Vier Straßenwetterstationen im Landkreis erfassen Daten über die Witterung. Sie sind Teil des neuen Winterdienst-Managementsystems bei der Autobahndirektion Nordbayern.
und Norbert Vollmann Neue Straßenwetterstationen in Franken werden künftig nicht nur Daten über die Witterung erfassen, sondern auch als Teil des "Winterdienstmanagementsystems" insbesondere die Arbeit der Winterdienste unterstützen. Vier von 13 dieser Anlagen in der Region Main-Rhön befinden sich künftig im Landkreis Bad Kissingen, zwei davon im Altlandkreis Bad Brückenau.
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Was die neuen Stationen an Wetterdaten sammeln, geht ein in das Bayerische Winterdienstmanagementsystem. Federführend ist dabei die Zentralstelle für den Straßenbetriebsdienst an der Autobahndirektion Nordbayern. Das System werden allerdings zunächst nur die Winterdienste nutzen können. Vor wenigen Tagen hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Startschuss für die Pilotphase des Winterdienstmanagementsystems Bayern (WDMS-BY) gegeben.
"Glättemeldeanlagen", so hießen die "Wetterfühler" etwa an Autobahnbrücken bislang. Warum der Name der neuen Generation jetzt Straßenwetterstationen lautet, erschließt sich sehr schnell, wenn Ursula Birg, stellvertretende Pressesprecherin der Autobahndirektion Nordbayern in Nürnberg beschreibt, was die neuen Anlagen können.
Gezieltes Streuen durch Sensoren
Sensoren erfassen Umweltdaten.
So misst etwa ein im Asphalt eingebauter Bodensensor die Fahrbahnoberflächentemperatur in fünf Zentimetern Tiefe. Stehen die Anlagen nicht an Brücken, können zudem Sensoren in 30 Zentimetern Tiefe eingesetzt werden. Der Bodensensor erfasst außerdem Wasserfilmdicke und Fahrbahnzustand. Selbst der Salzgehalt könne mit dem neuen System gemessen werden, so Rüdiger Köhler vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt.
Der so mögliche gezieltere Einsatz von Streusalz trägt wiederum zu mehr Sicherheit bei und hilft zugleich Kosten zu sparen.
Aber nicht nur auf dem Boden strecken die neuen Anlagen ihre Fühler aus: Lufttemperatur, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Luftdruck, Niederschlagsart und die Niederschlagsintensität gehören ebenso zu den erfassten Daten.
Zudem liefert eine Kamera mit einem Infrarotscheinwerfer alle zehn Minuten ein Bild.
Die Daten werden im Steuerschrank der Anlage verarbeitet und über Mobilfunk an einen Rechner der Autobahndirektion gesandt. Eine Visualisierungssoftware hilft, die ermittelten Messwerte und Signale optisch auf dem Computer darzustellen. Außerdem werden diese Daten zum Deutschen Wetterdienst (DWD) weitergeleitet, wo sie in die Wetterprognose für die nächsten 18 Stunden Eingang finden.
30 000 Euro pro Station
Alle
Daten laufen im Winterdienstmanagementsystem zusammen. Hier haben Winterdiensteinsatzleiter nun erstmalig die Möglichkeit, sich eine ganze Reihe von Daten in einem System und auf einer Oberfläche anzeigen zu lassen: die aktuellen und prognostizierten Daten der Glättemeldeanlage, die aktuellen Kamerabilder an den Standorten, das Wetterradar und die Niederschlagsentwicklung der nächsten 18 Stunden.
Durch die Überlagerung aller Daten sei es nun außerdem möglich, auch auf die jeweilige Straße bezogene Streckenprognosen zu erstellen, so Ursula Birg. Auf rund 30 000 Euro beziffert Autobahndirektion-Pressesprecherin Edith Kolarik die Kosten pro Station.
Erfahrung bleibt wichtig
Mehr Daten bieten bessere Vorhersagen und damit können auch die Einsätze genauer geplant werden, lobt auch Manfred Rott vom
Staatlichen Bauamt die neue Technik. Dennoch ist er sich sicher, dass man auch in Zukunft nicht auf Hinweise, etwa von Nachbar-Straßenmeistereien, oder auf die Erfahrung der Streckenkontrollen verzichten könne. So sehen es auch die Straßenmeistereien selbst. Sie betrachten die neue Generation von Anlagen als wertvolle Hilfe. Bei aller Technik spiele aber dennoch das Gefühl für die Witterung beim Winterdienst weiter eine Rolle.
Sukzessive werden die neuen Stationen jetzt ans Netz gehen, so Rüdiger Köhler vom Staatlichen Bauamt.
Die Standorte auf einen Blick
Das sind die Standorte der 13 Straßenwetterstationen:
Im Bereich der Straßenmeisterei Hammelburg: B27 (Buchrasen), B286 (Poppenroth), B287 (Gewerbepark Oerlenbach), St2289 (Oberbacher Brücke).
Straßenmeisterei
Schweinfurt: B286 (Hahnenhügelbrücke), St2272 (Gerolzhofen in Richtung Wiebelsberg), St2274 (Michelau-Sudrach in Richtung Geusfeld), St2266 (Löffelsterz), St2280 (Oberlauringen).
Straßenmeisterei Zeil am Main: B303 (Weisachtalbrücke und Riedbachbrücke).
Straßenmeisterei Rödelmaier: B279 (Sulzdorf a.d. Lederhecke), St2287 (Schwarzes Moor).
Alois Wohlfahrt und Norbert Vollmann