Die Freude bei Georg Fehr ist groß. Der Gehweg an seinem Gasthaus ist jetzt wieder ein ganz normaler. Fußgänger mit Kinderwagen, Rollatoren und auch ohne Gefährt kommen hier an der Ecke Madonnastraße/Tannenweg in Lauter jetzt ohne Probleme vorwärts. Etwa 15 Jahre war das nicht möglich, denn der Gehweg wies ein starkes Gefälle von der Rabatte zur Fahrbahn auf. Besonders im Winter bei Schnee- und Eisglätte verwandelte sich der Abschnitt in eine gefährliche Rutschbahn. "Immer wieder habe ich die Gemeinde darum gebeten, dass das in Ordnung gebracht wird", erzählt Fehr. Doch es passierte nichts.
Schließlich trug der Gastwirt sein Anliegen in der Bürgerversammlung Ende Februar erneut vor. "Jetzt ist der Gehweg aufgerissen, da die Telekom Kabel verlegen lässt. Da könnte man die Ecke doch mal in Angriff nehmen", forderte er Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) zum Handeln auf. Dieser zeigte Verständnis für das Problem und versprach, dass die technische Abteilung sich das mal anschauen werde. Doch es wurde mehr daraus. Innerhalb weniger Tage waren die "schiefe Ebene" abgetragen und ein barrierefreier Gehweg entstanden. "Das ist super", freut sich Georg Fehr.


Schnell reagiert

Ähnlich schnell haben die Mitarbeiter des Bauhofs in Katzenbach reagiert. Dort hatten sich die Bewohner nicht nur über den schlechten Zustand des Weges zum Friedhof beklagt, sondern auch über die Straßengräben. Sie waren auf beiden Seiten dicht, Regenwasser staute sich. Inzwischen wurden die Gräben links und rechts der Straße ordentlich freigelegt und vom Bewuchs befreit. Die Situation am Friedhof wird heute bei einem Vor-Ort-Termin von den Gemeinderäten begutachtet. Die Katzenbacher wünschen sich einen mit Pflaster befestigten Mittelgang und dass die Gemeinde weitere Parkplätze schafft. Nach der Ortseinsicht muss das Ratsgremium über die verschiedenen Möglichkeiten beraten.


Nervende Algen

Nicht ganz so einfach lassen sich die in den Bürgerversammlungen angesprochenen Probleme mit den Brunnen im Markt Burkardroth lösen. In Lauter hatten sich die Bewohner über die zahlreichen Algen und die Verschmutzung ihres Bauwerks vor der Kirche beschwert. "Wir haben Algen in allen Brunnen", erklärt Bürgermeister Bug auf Nachfrage der Zeitung. Es gebe keine optimale Lösung, das zu verhindern. Das Ortsoberhaupt geht davon aus, dass sich in der Großgemeinde zwischen 30 und 40 Brunnen befinden. Bei einem Vor-Ort-Termin in Lauter habe man festgestellt, dass der örtliche Brunnen in einem guten Zustand und noch dicht sei.
Anders hingegen zeigt sich der Traibrunnen in Stangenroth. Das Bauwerk aus Beton ist undicht, Wasser läuft deshalb auf die Höhenstraße. Zwar hatten die Anwohner verschiedene Vorschläge zur Neugestaltung der Anlage in der Bürgerversammlung genannt, aber etwas real Umsetzbares sei für den Bürgermeister nicht dabei gewesen. Deshalb bittet er nun die Stangenrother darum, gemeinsam mit den beiden Gemeinderäten eine Projektgruppe zu bilden, die sich um das Thema Neugestaltung Traibrunnen kümmert.


Bauplätze kommen

Ganz anders reagierte das Rathaus auf eine weitere Bitte der Stangenrother. Sie forderten die Gemeinde auf, für weitere Bauplätze im Ortsteil zu sorgen. Dem kam nicht nur die Verwaltung nach, sondern auch der Gemeinderat. Das Gremium beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dass das Baugebiet "Obere Dick" um etwa zwölf Bauplätze erweitert wird. "Das ist keine große Sache, da die Pläne dafür bereits in der Schublade lagen", so Bürgermeister Waldemar Bug. Ebenso wurde mit einer Forderung der Premicher verfahren. Dort wird das Baugebiet "Bocksäcker" um den zweiten Bauabschnitt erweitert, so dass 17 weitere Bauplätze entstehen.


Kanal läuft über

Schwierig hingegen gestaltet sich für die Verwaltung die Lösung der Probleme in Stralsbach. Hier hatten sich die Bewohner über das Kanalsystem beschwert. Bei Starkregen sind vor allem die Anwohner im Wiesengrundweg und in der Von-Henneberg-Straße von Überschwemmung bedroht. Zudem drücken die Wassermassen die Kanaldeckel heraus. Nun befürchten die Stralsbacher, dass sich diese Probleme noch verstärken. Denn die Gemeinde plant, weiteres Abwasser aus dem künftigen Industriegebiet sowie Katzenbach, Lauter und Waldfenster durch den Kanal in Stralsbach abzuleiten.
In der Bürgerversammlung hatten die Bewohner deshalb vorgeschlagen, dafür eine Art "Ortsumgehung" zu bauen, um das zusätzliche Abwasser an anderer Stelle in den Zubringer Richtung Kläranlage Großenbrach einzuleiten. "Ich werde zum Thema eine weitere Bürgerversammlung veranstalten, zu der auch der zuständige Planer kommen wird", so Bürgermeister Waldemar Bug.