Hightech auf vier Rädern - so präsentierte sich der neue Einsatzleitwagen des Katastrophenschutzes in Oerlenbach. Landrat Thomas Bold übergab offiziell die Schlüssel für das neue Fahrzeug an Marco Braunschweig, dem örtlichen Leiter der Unterstützergruppe.

Rund 580 000 Euro kostete die Neuanschaffung der rollenden Einsatzzentrale, die für den gesamten Landkreis tätig sein wird und, so Thomas Bold in seinen erklärenden Worten, auch im Nachbarlandkreis unterstützend eingreifen könnte. Der Freistaat Bayern beteiligte sich mit 150 000 Euro am Kauf des neuen Fahrzeuges. Der Vorgänger, der ebenfalls in Oerlenbach stationiert war, muss nach 15 Jahren ersetzt werden. Das alte Auto war den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Für größere Einsätze geeignet

Der neue Wagen ist auf "größere Einsätze" zugeschnitten und bietet im Notfall drei ausgebildeten Fachkräften im Funk- und Kommunikationsbereich des Fahrzeuges Platz. In der hinteren Zone befindet sich ein hochmoderner Besprechungsraum, in dem sich acht Personen beraten können. Da in schlimmeren Notfällen auch externe Fachleute hinzugezogen werden, könnte man auch zu zehnt dort genügend Raum finden, meinte Marco Braunschweig bei der Besichtigung der Arbeitsplätze.

"Kater Bad Kissingen 13/1" lautet der Funkrufname des knallroten Neufahrzeuges. Es ist mit modernster Digitalfunktechnik ausgestattet, besitzt eine eigene Telefon-, Internet- und Netzwerkanlage. Mit der ausfahrbaren Digitalkamera erhält man gestochen scharfe Bilder, auch wenn der Unfallort weiter von der Leitzentrale entfernt ist. Vernetzung ist und war ein großes Thema für die Einsätze, Behörden und Ämter - beispielsweise das Landratsamt in Bad Kissingen - können den Einsatz verfolgen und weitere Koordinierungsaufgaben übernehmen. Mit einem Zelt und einer Markise ausgerüstet, bietet die neue Zentrale Platz für weitere Fachleute des Katastrophenschutzes.

Ehe "Kater Bad Kissingen 13/1" so richtig gerufen werden kann, müssen noch Oerlenbacher Helfer extra aus- und fortgebildet werden. Einsatzleiter Marco Braunschweig war sichtlich erleichtert, dass die Schulung vor Ort erfolgen kann. Einige Fragen hatten sich bei ersten Erkundungen bereits ergeben, und deshalb freut man sich auf die Einweisung.

Natürlich hoffen alle Beteiligten - neben Landrat Bold waren auch Oerlenbachs Bürgermeister Nico Rogge und der örtliche Kommandant Michael Kuhn bei der Schlüsselübergabe zu Gast -, dass das Fahrzeug in den kommenden Jahren nicht wirklich benötigt wird. Die Einsatzzentrale auf Rädern soll ihre Tauglichkeit bei Übungen unter Beweis stellen und kann bei "normalen Einsätzen" zusätzlich angefordert werden, damit die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (kurz: UG-ÖEL) im Umgang mit der Technik geübt bleibt.

Die Oerlenbacher Gruppe ist die einzige ihrer Art im Landkreis Bad Kissingen. Ihre Mitglieder werden stetig in ihrem Einsatzbereich geschult und fortgebildet. Sie untersteht dem Landratsamt und wird bei Großschadenmeldungen (etwa Hochwasser) im gesamten Kreis angefordert und eingesetzt.

25 Jahre Nutzungsdauer

Die Computertechnik werde man während der Lebensdauer des Autos ein paar Mal tauschen müssen, berichtete Klaus Plescher aus dem Landratsamt. Auf 25 Jahre Nutzung ist der Kauf ausgerichtet, die PC-Technik wird sich in dieser Zeit drei oder vier Mal erneuern.