So wird das neue "s'East" in Schweinfurt

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Hier entsteht die "Good old East Bar". Dunkles Holz, Backsteine und Parkett sollen der Bar eine gediegene Atmosphäre verleihen. Fotos: Anand Anders
Hier entsteht die "Good old East Bar". Dunkles Holz, Backsteine und Parkett sollen der Bar eine gediegene Atmosphäre verleihen. Fotos: Anand Anders
Früher weiß, jetzt dunkel: Hier wird bald wieder getanzt. Foto: Anand Anders
Früher weiß, jetzt dunkel: Hier wird bald wieder getanzt.  Foto: Anand Anders
 

Das alte "Eastside" und "W3" wird seit Monaten umgebaut. Jetzt steht der Eröffnungstermin.

Die Nachricht, dass das W3 doch nicht abgerissen und als neuer Club "s'East" weiter betrieben wird, hat sich im Februar rasend schnell verbreitet. Seitdem wird gemunkelt: Was plant Hausbesitzer Klaus Seyfert genau? Und vor allem: Wann geht es in der Schweinfurter Straße 1 endlich weiter? Jetzt steht der Termin: Ab Donnerstag, 3. November, kann wieder gefeiert werden - und zwar in einem komplett neu gestalteten Laden.


Raumaufteilung 1#googleAds#100x100 bleibt

Im Moment kreischt noch die Kreissäge, Staub wirbelt auf, Folie flattert. Überall wird gewerkelt, vieles ist aber schon geschafft. Klaus Seyfert ist diesmal selbst der Betreiber, das W3 war von einem Pächter geführt worden. Bis auf die Raumaufteilung wird so ziemlich alles neu sein. Jeder Bereich sieht anders aus, jede Zielgruppe will bedient sein. "Erlebnisgastronomie", nennt es Seyfert.


Eigener Eingang für die Bar

In der "Good old East Bar" sollen sich alle wohlfühlen, für die das W3 eigentlich immer das alte "Eastside" geblieben ist. Dunkles Holz, Backsteinwände, viele Sorten Gin auf der Karte - das hier ist der gediegene Teil des "s'East". DJ und Tanzfläche gibt es in der Bar aber trotzdem. In die Bar kommt man als Stammgast künftig übrigens durch einen eigenen Seiteneingang, per elektronischer Chipkarte.
Nebenan, wo die große Tanzfläche war und auch weiter sein wird, sieht es jetzt aus wie unter Tage. Künstlicher Fels an den Wänden, über den zwei Bars werden Grubenlampen hängen, eine echte Kohlenlore kommt auch noch. Ziemlich genau das Gegenteil zum weißen W3.


Industrie-Look

Über der Tanzfläche hat Seyfert eine komplett neue LED-Lichtanlage installiert. Nebenan, wo es rausgeht zum Raucherbereich, gibt es jetzt eine neue Bar und vor allem Fenster. Ein altes Sachs-Motorrad zur Dekoration und Spinde geben dem Raum eine raue Industrie-Atmosphäre.
Bunter sieht dafür die "Florida Bar" aus. Sie grenzt an den großen Außenbereich, der sich jetzt viel offener anfühlt, weil Seyfert den hohen Bretterzaun weggerissen hat. Hier geht es eher um Sommer, Palmen, Strandgefühl. Im Sommer kostet der Garten dann auch keinen Eintritt. An einer kleinen Holzbude wird es Essen geben, außerdem lässt Seyfert gerade einen alten amerikanischen Airstream-Wohnwagen zum Foodtruck umbauen. Außerdem sind die Toiletten komplett neu.


Erst ab 18 Jahre

Mitgefeiert werden darf künftig erst ab 18 Jahren. Das rechtliche Risiko sei sonst einfach zu groß, so Seyfert. Er investiert eine gute halbe Million Euro in den Umbau. "Am Anfang hab' ich gedacht, ich streich nur ein bisschen und gut is", erzählt Seyfert. Aber dann hat er sich doch für die große Lösung entschieden.
Im Alltag wird eine Geschäftsführerin den Laden führen, denn der gebürtige Schweinfurter Seyfert lebt in Österreich. In Maria Alm hat er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Jürgen ein Hüttendorf mit mittlerweile 23 Häusern aufgebaut. Dort verdient er auch "sein Geld".


Früher hier als DJ

Mit der Immobilie am Sennfelder Bahnhof verbindet ihn eine lange Geschichte. "Hier habe ich selbst getanzt, hier war ich DJ", erzählt der 51-Jährige. Ab 1997 betrieb der das Ex-"Eastside" dann zusammen mit dem Bruder als "s'Wohnzimmer" selbst.
Ab dem Jahr 2004 wurde der Laden verpachtet und als "Eastside" neu eröffnet. Mit den Pächtern gab es Ärger, es ging unter anderem um Pachthöhen und Mängel am Gebäude. Ab 2009 ging es dann mit neuem Pächter und als "W3" weiter. Das alles hat aber nichts daran geändert, dass der Schweinfurter umgangssprachlich immer ins "East" gegangen ist.
Der Plan, das Haus abzureißen und dafür Wohnungen zu bauen, liegt damit erst mal auf Eis. "So lange die Kuh Milch gibt, wird sie gemolken, sagt man in Österreich", meint Seyfert. Bauanträge hätten ohnehin noch ein bis zwei Jahre gebraucht, ein so langer Leerstand sei keine gute Idee gewesen. Außerdem sei die Immobilie für Gastronomie eine der besten in Schweinfurt - auch wenn sie offiziell schon auf Sennfelder Gemarkung liegt. Wo sonst könne manschließlich noch bis spät in die Nacht auch draußen noch Musik spielen?