Normalerweise sind Alexandra Metz und Waltraud Keßler regelmäßig mit ihren Gästen in der Rhön unterwegs. Doch jetzt sind die "Rhönpiraten", zehn Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren, an der Reihe. Die Kinder hatten sich beim Ferienprogramm für die Wanderung zur Kissinger Hütte angemeldet, die der Touristik- und Heimatverbund Burkardroth erstmals organisiert hat.
"Die Gemeinde hat einen solchen Ausflug schon vor Jahren
angeregt, aber ich bin nie dazu gekommen", erzählt Waltraud Keßler. Die Stangenrotherin hat den Verbund, den früheren Fremdenverkehrsverein Markt Burkardroth, viele Jahre geleitet. Bei der Jahreshauptversammlung im März hat sie ihren Posten an Alexandra Metz, Ferienwohnung-Vermieterin aus Katzenbach, übergeben, die dem Verbund nun zusammen mit Diana Tisma, der Wirtin der Kissinger Hütte, vorsteht. Somit lag es nahe, das beliebte Ausflugsziel auch für die Wanderung beim Ferienprogramm zu nutzen.


Details am Wegesrand

Doch zunächst gilt es für die "Rhönpiraten", den Feuerberg zu bezwingen. Der Weg führt vom Parkplatz am Basaltwerk hinauf zur Kissinger Hütte. Mit von der Partie sind auch Felicia, Lara und Leon, drei Freunde aus Oehrberg. "Wir machen hier mit, weil wir gerne wandern, die Natur lieben und was Tolles von der Landschaft sehen", erklärt Felicia. Ihre beiden Freunde nicken. Entsprechend aufmerksam wird das Geschehen am Wegrand verfolgt.
So entdecken die Kinder zwei in Baumstämme geschnitzte Gesichter, die mit Steffi und Robert beschriftet sind. "Die hat Robert Reuscher angefertigt", weiß Waltraud Keßler. Ihr Sohn Michael, der die Wandergruppe begleitet, ergänzt, dass Reuscher Holzbildhauer sei und hier nicht nur sich, sondern auch eine Arbeitskollegin portraitiert habe. Kurze Zeit später erregen mehrere Plastikhülsen die Aufmerksamkeit der Kinder. "Da hat jemand Bäume gepflanzt. Die Hülsen sollen verhindern, dass Tiere hineinkrabbeln oder Rehe sie anknabbern", erklärt Lilli aus Lauter. Auch ein blaues Schild mit der Nummer vier wird während der Wanderung eifrig gesucht und gefunden. "Stopp, hier ist es wieder", ruft der vierjährige Linus regelmäßig, der Sohn von Alexandra Metz. Schließlich markiert dieses Zeichen den Wanderweg.


Grillen auf dem Spielplatz

Nach einer guten Dreiviertelstunde ist das Ziel, die Kissinger Hütte, erreicht. Hier wartet eine Überraschung auf die Jungen und Mädchen, die jedoch nicht geplant war sondern reiner Zufall ist. Mehrere Islandponys stehen vor dem Ausflugsziel, deren Reiter Rast machen. Die Tiere werden natürlich ausgiebig gestreichelt und mit Gras sowie Blättern gefüttert. Später nehmen die Kinder noch den Spielplatz in Beschlag und stärken sich mit frisch Gegrilltem. Doch bevor die "Rhönpiraten" den Rückweg zum Parkplatz am Basaltwerk antreten, gibt es noch eine Schatzsuche.


Auch 2018 ist ein Ausflug geplant

Nicht nur den Kindern, sondern auch Alexandra Metz, der Organisatorin, hat der Ausflug sehr gut gefallen. "Die Strecke ist nicht zu lang und mit Kindern gut zu schaffen. Zudem geht es durch den Wald", beschreibt sie die Vorteile des Wanderweges. Bereits jetzt denkt die Katzenbacherin darüber nach, auch im kommenden Jahr beim Ferienprogramm einen Ausflug über den Heimat- und Touristikverbund Burkardroth anzubieten. "Vielleicht mache ich mal was für jüngere Kinder. Schließlich haben die Kindergärten ja auch Ferien", fügt sie hinzu.
Im Rathaus hört man das gerne. Schließlich sind die Veranstaltungen des Ferienprogrammes, die von zahlreichen Vereinen und Privatpersonen im Markt Burkardroth organisiert und durchgeführt werden, gefragt. Manche mehr, andere weniger. "Heuer hatten wir 29 Veranstaltungen mit insgesamt 437 Anmeldungen", berichtet Stefan Grom. Er ist Mitarbeiter im Rathaus und für die Anmeldeformalitäten beim Ferienprogramm zuständig. Somit haben durchschnittlich 15 Kinder pro Veranstaltung teilgenommen. Zum Vergleich: 2015 gab es 22 Veranstaltungen mit insgesamt 386 Anmeldungen. "Wir sind sehr zufrieden mit den diesjährigen Zahlen", so Grom.