Bad Kissingen sei auf einem guten Weg, sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) kürzlich im Gespräch mit dieser Redaktion. Projekte wie die Verschönerung der Innenstadt oder der Bau des Garitzer Kreisels gäben der Stadt einen modernen Akzent, so Vogel. Auf Nachfrage der Redaktion äußerte sich das Stadtoberhaupt auch ganz konkret zu weiteren baulichen Projekten in Bad Kissingen.

Um mehr Menschen in der Mitte des Lebens in die Stadt zu holen, sei die Schaffung von Wohnraum eine wichtige Aufgabe für die Stadt. "Von dieser Bevölkerungsgruppe haben wir zu wenige", sagte der OB. Der Fokus liege derzeit auf der Entwicklung des Gebietes "Stöger II" in der Nähe des Blockheizkraftwerks am Sinnberg. "Unsere Vorstellungen sind schon recht weit fortgeschritten. Jetzt hängt die Umsetzung vom Grunderwerb ab. Sobald sich dieser Pfropf gelöst hat, können wir einen verbindlicheren Zeitplan zur Umsetzung nennen."

Für den Prinzregentenpark, der gegenüber dem Bahnhof entstehen soll, sei der Bebauungsplan in Arbeit. "Damit werden wir uns im Herbst im Stadtrat beschäftigen." Die gemeinsame Entwicklung im Rinnerfeld, wo die Stadt und ein weiterer Eigentümer Flächen besitzen, seit laut Vogel "leider nicht so weit, wie wir uns das erhofft haben. Deswegen prüfen wir aktuell, ob und wie wir die Erschließung für unsere Grundstücke selbst machen können."

Weitere Entwicklungsflächen sieht der OB beispielsweise im Oberen Weg in Winkels. "Wobei stets die Möglichkeit zum Grunderwerb für uns die Voraussetzung dafür ist, dass wir loslegen können."

Interims-Kita geplant

Spannende Nachrichten gibt es für Eltern: Vogel hofft auf eine Entspannung der Kita-Situation in der Stadt: "Dieses Jahr werden wir zusammen mit der Theresienspitalstiftung eine Interims-Kita in der ehemaligen Dialysepraxis eröffnen." Je nach Personalverfügbarkeit sollen dort zwei Krippengruppen sowie eine Kindergartengruppe entstehen. "Daneben laufen die Planungen für den Bau der großen Kita mit der Theresienspitalstiftung mit 53 Krippen-, 85 Kita- und 50 Hortplätzen." Im Kindergarten Poppenroth wird derzeit die Kita modernisiert und erweitert, es entstehen 25 neue Plätze. "Den Anbau werden wir im kommenden Jahr einweihen", kündigte Vogel an.

Geduld ist dagegen beim Neubau der Henneberg-Schule gefragt. "Wir haben nun endlich nachgewiesen, dass der Neubau günstiger ist als die Ertüchtigung der Schulhäuser in Garitz, Reiterswiesen und Arnshausen." Das, so Vogel, sei Voraussetzung für die Förderung durch die Regierung von Unterfranken. Nun folge die Vergabe der Planungsleistungen. "Aber das Vorhaben wird nicht billig und auch nicht nächstes Jahr stehen können." Bereits bezogen wurde mit Beginn des neuen Schuljahres dagegen der Neubau an der Sinnbergschule.

"Neue Altstadt"

Eine Mammutaufgabe für Bad Kissingen ist seit Jahren das Sanierungsprojekt "Neue Altstadt". Dabei geht es neben der Gestaltung der sichtbaren Dinge unter anderem auch um die Kanalsanierung. "Viele Menschen denken, dass es die Stadt nicht schafft, die Oberfläche der Fußgängerzone zu erneuern. Das wäre Pillepalle", so der OB.

"Die Herausforderung liegt in der Erde. Wir müssen einen dichten Kanal bauen. Der ist defekt. Gleichzeitig muss der zukünftige Kanal die bekannten bisherigen Funktionen des Abtransports von Altlasten, der Grundwasserregulierung sowie des Abtransports von Abwasser wieder erfüllen."

Man habe nun eine technische Lösung gefunden, die behördenübergreifend akzeptiert sei. Es handelt sich laut Vogel um die sogenannte "Kanal im Kanal"- sowie die "Kanal plus"-Lösung. "Diese können die Funktionen beibehalten und erhalten die bestehende Hydrogeologie. Und das alles, während wir neu bauen."

Zur Technik werde die Stadt Ende des Jahres eine entwurfsreife Planung für die Weingasse vorlegen. "Bis zum Baubeginn muss naturgemäß neben der Technik die Finanzierung geklärt sein. Dazu befinden wir uns aktuell in guten Gesprächen mit der Regierung von Unterfranken und anderen staatlichen Stellen", sagt Vogel.

Neuigkeiten will das Stadtoberhaupt bald in Sachen Hallenbad verkünden: "Zu diesem Thema werden wir umfassend gemeinsam mit den Stadtwerken informieren, sobald wir die Rahmenbedingungen für den geplanten Neubau vollständig abgeklärt haben und sichere Aussagen tätigen können." Derzeit befinde man sich unter anderem in Gesprächen mit der Regierung. "Natürlich haben sich generell die Herausforderungen für alle Bauprojekte mit den Energiekosten und den Baupreisen erheblich verschlechtert. Trotzdem ist für mich klar: Wir wollen ein neues Hallenbad bauen."

Für das Terrassenschwimmbad stehe der Zeitplan für eine Sanierung: "Ab Herbst 2023 werden wir vor allem auch energetisch sanieren, indem unter anderem der Wasserverlust beendet wird." Auch die Themen Photovoltaik und Energiegewinnung sollen laut Vogel bearbeitet werden. Wolfgang Dünnebier