Auch Berliner Clubbesucher lieben sie: Die Bionade ist ein Kultgetränk, das über Grenzen hinaus bekannt ist - ein Verkaufsschlager aus der Rhön. Die Sorte Holunder ist besonders beliebt. Der biologische Anbau der Pflanze erfolgt ebenfalls in der Rhön.

Vorsprung regionaler Entwicklung

Im Jahr 2004 führte eine "geringe vierstellige Investition in ein betriebswirtschaftliches Gutachten eines Landwirtes aus Ostheim dazu, dass Bionade einen Vertrag mit ihm abschloss", beschreibt Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön.

Die Investition in das Gutachten stammte aus dem Budget der Verwaltungsstelle. Die Zusammenarbeit zwischen den regional ansässigen Betrieben war damit besiegelt, und die Erfolgsgeschichte läuft bis heute weiter. "Das ist nur ein Beispiel dafür, wie initial das Biosphärenreservat an der regionalen Entwicklung beteiligt ist", sagt Geier.

Erweiterung in Bayern

Denn: Die Frage nach dem Wert des Biosphärenreservates Rhön stellte sich nicht nur anliegende Gemeinden immer wieder. Die Förderungen seien meist nur Anstöße für regionale Projekte.

Ein großer Schritt in den vergangenen 30 Jahren folgte im Jahr 2014. Damals erweiterte sich auf bayerischer Seite das Biosphärenreservat um 22 Gemeinden.

Im Landkreis Bad Kissingen betrifft das die Gemeinden Aura, Bad Bocklet, Oberthulba, Schondra, Wartmannsroth und Zeitlofs sowie Teile von Bad Kissingen, Elfershausen, Euerdorf, Fuchsstadt, Hammelburg und Nüdlingen.

Bildungszentrum in Bad Kissingen

Dadurch wurde auch das Naturerlebniszentrum mit den Standorten Bad Kissingen und Hammelburg möglich. Seit drei Jahren steht fest: Für rund acht Millionen Euro soll ein Bildungszentrum am Klaushof gebaut werden. "Im kommenden Quartal ist die nächste Sitzung der projektbegleitenden Arbeitsgruppen geplant, da geht es dann konkret um den Kostenplan", sagt Geier zum aktuellen Stand.

In den Jubiläumsmonaten in diesem Jahr ist ein breites Spektrum an Veranstaltungen, Exkursionen, Märkte mit regionalen Produkten und Bildungsangeboten geplant. Sie sind auf der Homepage des Biosphärenreservates Rhön zu finden.

Länderübergreifend

Nicht nur in Bayern selbst mit zwei involvierten Landkreisen, sondern auch länderübergreifend ist das Biosphärenreservat wichtig: "Der Grundgedanke eines Biosphärenreservates ist die Zonierung der Region", erläutert die thüringische Verwaltungsleiterin Ulrike Schade. "Das Reservat beschränkt sich aber nicht auf die Natur alleine, sondern vor allem auf das Zusammenspiel zwischen Natur und Mensch", sagt Schade.

Ein weiterer Schwerpunkt des Reservates ist die regionale Wertschöpfung.

In der Dachmarke Rhön werden regionale Produkte unter sozialen Aspekten gefördert, mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. Sie unterstützt Rhöner Betriebe bei der Vermarktung von nachhaltig hergestellten und zugleich "qualitativ hochwertigen Produkten".

Rotes und Schwarzes Moor

Für die kommenden Jahre sehen die Verwaltungsleiter vor allem ein Problem. Der Klimawandel wirkt sich auf Tierarten und Landschaft aus. Da bereiten die regionalen Feuchtgebiete wie das Rote und Schwarze Moor sowie die vielen Quellen große Sorgen.

Verschiedene Forschungsprojekte erfassen hier den Zustand der Tier- und Pflanzenwelt und erarbeiten Handlungsempfehlungen.

Was umfasst ein Biosphärenreservat?

Aufgaben: Es fördert nachhaltige Wirtschaftsformen, Naturschutz, Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ebenso wie internationale Kooperation.

Zonierung: Ein Biosphärenreservat ist in Zonen unterteilt, in denen unterschiedliche Regeln gelten. Es muss für einen besonderen Naturraum repräsentativ sein - noch wichtiger sind aber die Menschen im Gebiet und ihre möglichst naturschonenden Lebens- und Wirtschaftsformen. Nur drei Prozent der Landschaft ist Kernzone, das heißt, unberührt von menschlicher Einwirkung. 22 Prozent der Fläche sind Pflegezone. In diesen Bereichen ist eine umsichtige Nutzung, zum Beispiel durch ökologische Landwirtschaft, möglich. Rund 75 Prozent des Reservates gilt als Entwicklungszone. Hier können Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie unter den üblichen gesetzlichen Auflagen wirtschaften.

Quelle: www.biosphaerenreservat-rhoen.de

16 UNESCO-Biosphärenreservate gibt es derzeit in Deutschland.

50 Prozent des Biosphärenreservates Rhön liegt in Bayern.