Die gute Nachricht zuerst: Kosten und Zeitrahmen für das Projekt Neue Altstadt haben sich nicht geändert. Wie Thomas Hornung, der Leiter des städtischen Tiefbaus, dem Stadtrat berichtete, gilt für die Kanalsanierung in der Altstadt und für die Neugestaltung der Fußgängerzone bei den Kosten weiter der Stand von Oktober 2015. Und beim Zeitrahmen der Stand von Oktober 2016. Die schlechte Nachricht lautet deshalb: Kosten und Zeitrahmen haben sich nicht geändert.


Start 2018 geplant

13,15 Millionen Euro hatte die Stadtverwaltung damals als voraussichtliche Marke für die Neugestaltung der Fußgängerzone genannt. Gut sechs Millionen davon entfallen in Form von Ausbaubeiträgen auf die Anlieger. Ein weiterer Teil wird durch staatliche Förderung abgedeckt. Für die Kanalsanierung, so rechnete Hornung damals, kommt ein Aufwand von 12,1 Millionen Euro hinzu.
Was den Termin für den Beginn der Arbeiten angeht, bleibt es bei dem im vergangenen Oktober um ein halbes Jahr vom Herbst 2017 nach hinten verschobenen Start im Jahr 2018. Das laufende Jahr wird in der zweiten Hälfte von der Ausführungsplanung geprägt sein. Sie ist Voraussetzung für Ausschreibung und Vergabe 2018. Dazu kommt die aufwendige Eigentümerberatung. Hornung will sie bis Ende des Jahres abgeschlossen wissen, damit die Erneuerung der Grundstücksentsorgungsanschlüsse beginnen kann.
Einen konkreten Termin für den Baubeginn im Jahr 2018 nannte Hornung nicht. Als Grund der Verzögerungen, die sich nach seiner Rechnung auf ein Jahr summiert haben, führte er hohen Abstimmungsbedarf mit Behörden an. Zudem erinnerte er daran, dass mehrere Mitarbeiter gekündigt hätten.
Erstgespräche mit Eigentümern haben bis jetzt in Weingasse und Grabengasse stattgefunden. Für Turmgasse, Spargasse, Kirchgasse, Schulgasse, Zwingergasse, Badgasse, Untere Marktstraße, Marktplatz, Brunnengasse, Obere Marktstraße und Von-Hessing-Straße stehen sie noch aus.


Stadt will Eigentümern in der Altstadt helfen

Auf Eigentümer von Immobilien in der Altstadt kommen durch die Kanalsanierung und die Neugestaltung der Fußgängerzone erhebliche Kosten zu. Das liegt nicht nur an den Anliegerbeiträgen, die im Zusammenhang mit der Neugestaltung erhoben werden. Es hat auch mit zusätzlichen Kosten in der Folge der Kanalsanierung zu tun. Die macht vielfach nötig, dass die Grundstücksentwässerungsanschlüsse erneuert werden müssen. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtplanung dem Stadtrat jetzt vorgeschlagen, das bereits 1995 festgelegte Sanierungsgebiet Am Mühlbach um die südliche Altstadt zu erweitern. Auf diese Weise können Eigentümer in der Fußgängerzone wenigstens auf Sonderabschreibungen für ihren Aufwand bei den Grundstücksentwässerungsanlagen hoffen.


Zusätzliche Abschreibung

Nützlich sein könne das auch beim Einbau eines Aufzugs oder bei Fassaden- und Dachsanierungen erläuterte die Stadtplanung am Mittwochabend den Räten. "Nicht begünstigt" seien dagegen der Erwerb einer Immobilie, Aus- und Anbauten zur Erweiterung der Nutzfläche oder Luxusausstattungen.
Nach einem Rechenbeispiel der Stadtplanung sind die zusätzlichen Abschreibungsmöglichkeiten durchaus attraktiv. Bei Kosten von 150 000 Euro für ein Sanierungsprojekt betrage die Steuereinsparung in zwölf Jahren bei einem Spitzensteuersatz von 45 Prozent stolze 67 500 Euro und bei einem Steuersatz von 22 Prozent auch noch 33 000 Euro.
Auf einen Vorstoß von Michael Heppes hin, beschloss der Stadtrat nicht einfach nur die Erweiterung des Sanierungsgebiets, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Er fügte sogar noch den Bereich westlich des Kurtheaters bis zur neuen Grenze des Kurgebiets hinzu. Heppes hatte geltend gemacht, Bereiche, die dort aus dem Kurgebiet herausgenommen wurden, sollten bei Sanierungen auch von den Abschreibungsmöglichkeiten profitieren können. OB und Verwaltung hatten zur Vorsicht gemahnt, die mit hohem Arbeitsaufwand verbundene Möglichkeit nicht zu groß anzulegen, damit sie für die Anlieger der Neuen Altstadt noch rechtzeitig kommt. far