Es summt und brummt an der Hermannsruh in Stralsbach. Aus einer hellen Holzkiste schwärmen Tausende Bienen. Sonja Heinemann hat sie mitgebracht. Die 42-Jährige ist Imkerin und will zwei Schulklassen der Lauterer Grundschule erklären, was man von diesen fleißigen Insekten lernen kann.

"Das Bienenvolk kommt nur über den Winter, wenn es zusammenhält", sagt Sonja Heinemann.
Von dem sozialen Verhalten können sich die Schüler einiges abschauen, ist sie sich sicher. Die Kinder reagieren meist neugierig und ohne Scheu auf die Bienen. An der Hermannsruh können die Kinder beobachten, wie die Tiere ihrer Königin vom Holzkasten in eine "Beute", eine Kiste aus Holz, folgen. Am Bienenstand wollen die Kinder über den Sommer hinweg die Entwicklung der Insekten verfolgen und erforschen, wie sie ihre Waben bauen.

"Wir wollen die Kinder für das Leben der Bienen sensibilisieren. Sie sollen erkennen, dass wir sie brauchen", sagt ihre Lehrerin Claudia Klaas.

Heuer behandelt die Grundschule das Thema Artenvielfalt. "Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Bienen- und einem Wespenstachel?", fragt Imkerin Sonja Heinemann. Viele Arme recken sich in die Höhe. Die Kinder wissen schon viel über das wichtige Insekt. Auch, dass es ohne die Bienen kein Obst für die Menschen gäbe.

Sonja Heinemann arbeitet seit acht Jahren mit Bienen. Sie leitet den Lehrbienenstand im Freilandmuseum Fladungen und ist Kreisvorsitzende der Imker im Landkreis Rhön-Grabfeld. "Eine Biene opfert sich immer für alle. Wenn sie zur Verteidigung zusticht, ist das ihr Todesurteil." Von ihrer Faszination für das Tier von dem die Menschen profitieren will sie den Kindern etwas mitgeben. "Wir freuen uns außerdem schon auf den Honig", sagt Lehrerin Claudia Klaas.