Wenn Regina Rinke von Afrika erzählt, merkt man, wie die Eindrücke von vor Ort sie tief bewegen. Einmal schimmern da Tränen in ihren Augen, ein anderes Mal macht sich ein warmes Lächeln in ihrem Gesicht breit. Da ist zum einen das Entsetzen über die Armut vor Ort, zum anderen die Freude über die Dankbarkeit und Herzlichkeit der Menschen.

"Es hat uns umgehauen", sagt Rinke auf ihren ersten Besuch in Ostafrika, genauer in Ruanda, angesprochen. Das war im Sommer 2014. Sie erinnert sich unter anderem an zwei Mädchen, die einen schweren Sack Bohnen mit sich trugen. "Ein paar einzelne Bohnen sind aus dem Sack gefallen, in den Dreck, und die Mädchen haben sie von dort wieder aufgelesen ... wenn das kein Zeichen von Armut ist."

Ein junger Mann sei mit seinem Fahrrad gekommen, erzählt Rinke weiter. Sie habe dann auf den Bohnensack gedeutet und auf das Fahrrad. "Er hat mich ohne ein Wort verstanden und den Sack für die beiden Mädchen gefahren", freut sie sich auch heute noch.

Regina Rinkes ganz persönlicher Weg nach Afrika

Der Weg, der Rinke nach Afrika führte, ist einer voller Höhen und Tiefen. Es ist ihr eigener Lebensweg, den sie in den vergangenen zwei Jahren in einem Buch festgehalten hat. Es trägt den Titel: "Lebens-Wandel - Mein langer Weg nach Afrika". Rinke erzählt darin von ihrer Kindheit und Jugend in der DDR, und davon, wie sie ihren Mann kennenlernte.

Sie schreibt über die gemeinsame Zeit in Wildflecken und die aktive Tätigkeit der beiden in den Reihen des Rhönklubs. Nicht zuletzt, gibt Rinke sehr persönliche Einblicke in die Zeit, als ihr Mann zum Pflegefall wurde. Sie erzählt auch von dem tiefen Loch, in das sie nach dessen Tod fiel.

Der größte Teil des knapp 170 Seiten starken Buches ist aber dem Engagement in Afrika gewidmet, welches Rinke - nach einem weiteren Einschnitt in ihrem Leben - unverhofft wieder einen neuen Lebensinhalt bescherte. Zahlreiche Bilder ergänzen den Text und vermitteln einen lebhaften Eindruck von den Menschen und Gegebenheiten vor Ort. "Es ist mehr ein Bilder- als ein Erzählbuch", sagt Rinke und lacht.

Es begann mit dem Bau einer Schule

Auch die Fortschritte vor Ort beschreibt sie in ihrem Buch. Alles begann dabei mit dem Ratschlag eines Pfarrers, der der ehemaligen Lehrerin in ihrer tiefen Sinnkrise den Bau einer Schule vorschlug, und über dessen Kontakte Rinke schließlich zu Patres der Karmeliten im ruandischen Gahunga kam, denen sie mit einer Geldspende dort den Bau einer Schule ermöglichte. "Ich dachte 2012 nur daran, eine Schule zu bauen und das wäre es dann", schreibt die 85-Jährige.

Inzwischen läuft seit Jahren über das Dekanat Bad Neustadt das Hilfsprojekt "Abana Baseka - Lachende Kinder", mit dem sich die Verantwortlichen nicht mehr nur in Ruanda, sondern des Weiteren auch im Nachbarstaat Burundi engagieren. Die Hilfe in Afrika erfolgt nach zwei Grundsätzen, wie Rinke berichtet: "Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg" und "Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe".

Rinke ist dankbar über die große Spendenbereitschaft der Menschen in Bad Neustadt, wo sie seit 2016 lebt, und der weiteren Rhöner Umgebung. Auch die Einnahmen aus ihrem Buch werden zu 100 Prozent nach Afrika fließen, erklärt sie. Die Herstellungskosten trägt Rinke selbst. Von den 550 gedruckten Exemplaren sind bereits 100 verkauft, wie sie berichtet.

Bei einer nachgeholten Feier zu ihrem 85. Geburtstag gingen diese vor Kurzem an Freundinnen, Freunde und Bekannte. So bereiten die Buchkäuferinnen und -käufer Rinke - und die Autorin sich indirekt auch selbst - das größte Geschenk. Denn mit dem Geld aus dem Verkauf lässt sich vor Ort in Afrika sicher wieder einiges für die Menschen dort bewirken.

"Lebens-Wandel - Mein langer Weg nach Afrika"

Das Buch Regina Rinkes Buch "Lebens-Wandel - Mein langer Weg nach Afrika" kostet 18,80 Euro. Die Einnahmen aus dem Verkauf fließen allesamt nach Afrika. Für weitere Informationen: Einfach eine E-Mail an regina-rinke@gmx.de schicken.

Das Projekt Interessierte, die sich näher über das Hilfsprojekt "Abana Baseka" informieren oder mit einer Spende oder Patenschaft helfen möchten, können dies im Internet unter: abana-baseka.de