Die Ankündigung einer FFP2-Maskenpflicht in Bayern war übers Knie gebrochen. Und es ist eine weitere Regel, die an den Menschen hängen bleibt. Das hätte besser laufen können.

Von nun auf gleich, ohne Vorwarnung, kam die Pflicht. Und damit die Fragen: Wo gibt es die Masken? Lassen sie sich sie wiederverwenden? Und: Schützt FFP2 wirklich besser? Hätte es schon vorher eine Empfehlung für das Tragen der Masken gegeben, hätten sich diese Fragen vorab ohne Hast klären lassen.

Warum gab es keine Vorwarnung für die Verkaufsstellen?

Unüberlegt war auch, den Apotheken und dem Einzelhandel nicht ein paar Tage im Voraus Bescheid zu geben. Sie hätten sich besser auf den Andrang einstellen können. Eine kurze Vorankündigung hätte ihnen die Hektik und der Staatsregierung viel Groll von Bürgern und Handel erspart. Denn an sich gibt es genügend FFP2-Masken, sie brauchen nur ein bis zwei Tage, um nachgeliefert zu werden. Dass die Verkaufsstellen davon zufällig im Radio erfahren, ist für die Bayerische Staatsregierung ein Armutszeugnis.

Markus Söder hatte Glück, oder sich möglicherweise darauf verlassen: Wegen der Aktion des Gesundheitsministeriums, FFP2-Masken für Risikogruppen bereit zu stellen, hatten die Apotheken genügend davon vorrätig - wobei diese Masken eigentlich anders verplant waren. Das Problem, - für die Aktion des Gesundheitsministeriums und gleichzeitig für die Aktion der Bayerischen Staatsregierung genügend Masken bereitzuhalten - das hatten die Apotheken.

Einen Bericht mit Hintergründen zum Thema FFP2-Masken lesen Sie hier.

Ein großes Problem für Geringverdienende

Ebenfalls unüberlegt ist, dass sich augenscheinlich niemand der Entscheidungstragenden in die Familien mit geringem Einkommen hinein versetzte. Fünf Masken für fünf Familienmitglieder kosten insgesamt rund 60 Euro. Später nahm Söder wenigstens Kinder unter 15 Jahren aus der Regelung heraus und verkündete, 2,5 Millionen FFP2-Masken an Bedürftige auszugeben. Lässt nur hoffen, dass sie dafür nicht erst einen dreiseitigen Antrag mit Belegen ausfüllen müssen.

Fest steht: Gerade billig sind die Masken nicht. Ob es Symbolpolitik war, bleibt aber abzuwarten. Denn: An sich schützen FFP2-Masken besser, als der selbstgenähte Mund-Nasen-Schutz. Jedoch ist zu befürchten, dass der Schutz von FFP2-Masken wegen des Aufwandes beim Desinfizieren und der hohen Preise abgeschwächt wird. Eines ist zumindest gewährleistet: Es ist schwieriger, die Masken unter der Nase zu tragen.

e.muetzel@infranken.de