Er nannte die Sanierung der Ortsdurchfahrt, den Bau des Gewerbegebiets, den Rathausanbau samt Sanierung, die Schulhof-Gestaltung und den Kindergarten-Anbau für die Krippe. Nur weil noch nicht alle Maßnahmen abgerechnet sind, sei die Pro-Kopf-Verschuldung auf 27,45 Euro gesunken. Heuer seien Kredite unerlässlich.

Dann betonte das Ortsoberhaupt, dass die Gemeinde nicht vorhabe, neues Bauland auszuweisen. Bei 200 freien, erschlossenen Grundstücken mache das wenig Sinn. Im vergangenen Jahr habe der Gemeinderat sechs Wohnhaus-Neubauten genehmigt, das bedeute sechs Baulücken weniger, worüber er froh sei, denn: "Erhalt und Erneuerung der Ortskerne sind uns wichtig.

Wir übernehmen Bauberatung durch einen Architekten und haben ein Förderprogramm zur Innenentwicklung geschaffen", so Siegfried Erhard. In 2012 sei das fünf Mal genutzt worden. Was den Anbau an den Kindergarten betrifft, verzögerten zahlreiche Auflagen, dass man vorankomme. Von den veranschlagten 400.000 Euro seien im vergangenen Jahr nur 62.000 Euro verbaut worden.

Sorgen wegen Bahnbrücke

Wegen der Erneuerung der Ortsdurchfahrt hätten Anwohner und Geschäftsinhaber viele Einschränkungen hinnehmen müssen, sagte Siegfried Erhard, betonte aber auch, dass der tegut-Markt immer anfahrbar gewesen sei. "Dass die Gemeinde deshalb - wie in der Presse zu lesen - Mitschuld an der Schließung trage, weisen wir zurück." Mit der Begrünung - geplant von Dieter Büttner, Fachberater für Gartenbau und Landschaftspflege am Landratsamt, und Richard Höfling, Gärtnermeister im gemeindlichen Bauhof - sei die Baustelle noch vor Wintereinbruch abgeschlossen worden.

Nach wie vor Sorgen macht dem Bürgermeister die Bahnbrücke. Sie berge immer noch Gefahrenpotenzial. Das Straßenbauamt erwäge eine Tieferlegung der Straße, um eine Durchfahrtshöhe von vier Metern zu erreichen. Probebohrungen hätten ergeben, das dieser Schritt möglich ist.

Wir haben uns intensiv mit dem Regionalplan zu Windkraftanlagen befasst", betonte der Bürgermeister. Die Vorrang- und Vorbehaltszone WK 97 westlich der "Schwarzen Pfütze " könnte genutzt werden, zumal diese Waldfläche Gemeindebesitz ist. Die Umsetzung könnte auf genossenschaftlicher Basis erfolgen, damit sich alle Bürger an einem Windpark - vier Räder wären denkbar - beteiligen können. Die Frage werde Gegenstand einer eigenen Bürgerversammlung mit der Projektgesellschaft Energie-Allianz Bayern im März oder April sein. Dann blickte Siegfried Erhard nach vorne. Zu den größten Projekten gehöre die Sanierung und Erweiterung der Wilhelm-Hegler-Halle. 2013 werde geplant, 2014 gebaut.

Außerdem werde die Gemeinde das Standesamt auf- und diesen Bereich der Stadt Bad Kissingen übergeben. Wegen neuer Auflagen seien sonst große Investitionen nötig für Urkundenausstellungen, die nur in geringer Zahl anfallen. Trauungen könnten in Zukunft aber trotzdem noch in Oerlenbach erfolgen, so Siegfried Erhard.
Wegen der Energiewende seien neue Leitungen von Nord nach Süd notwendig, kündigte der Bürgermeister an. Auf dem Weg bis Grafenrheinfeld könnte auch Oerlenbach berührt werden, so seine Überlegung, aber: "Konkretes ist uns nicht bekannt."