Kurzfristig wird eine Spendenaktion der Oberthulbaer Eyrich-Halbig Holzbau GmbH nicht gegen den weltweit grassierenden Holzmangel helfen. Aber die Förderung setzte ein Signal. Das Holzbau-Unternehmen übernahm die Kosten für die Pflanzung von 500 Weißtannen im Oberthulbaer Forst. Mit den jungen Bäumen soll der von Trockenheit und Stürmen gelichtete Wald fitter für die Zukunft werden.

In ungefähr 75 Jahren zahlt sich das Sponsoring besonders für die regionale Wirtschaft aus. Etwa ab dann können die Bäume als Baustoff geschlagen werden. Zwar kann über eine so lange Zeit niemand sagen, ob es Eyrich-Halbig Holzbau dann noch gibt. Klar ist dagegen heute schon, dass nachfolgende Generationen durch den Einsatz für die Natur profitieren.

Weniger Angriffsfläche für den Wind

Bei einem Pflanz-Termin im Wald verdeutlichte Revierleiter Christoph Uffelmann von der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale die Bedeutung des Sponsorings. Zusammen mit zwei Forstleuten ließ er sich bei der Arbeit über die Schultern schauen. "Durch die heranwachsenden Bäume bekommt der Wind weniger Angriffsfläche", erklärte der Experte den Nutzen für den Wald.

Ziel sei es zudem, anfällige Fichten-Monokulturen mit zusätzlichen Sorten stabiler zu machen. Neben der Weißtanne helfen dabei auch zusätzliche Lärchen, Buchen und Eichen. Insgesamt habe die Forstbetriebsgemeinschaft in den Wäldern von Wartmannsroth und Oberthulba in den vergangenen Wochen mit Gemeindemitteln 15 000 Setzlinge ausgebracht. Eine private Unterstützung sei alleine angesichts der Beschaffungskosten von rund 15 000 Euro sehr willkommen, so der Revierleiter.

Firmenchef Michael Eyrich-Halbig legte selbst kurz Hand an, um sein Interesse an dem Projekt zu untermauern. "Das ist ja Schwerstarbeit", bescheinigte er den Forstarbeitern, nachdem er selbst unter fachkundiger Anleitung zum Rundspaten gegriffen hatte. In einem Raster von zwei auf zwei Metern mussten tiefe Löcher ausgehoben werden, um die Weißtannen einzusetzen. Viel Kraft brauchte es, wenn das Arbeitsgerät beim Graben auf Steine traf.

Weitere Unterstützung angekündigt

In den kommenden Jahren will Eyrich-Halbig Holzbau die Forstbetriebsgemeinschaft weiter unterstützen, kündigt ihr Chef an. Könnte der Baustoff für Holzhäuser künftig also wieder direkt aus der Region kommen?

Diese Hoffnung dämpft Michael Eyrich-Halbig. Denn die Zentralisierung auf dem Holzmarkt schreite voran. Es gibt immer weniger Sägewerke. In der hiesigen Region haben in den vergangenen Jahren fast alle dicht gemacht. Die Oberthulbaer Firma produziert selbst seit 2008 keine Balken, Bretter und Latten mehr. Es bezieht seine Bauelemente aus zertifiziertem Holz vorwiegend von einem Werk im Raum Ulm.

Sorgenfalten beschert dem Firmenchef die aktuelle Situation auf dem Weltmarkt. Die Auftragslage für seine 35 Beschäftigten vom Architekten bis zum Zimmermann sei zwar gut. Das Interesse an Häusern aus Naturbaustoffen ist offenbar groß. Aber die starke Nachfrage nach Bauholz in den USA und in China führt wegen der starken Exporte auch aus Deutschland inzwischen zu Lieferengpässen.

Der Markt ist leergefegt

"Es ist fast nichts mehr zu bekommen", beschreibt Michael Eyrich-Halbig die Lage. Geliefert werde das Holz in Kontingenten, die sich an der Vorjahresmenge orientiert. 15 bis 20 Holzhäuser fertigt die Firma Eyrich-Halbig nach ihren Angaben jährlich in den Oberthulbaer Produktionshallen vor, um sie dann in einem Umkreis von 50 bis 60 Kilometern aufzustellen.

Doch nun drohen längere Lieferzeiten und den Mitarbeitern bei fortgesetztem Materialmangel Kurzarbeit. Zudem steigen die Preise für die Häuser deutlich. Wohlweislich hatte das Unternehmen 2020 noch eine weitere Lagerhalle errichtet, um Reserven anzulegen. Doch die bleiben mangels Nachschub aktuell ungenutzt. Wolfgang Dünnebier