

Für mich steht nach der langen Coronapause in der aktuellen Saison erstmal das Fußball spielen an sich im Vordergrund. Daher ist die Saison absolut positiv zu bewerten, da es aus dieser Sicht bisher keinerlei Probleme gab. Da wir aktuell nicht ganz oben mitspielen, hinken wir den eigenen Zielen etwas hinterher, was vor allem an den Duellen mit der besser platzierten Konkurrenz lag, die wir aus verschiedenen Gründen allesamt verloren haben. Da müssen wir in der Rückrunde unsere beste Leistung abrufen, um unsere Erwartungen vielleicht doch noch erfüllen zu können.

In Ihren bisherigen Vereinen haben Sie sich den Ruf des "Lenkers" erworben...

Ich spiele meistens im zentralen Mittelfeld als 10er oder 6er, da sollte man von Natur aus dem Spiel eine gewisse Richtung geben können. Darüber hinaus werde ich von Trainern und Mitspielern oft als spielintelligent bezeichnet. Daher eilt mir dieser Ruf voraus. Ob ich dem auch immer gerecht werde, müssen andere Personen beurteilen.

Warum sind Sie als "Lenker" nicht Mannschaftskapitän?

Dafür gibt es aus meiner Sicht zwei einfache Gründe. Erstens haben wir seit Jahren immer einen super Kapitän auf und neben dem Platz. Und zweitens habe ich es aufgrund von Studium und Beruf in den letzten Jahren nicht geschafft, regelmäßig in Wollbach auf dem Sportplatz zu stehen, wodurch ich aus meiner Sicht grundsätzlich nicht für das Kapitänsamt in Frage komme.

Laut TSV-Abteilungsleiter Steffen Schmitt müssten Sie "wieder mehr der Lautsprecher sein". Was meint er damit?

Ich denke, er will damit sagen, dass ich auf dem Platz mehr das Kommando übernehmen soll. Das gelingt am besten durch eine ständige Kommunikation mit den Mitspielern, welche auf dem Fußballplatz häufig etwas lauter ausfällt - daher das sprachliche Bild des Lautsprechers.

Einen Marathon läuft nicht jeder Fußballer. Sie haben das getan. Wie kam es dazu und was war Ihre Motivation?

Der Hauptgrund dafür war sicherlich mein guter Freund Fabian Illig, der mich mehr oder weniger zum ersten Marathon überredet hat. Da es mich grundsätzlich reizt, an meine körperlichen Grenzen zu gehen, habe ich schnell gemerkt, dass die längeren Läufe ihren Reiz haben. Nächstes Jahr steht mit dem Stubaitalrun in den österreichischen Alpen die nächste große Herausforderung an, worauf ich mich schon sehr freue.

Sie treten nicht nur am Wochenende in der Kreisklasse, sondern auch unter der Woche in der Uniliga in Erfurt an. Reicht Ihnen der Rhöner Fußball nicht?

Es ist schwierig, am Wochenende fit auf dem Platz zu stehen, wenn man es unter der Woche nicht regelmäßig zum Training schafft. Die Uniliga in Erfurt kenne ich noch aus meiner Bachelorzeit und ist für mich eine sehr gute Kombination aus Spaß am Fußball und einem gesunden Wettbewerb. Dazu kommt, dass das Niveau definitiv höher ist, als man im ersten Moment von einer Freizeitliga erwartet.

Sind Sie auch für andere Sportarten zu haben? Wenn ja, welche?

Das Joggen und dabei die Begeisterung für längere Strecken wurden ja bereits thematisiert. Darüber hinaus bin ich für fast alle anderen Sportarten zu haben. Ich spiele im Sommer gerne Spikeball und Beachvolleyball oder gehe im Winter Squashen und Schwimmen. Dabei steht der Spaß immer im Vordergrund. Grundsätzlich gibt es kaum eine Sportart, zu der ich von vornherein "Nein" sagen würde.

Laut Steffen Schmitt übernehmen Sie immer mehr Verantwortung im Verein. In welche Richtung geht das?

Zum einen unterstütze ich unseren Sportvorstand Steffen Schmitt als seinen Stellvertreter. Zum anderen übernehme ich als Teil eines kleinen Teams seit diesem Sommer die Aufgaben unseres langjährigen Jugendleiters Michael Frank. Bisher macht es mir großen Spaß, meinem Herzensverein etwas zurückgeben zu können.

Ihr Steilpass-Vorgänger Markus Kaufmann sprach vom "ein oder anderen unterhaltsamen Abend in der Stangenröther Festhalle". Können Sie das ein bisschen ausführen? Sind Sie ein Feiertyp?

Es ist besser für uns beide, wenn wir diese feuchtfröhlichen Abende an diesem Punkt nicht weiter vertiefen. Aber eins kann ich sagen, es wird hoffentlich weitere solcher gemeinsamen Abende geben. Denn spaßig waren diese. Allgemein kann ich schon sagen, dass ich gerne Feiern gehe, was sich natürlich mit dem Sport manchmal schwer vereinbaren lässt. Am besten ist dabei natürlich, dies zu verbinden und im heimischen Sportheim mit den Teamkollegen und Zuschauern und Zuschauerinnen einen Heimsieg zu feiern.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele den Steilpass weiter an Johannes "Hannes" Baldauf vom SV Aura. Wir kennen uns schon seit der Schulzeit und der Kontakt wurde stets aufrechterhalten. Seitdem haben wir schon einige amüsante Abende verbracht oder auch schon den ein oder anderen Kurztrip zusammen unternommen.