Die Zahl überrascht auf den ersten Blick: 34. Genau so viele Spielplätze gibt es in der Stadt und den Stadtteilen von Bad Kissingen. Ist das viel, ausreichend, oder wenig? "Das ist mehr als ausreichend", sagt Kirstin Piening, die Sprecherin des Bad Kissinger Familienbeirates. Und sie muss es wissen. Sie kennt alle Spielplätze in der Stadt, wie etliche andere Menschen, die an der Erstellung einer Analyse und eines Entwicklungskonzeptes für die Kissinger Spielplätze beteiligt waren.

Das 94-seitige Werk liegt seit einigen Wochen vor und ist beeindruckend. Es enthält nicht nur alle kommunalen Spielplätze, sondern weist jeweils auch die Grundstücksgröße, die Lage zur Straße und im Ort, die Ausstattung. Die Analyse weist die Alters-Zielgruppe aus, Investitionen, die maximale Restnutzung der Geräte und den Erhaltungszustand.
Und noch mehr.


Zu jedem Platz eine Bewertung

Zu jedem Spielplatz gibt es eine Bewertung von Kindern, vom Familienbeirat und von der Stadtverwaltung selbst, die alle auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 5 (sehr gut) die Plätze bewerten durften. Das alles ist im Zuge des Analyse- und Entwicklungskonzeptes zusammengetragen worden. Außerdem hat Robert Knidlberger (Windheim/Wartmannsroth), der von der Stadt beauftragte Planer und Landschaftsarchitekt, die Stärken und Schwächen jedes Spielplatzes bewertet, ein Fazit gezogen und eine Empfehlung für Verbesserungen gegeben.
Doch nicht alles glänzt, was in der Saalestadt mit den Spielplätzen zu tun hat.

Manchenorts herrscht gähnende Leere an den Spielgeräten. "Die Lage ist manchmal nicht optimal", stellt Robert Knidlberger fest und gibt wie Kirsten Piening zu bedenken, dass man den ein oder anderen Spielplatz nicht schließen und die Geräte andernorts verwenden könnte. "Die Anlage am Westend in Garitz ist ein solcher Fall", erklärte Kirsten Piening auf Nachfrage.


Nicht alle sind gleich gut

Klaudia Schick, die Familienbeauftragte des Stadtrates (und Mutter dreier Kinder), hat zu den Kissinger Spielplätzen eine ähnliche Meinung: "Wir haben eine ausreichende Anzahl an Spielplätzen, aber alle sind nicht gleich gut."

Dabei versuche die Stadt, alles immer gut in Schuss zu halten und investiere pro Jahr zwischen 20.000 und 30.000 Euro in die Anlagen. Mit der Aufnahme von Maßnahmen in das Projekt "Soziale Stadt", bestätigte Klaudia Schick weiter, habe man im Übrigen weitere Fördertöpfe für anstehende Maßnahmen geöffnet. Und das sei gut so.


Manchmal nah beieinander

Darüber freuen sich natürlich auch die Mitglieder des Familienbeirates. Es tut sich was auf den Spielplätzen und nicht nur die Neuanlage (2011/2012) des Spielplatzes "Peter's Piratenschiff" (Hennebergstraße) beweist das. "Manchmal liegen die Plätze schon nah beieinander", hat Kirsten Piening in Winkels gesehen, aber das ist deshalb auch nötig, weil hier zum einen eine stark befahrene Straße den Stadtteil trennt, und andererseits der Bewegungsradius von Kindern unterschiedlich ist: Die Altersgruppe von Kindern unter sechs Jahren bewegt sich beispielsweise in einem Umkreis von 200 Metern vom Elternhaus. Das ist sogar in einer DINorm (#18034) definiert. Kinder bis zwölf Jahre haben einen Aktionsradius von 400 Metern und die Altersgruppe über zwölf von einem Kilometer.


Vorschläge

Welche Ergebnisse zieht man aus dem aktualisierten Konzept der städtischen Kinderspielplätze? Es gibt Vorschläge, ungenutzte Anlagen aufzulassen. "Der Platz an der Karl-Streit-Straße ist unnötig", hat Robert Knidlberger festgestellt. Da geht kaum ein Kind hin. Man kann das anhand der Abnutzungen an den Geräten und zum Beispiel im Sommer am niedergetrampelten Gras feststellen. Und in Garitz könnten die Geräte des Spielplatzes in der Westendstraße ebenfalls an anderer Stelle besser genutzt werden, beispielsweise an einer neuen Anlage in der Seehofstraße.


