Die bunt gemischte Sammlung von Anekdoten und Gedichten, lustigen und traurigen Episoden aus erlebnisreichem Leben zeigt ein facettenreiches Porträt des Autors Thomas Mac Pfeifer (77) . Das Buch trägt den Namen: "Vom Schlüppermaxe zum Chefreporter".

Der 1944 im oberschlesischen Freiburg geborene Senior erinnert sich an die ersten Jahre nach der Flucht in Rothenkirchen (Landkreis Kronach). Hier wurde er "Schlüppermaxe" genannt, da unter seiner aus einem Mehlsack geschneiderten kurzen, aber zu großen Hose immer die ebenfalls zu große Unterhose zu sehen war. Seinen endgültigen Spitznamen Mac bekam er erst 1969 als junger Zeitungsreporter in Berlin, als unter einem Artikel kein Platz für seinen Autorennamen, sondern nur noch für drei Zeichen blieb. Pfeifer: "Dann schreiben Sie einfach Mac."

Situationen aus dem Journalistenalltag

Pfeifer, der seit 2011 in Reiterswiesen lebt, schildert Situationen aus seinem Journalistenalltag, in denen er als Chefreporter manchen Trick anwenden musste, um in aussichtslos scheinenden Situationen doch noch an gute "Geschichten" und Fotos zu kommen. So gelang es ihm, nach ihrem Arbeitsessen in Berlin der holländischen Königin Beatrix fotogerecht in den Mantel zu helfen, oder nach dessen Eintrag ins Goldene Buch vom britischen Kornprinzen Charles als einziger Reporter angesprochen zu werden.

Nett ist auch die Geschichte, als der Dalai Lama den Zeitungsmann am Bart kraulte und ihm damit beste Fotos sicherte. Unschuldig war Pfeifer an einem kleinen Skandal, als die Redaktion seinen Bericht über ein Gespräch des Berliner Bürgermeisters Eberhard Diepgen mit dem spanischen König überschrieb: "Was halten Sie vom Frauentausch?" Der Chefreporter hatte über den von Diepgen erhofften Tausch der Nofretete-Büste gegen das Goya-Gemäldes der "nackten Maja" berichtet.

In jenen Jahren sah Pfeifer mit bulliger Statur und dunklem Vollbart dem Schauspieler Bud Spencer zum Verwechseln ähnlich. Doch so lustig wie dessen Haudrauf-Filme war Pfeifers Leben nicht.

Mehrere Tiefschläge

Wir erfahren im Buch von Tiefschlägen, von zwei Scheidungen, vom Herzinfarkt auf der Buchmesse und - "das für mich wichtigste Kapitel" - vom Kampf mit der Alkoholkrankheit, den er 1986 endlich gewann: "Es war der für mich im Leben schwerste, aber beste Entschluss, mit dem Trinken aufzuhören."

Glücklich wurde Pfeifer erst mit seiner dritten Ehefrau Julitta aus Nüdlingen, die er in dieser Phase auf der griechischen Insel Paros kennenlernte und 1989 heiratete. Schon 1986 ersteigerte Pfeifer eine alte Frühstückspension in Reiterswiesen und baute sie zum Wohnhaus um. "In Bad Kissingen fühlte ich mich von Anfang an wie zu Hause." Doch erst nach Eintritt in den Ruhestand bezog das Paar vor zehn Jahren ihr Haus, wo Pfeifer seitdem seine Bücher für Kinder im Grundschulalter schreibt.

Schon lange ein Traum

Schon vor Jahrzehnten hatte er von einem eigenen Buch geträumt. Doch erst als 58-jähriger "Jungautor" gelang ihm 2003 die Veröffentlichung seines Debüts "Winrich der Erdbeerfrosch und seine Freunde Hups und Pups". Nach weiteren Büchern erschien 2016 sein erfolgreichstes: "Ein Stern, der in dein Fenster schaut" (2016), eine Sammlung von Gute-Nacht-Geschichten, erzählt von Müttern, Vätern und Kindern aus Kriegsgebieten in Syrien, Irak, Afrika, und Afghanistan, niedergeschrieben in der jeweiligen Landessprache sowie auf Deutsch und Englisch übersetzt.

Mit seinem Erinnerungsband "Vom Schlüppermaxe zum Chefreporter" liefert Thomas Mac Pfeifer - "Es ist mein zwölftes und vielleicht letztes Buch." - einerseits eine nett zu lesende Anekdotensammlung aus erlebnisreichem Reporterleben. Wir lernen aber auch den späten Kinderbuch-Autor kennen, der vor 55 Jahren einmal Lehrer an einer Grundschule für Gehörlose werden wollte und sich noch heute um notleidende Kinder sorgt.

Informationen zum Buch: Thomas Mac Pfeifer: "Vom Schlüppermaxe zum Chefreporter", Medu-Verlag, broschiert, 248 Seiten, Preis: 11,99 Euro, ISBN 978-3963520600