Seit genau zehn Jahren gibt es "Unser Lädle", den Dorfladen im Ortszentrum von Gräfendorf. Er befindet sich im ehemaligen Kaufhaus Gerlach, in dem dann zunächst der Schlecker eine Filiale hatte. Heute ist der Laden ein Erfolgsmodell im ländlichen Raum. Der Dorfladen, der erste im Landkreis Main-Spessart, diente mehrfach als Vorbild für Dorfläden in weiteren Orten. Die Säulen sind die engagierten Mitarbeiterinnen, die ehrenamtlichen Helfer und die regionalen Produkte. Bis 2025 soll in den geplanten "Saaletaler Höfen" in Gräfendorf ein neuer, größerer Dorfladen mit 250 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen.

"Mit viel ehrenamtlichem Engagement des Beirates und vielen hilfswilligen Gemeindebürgern wurde der Dorfladen eingerichtet und wird seit zehn Jahren erfolgreich geführt", berichtet Geschäftsführerin Hildegard Müller über die Anfänge. "Ein Rückgrat bilden die freundlichen und fleißigen sechs Verkäuferinnen und die fünf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen beim Einsortieren und Lagern der Ware", lobt die Marktleiterin Pia Strohmenger. Die Ware stammt von der Firma "igros" und von privaten Anbietern der Region.

Regionale Produkte

Der Dorfladen bietet eine gut sortierte Auswahl der Grundversorgung. Ein besonderes Erfolgsmodell bilden jedoch die regionalen Produkte wie Eier, Nudeln, Honig, Fleisch, Forellen, Wurst und Käse, Saft, Getränke, Obst und Gemüse. "Eine feine Auswahl an Bioprodukten wird auch angeboten", sagt die Geschäftsleiterin. Sehr gut angenommen wird die heiße Theke mit wechselnden Angeboten für eine Brotzeit. "Hier bekommt jedes Kind noch sein Stück Gelbwurst, so wie früher beim Metzger auch", ergänzt Marktleiterin Pia Strohmenger. Jahreszeitliche Angebote wie Pflanzen, Blumen, Bastelarbeiten runden das Angebot ab.

Als besonderen Service bietet der Dorfladen die Möglichkeit der Geldauszahlung mit der Bankkarte, eine Kleider-Reinigung und einen Paketdienst. Besondere Aktionen wie der Schwartenmagen zu Sebastian, die Pizza mit Rose zum Valentinstag, der Malwettbewerb der Kinder zu Weihnachten und Ostern, das Oktoberfest oder die Plätzchenaktion im Advent kommen hinzu. Die Kunden kommen aus dem Ort, dem nahen Umland, aber auch aus dem benachbarten Landkreis Bad Kissingen. Dazu kommen noch viele Durchreisende, die ihre Brotzeit auf dem Weg zur Arbeit holen oder Urlauber, die einen Zwischenstopp einlegen und regionale Spezialitäten einkaufen.

Für eine Pause wird der kleine Biergarten an der Ecke oder das Kaffee-Eck im Dorfladen genutzt - vorausgesetzt die Corona-Regeln erlauben das.

Kleines Gastronomieangebot

Bis zum Ende des Jahres 2025 soll der Dorfladen umziehen, gleich nebenan in den "Saaletaler Höfen" wird dann der neue entstehen und dann die Produkte auf einer erweiterten Fläche anbieten, stellte Bürgermeister Johannes Wagenpfahl die neuesten Planungen vor.

Entstehen wird auch ein kleines Gastronomieangebot mit Kaffee und Getränken im Außenbereich. Für die Arztbesucher im benachbarten neuen Ärztehaus bietet sich dann nebenan die Gelegenheit, nach dem Arztbesuch gleich den Einkauf zu erledigen, ehe man wieder ins Auto einsteigt und gut versorgt nach Hause fährt.

Geschichte

Am 1. Februar 2012 wurde der Dorfladen "Unser Lädle" auf 200 Quadratmetern feierlich eröffnet. Der damalige Bürgermeister Alfred Frank hatte das Projekt tatkräftig unterstützt. Mit Interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern wurde der beste Standort erkundet und eine UG gegründet, in der die Bürger sich beteiligen konnten. Diese 181 Beteiligungen bildeten das Startkapital für den Dorfladen. Wolfgang Schelbert