Neues für den Sinnberg

Aktuell steht ein Projekt an, für das schon im März der Baubeginn sein könnte: Der Spielplatz an der Sinnbergpromenade. Diese Maßnahme lässt sich die Stadt rund 60.000 Euro kosten. Bei der Planung hat man auch die Jüngsten und deren Eltern beteiligt und in einer Ideensammlung mit den Kindern des Sinnberg-Kindergartens und der Sinnberg-Grundschule sowie einem Planungs-Workshop im November mögliche Konzepte aufgestellt.
Als Ergebnis liegen jetzt zwei Varianten vor, die am Montag, 14. Januar, ab 19 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum vorgestellt werden. Zur Wahl stehen unterschiedliche Spielgeräte - Nestschaukel, Kaleidoskop, Kreisel, Klettergerüst, Seilbahn, Wasserplatz - und zwei Themen: Sinneswege oder "Spaceplace".

"Der Sinnberg-Spielplatz ist einer der schlechteren", so David Rybak (Stadtjugendpfleger). Und das soll anders werden. Die Ideen für eine Neugestaltung seien vielfältig gewesen, erzählt er aus der Planungszeit, "einige Kinder hatten auch ,einen Kaffeeautomaten für Mami' vorgeschlagen". Damit wird es wahrscheinlich nichts, aber ansonsten versprechen die beiden Pläne eine wesentliche Verbesserung des Ist-Zustandes und für gute Akzeptanz hinterher (gute Lage).

Bauausschuss und Stadtrat werden am Ende die Gesamtplanung noch absegnen und dabei auch an zwei Zahlen zu kauen haben, die im Analyse- und Entwicklungskonzept für die Bad Kissinger Kinderspielplätze stehen. Auf der letzten Seite sind die Summen genannt, die zum Austausch älterer Spielgeräte bis 2017 anfallen werden - 210.000 Euro - und die Summe, die für Neuinvestitionen nötig sind - insgesamt 386.600 Euro. Ein ziemlicher Brocken.


Stück für Stück in Angriff nehmen

Stadträtin Klaudia Schick, auf die mögliche Umsetzung dieser Summen angesprochen, reagierte gelassen: "Auf einen Schlag geht das nicht, das ist klar aber mit diesem Konzept ist das in zehn Jahren vielleicht umsetzbar. Und dann beginnen wir wieder von vorne".


Welche sind die Schönsten?

34 Spielplätze gibt es in der Kurstadt und in den Stadtteilen, und welcher ist der beste? Kinder, Familienbeirat und Stadtverwaltung sowie der Landschaftsarchitekt Robert Knidlberger (Windheim) haben Noten vergeben.
Die Rangliste von Klaudia Schick, der Familienbeauftragten des Stadtrates, sieht so aus: 1. Rang: Spielplatz "Lindesmühlpromade ("Da haben meine Kinder immer gespielt"); 2. Rang Spielplatz am Hallenbad.

Kirsten Piening, Sprecherin des Familienbeirates Bad Kissingen: 1. Lindesmühlpromenade; 2. "Peter's Piratenschiff" (Hennebergstraße); 3. Spielplatz Kapellenstraße ("Da hab' ich als Kind immer gespielt"). Landschaftsplaner Robert Knidlberger hat die Stadtteile mehr im Blick. Seine Rangliste: 1. Spielplatz am Hallenbad; 2. Spielplatz Albertshausen; 3. Spielplatz am Sportheim in Reiterswiesen.

Und was sagen die Kinder? Auf den 1. Platz setzen sie den Spielplatz in Alberthausen mit der höchsten Bewertung von 5 möglichen Punkten; 4 Punkte vergaben die Kinder für weitere elf Spielplätze: Kapellenstraße, Lindesmühle, Hennebergstraße (alle Bad Kissingen), Altenberg, Eichendorff-Straße, Tiergarten (alle Garitz), Linsenrain (Kleinbrach); Hans-Sachs-Straße, Beiberich und Sportplatz (alle Reiterswiesen) und "Männerholz" (Poppenroth).