"Das ist ein Leben wie Gott in Frankreich." Dessen waren sich die Bischofsheimer wie auch die Freunde aus Manduel sicher. Seit 14 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der Stadt Bischofsheim und der südfranzösischen Gemeinde Manduel. Viele gegenseitige Besuche gab es in den Jahren, und es hat sich eingebürgert, dass einmal die Franzosen nach Deutschland kommen und einmal die Rhöner nach Frankreich fahren.

In diesem Jahr nun stand der Besuch der Bischofsheimer in Südfrankreich an. Eingeladen hatte das Mandueler Komitee zur "Fête votive", dem alljährlichen Stadtfest, das Ende August gefeiert wird. Über 30 Bischofsheimer und Freunde aus umliegenden Gemeinden nahmen die Einladung an. Mit einem Reisebus beziehungsweise dem Privat-Pkw machten sie sich auf den Weg. Zwei Teilnehmer, Rolf Ehmig und Stephan Zimmermann, waren allerdings schon eine Woche eher aufgebrochen, um die 1100 Kilometer per Rad zurückzulegen. Pünktlich kamen sie zu Ankunft und Begrüßung der weiteren Bischofsheimer in Manduel an.

Regionale Spezialitäten

Den Besuchern aus der Rhön wurde ein Empfang mit regionalen Spezialitäten geboten. Die großartige Gastfreundschaft wurde gleich am ersten Abend zelebriert. Jean Louis Mouret, der Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees und seine Frau Micheline sowie Manduels Bürgermeister Jean Jacques Granat begrüßten die Deutschen Gäste, allen voran Gerhard Nägler, den Präsident des Komitees für Europäische Kontakte (KeK) und Udo Baumann, der vor 14 Jahren, in seiner damaligen Funktion als Bischofsheims Bürgermeister, diese Partnerschaft ins Leben rief. Mit dabei war auch Hermann Schenk, der Ehrenpräsident des KeK.

Große Wiedersehensfreude herrschte auf beiden Seiten. Da die Unterbringung sowohl in Bischofsheim wie auch bei Besuchen in Manduel in Gastfamilien stattfindet, wurden alte Bekanntschaften vertieft und neue Freundschaften geschlossen.

Französische Lebensart

Manduels Bürgermeister Jean Jacques Granat freute sich über die 14 Jahre Partnerschaft und betonte, dass er dieses Miteinander gerne fortsetzen möchte. So wurden Gastgeschenke ausgetauscht und Gerhard Nägler bekam das diesjährige offizielle T-Shirt der "Fête votive" überreicht. "Wir müssen uns bedanken", sagte er. "Wir sind doppelt beschenkt."

Nach dem offiziellen Teil war französische Lebensart mit Wein, Käse, Tanz und Musik angesagt. Das große Feuerwerk zu Eröffnung der "Fête votive" beendete diesen ersten Abend. Ein umfangreiches und informatives Programm gab es in den folgenden Tagen, an dem die Bischofsheimer und ihre Gastgeber teilnahmen. So ging es nach Avignon mit Stadtführung und Besichtigung des Papstpalastes, natürlich durfte die berühmte Brücke nicht fehlen. Nach einer Schlossbesichtigung in Tarascon wartete im romantisch gelegenen Weingut Château de Campuget ein beschwingter Abend auf die Gäste.

Nach der Besichtigung einer historischen Ölmühle in Bellegarde, der Nachbargemeinde von Manduel und einer Olivenplantage, begrüßte der dortige Bürgermeister die Gäste aus der Rhön. Die Salinen von Aigues Mortes waren ein weiterer Höhepunkt der Reise.

Mit einem kleinen Zug ging es durch die Salzgärten, und die Urlauber erfuhren, wie das Camargue-Salz entsteht und warum das Wasser vor der Ernte rosa ist.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Traditionen und begann mit einer provenzalischen Messe, Pferdesegnung und unterschiedlichen "Stierspielen". Dann hieß es Abschied nehmen. "Wir haben viel gesehen und viel erlebt", sagte Gerhard Nägler. "Die Partnerschaft lebt, sie funktioniert. Wir haben uns so wohl gefühlt", betonte er mehrfach und hofft, dass es sich auch weiterhin so gut entwickelt. Bisher konnten durch jede Reise und Begegnung neue Freude und auch Vereinsmitglieder gewonnen werden. Pläne für die künftigen Jahre haben beide Komitees schon ansatzweise besprochen. So entstand schon vor zwei Jahren auf der gemeinsame Reise nach Straßburg die Idee, die jeweiligen Hauptstädte Berlin und Paris gemeinsam zu besuchen. Und so konnte Nägler sich den Worten des Mandueler Bürgermeisters nur anschließen: "Wir verlieren uns nicht! Ein Wiedersehen ist gewiss."