Die Blockflötenfesttage Bad Kissingen holen nach, was im Musikleben der Stadt vermisst worden war: Sie feiern die Alte Musik von Telemann, Vivaldi, Bach und Co. Das Eröffnungskonzert mit Maurice Steger und der Akademie für Alte Musik Berlin im Max-Littmann-Saal wird geradezu umjubelt.

Schon der Hirtengott Pan aus der griechischen Mythologie hat mit ihr musiziert, Papageno lockt mit seiner Zauberflöte Vögel und vor allem Mädchen, und Adolph von Menzels Bild vom Flötenkonzert des Preußenkönigs Friedrichs des Großen in Sanssouci ist weltberühmt. In der Alten Musik ist die Flöte gerne Hauptdarstellerin, und wenn ein Ausnahmekönner wie Maurice Steger eines seiner Instrumente an die Lippen führt, hält man den Atem nicht nur wegen atemberaubender Fingerfertigkeit, nein, auch wegen der wunderbaren Klangfarben an, die auf Alt,-Tenorflöte oder Flautino so gespielt verzaubern. Zusammen mit den sieben Instrumenten der Akademie für Alte Musik Berlin wird daraus ein wunderbares Erleben dieser Musikepoche.

Distelfink und Nachtigall

Telemanns a-Moll Suite gibt der Flöte Gelegenheit, die Streicher mal heiter zu begleiten und dann die Melodie mit überraschenden Einfällen zu führen, und da ist beim Solisten eine geradezu explosive Körperspannung zu erleben, mit der er die Stimmungen unterstreicht. In der "Suite aus der Klingenden Geographie" des Altmeisters etwa, einer Art Europareise, die über Italien, Mähren, Österreich bis nach Franken führt, wie Maurice Steger charmant ankündigt.

Ausflug in die Natur

Einen Ausflug in die heimische Natur unternehmen dann der Intendant und seine Flöte zusammen mit der Violine des Konzertmeisters der Akademie Georg Kallweit, führen bei der e-Moll Ouvertüre des Johann Bernhard Bach d.Ä. aus der Bach-Dynastie einen höchst vergnüglichen Gesangswettstreit zwischen Distelfink, Mönchsgrasmücke, Haubenlerche und Nachtigall. Welch ein Genuss, dass die Akustik des Max-Littmann-Saales auch leiseste Töne erlebbar macht. Vivaldi hat in seinem g-Moll Concerto eine Fülle kleiner musikalischer Juwelen zusammengetragen, die Steger farbenreich funkeln und, obwohl hoch virtuos, wunderbar leicht erleben lässt.

Viel Beifall

Überreicher Beifall für das trotz des nahen "Kissinger Sommers" erstaunlich gut besuchte Konzert. Die Blockflötentage werden mit sieben weiteren Konzerten und zwei Late Night Aufführungen mit Blockflöte, Elektronik und Videoprojektionen bis Sonntag fortgesetzt. Flankiert wird das Wochenende von einer großen Musikmesse im Regentenbau. Tickets, Programm und weitere Infos: blockfloetenfesttage.de