Der Hammer liegt schon griffbereit. "Ich hoffe, er fällt in kurzen Abständen", sagt Hans-Joachim Schaufuß. Als öffentlich bestellter und vereidigter Versteigerer wird er am Samstag, 5. März, eine Auktion im Rathaus leiten. Für eine Gemeinde macht Schaufuß das zum ersten Mal, wie er erklärt.

Es ist ein außergewöhnlicher Fall. Auch für Geschäftsleiter Daniel Görke ist es das erste Mal.
Bisher hat die Gemeinde noch nie eine Versteigerung anberaumt, aber als allerletztes Mittel blieb der Kommune offenbar nichts anderes übrig. Die Versteigerung hat eine lange Vorgeschichte und steht am Ende eines langwierigen Verfahrens.

Die Einzelheiten kann Görke in der Öffentlichkeit nicht ausbreiten. Zu den Hintergründen erklärt er nur, dass die Gegenstände aus einer Pfändung stammen. Mit der Versteigerung will die Gemeinde ihr Interesse als Gläubiger zumindest teilweise befriedigen.

Die Auktionsliste zählt mehr als 200 Positionen. Werkzeug, Hausrat und vor allem Uhren führt sie auf. Die Werkzeuge könnten für den einen oder anderen Hobbybastler interessant sein, meint Schaufuß. Er hat sich die Sachen angeschaut und die Mindestgebote festgesetzt. Unter den Uhren sind seiner Einschätzung nach auch einige Sammlerstücke zu finden. Schaufuß denkt vor allem an einige Regulatoren, also Pendelwanduhren.


Besichtigung zu Beginn

Die Versteigerung findet im großen Sitzungssaal im Rathaus statt. Ab 10 Uhr können die Objekte besichtigt werden, um 12 Uhr beginnt die Auktion. Wer mitbieten möchte, muss die Formalitäten beachten: Er muss sich an dem Tag zunächst eine Bieternummer geben lassen und seine Personalien hinterlegen.

Gezahlt wird bar an Ort und Stelle. Wer den Zuschlag bekommt, muss zu seinem Höchstgebot noch ein Aufgeld von 20 Prozent dazurechnen. Er kauft die Sache wie gesehen. "Wir können nicht zusichern, dass sie voll funktionsfähig oder vollständig ist", erklärt Schaufuß. Darauf werde bei der Auktion hingewiesen. Bei der Vorbesichtigung kann sich jeder die Gegenstände aber anschauen.

Die Gemeinde hofft natürlich auf ein großes Publikum, das freudig die Summen in die Höhe steigen lässt, wobei die Einstiegswerte laut Schaufuß günstig angesetzt sind. Die Gemeinde hat bereits einige Antiquitäten- und Trödelhändler aus dem Bereich zwischen Würzburg und Fulda informiert, wie Görke sagt. Sogar aus Kassel wollen einige Händler kommen, weiß Schaufuß, der dort wohnt. Die Auktion wird zudem sicher Neugierige aus der hiesigen Gegend locken. Und an den Erfahrungen dürften auch andere Gemeinden interessiert sein, wie Görke meint.