Badesee wird noch sauberer

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Sulzfelds Bürgermeister Jürgen Heusinger ist zufrieden mit dem "Boden-ständig-Programm", das für weniger Bodenerosion sorgen soll. Im Frühjahr wurde beim Katzensteinsee ein Becken (siehe Foto) angelegt, in dem sich eingeschwemmte Erde absetzen soll. Foto: Michael Petzold
Sulzfelds Bürgermeister Jürgen Heusinger ist zufrieden mit dem "Boden-ständig-Programm", das für weniger Bodenerosion sorgen soll. Im Frühjahr wurde beim Katzensteinsee ein Becken (siehe Foto) angelegt, in dem sich eingeschwemmte Erde absetzen soll. Foto: Michael Petzold

Mit verschiedenen Maßnahmen soll sich die Qualität des Gewässers noch weiter verbessern.

Bei einem großen Test wurde dem Badesee in Sulzfeld eine "gute" Wasserqualität bescheinigt. Dass es aber noch besser geht, zeigen andere Badegewässer in der näheren oder weiteren Umgebung, die alle das Qualitätsurteil "ausgezeichnet" erhielten. Mit dem Programm "Boden:ständig" des bayerischen Landwirtschaftsministerium soll es jetzt gelingen, die Qualität des Badesees noch zu steigern.
Der Klimawandel bringt es mit sich, dass wolkenbruchartige Regenfälle immer häufiger werden. Oft fallen die Niederschläge so heftig aus, dass Erdreich von den Äckern in Gräben und Flüsse geschwemmt. Vor allem dann, wenn Felder bis unmittelbar an die Ufer bewirtschaftet werden. Zwischen 150 und 200 Hektar Ackerland liegen im Einzugsgebiet des Badesees, weiß Bürgermeister Jürgen Heusinger, der Matthias Klöffel von Agrokraft dafür dankbar ist, dass der ihn auf das "Boden:ständig"-Programm aufmerksam gemacht hat.
Entsprechend groß ist natürlich die Gefahr, dass wertvoller Ackerboden eingeschwemmt wird und die Wasserqualität beeinträchtigt. Das "Boden:ständig-Programm" beinhaltet, Uferstreifen in einer Breite von fünf bis 30 Metern freizuhalten von jeglicher Bebauung, um Flächen zur Versickerung zu schaffen.


Entschädigung durch Programm

Etwa zehn Landwirte haben sich in Sulzfeld bereit erklärt, bei dem Programm mitzumachen. Wobei das nicht zu ihrem Nachteil ist, werden sie doch vom Ministerium über das so genannte Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) mit Ausgleichszahlungen entschädigt.
Zusätzlich ließ die Gemeinde im Frühjahr in unmittelbarer Nähe des Katzensteinsees eine Grube ausheben, die jetzt als Absetzbecken für einen Entwässerungsgraben dient. Von dort wird das Wasser über einen Überlauf in den Katzensteinsee geleitet, wo sich Schwebstoffe absetzen können. Erst von hier aus wird das Wasser im Graben Richtung Badesse geführt.


Gewässerentwicklungskonzept

Auch bei der Sitzung der Lenkungsgruppe der Grabfeldallianz war das "Boden:ständig"-Programm Thema. Großeibstadts Bürgermeister Emil Sebald machte aber deutlich, dass die Beteiligung an solch einem Programm nur dann Sinn mache, wenn auch alle Anliegergemeinden an einem Bach mitmachen würden.
Deshalb schlug Großbardorfs Bürgermeister Josef Demar vor, zunächst mit Hilfe des Wasserwirtschaftsamtes ein Gewässerentwicklungskonzept zu erstellen. Auf dieser Basis würde es dann für Gemeinden Sinn machen, sich mit den Bächen und Gräben in ihrem Bereich zu beschäftigen. Das gilt für Kommunen für Gewässer der 3. Ordnung, also relativ kleine Flüsse und Bäche. Wobei Demar die Ansicht vertritt, dass auf die Kommunen eh in absehbarer Zeit die Verpflichtung zukomme, tätig zu werden. Deshalb sei es ratsam, jetzt schon aktiv zu werden, um noch Förderprogramme nutzen zu können.
Hinsichtlich des vor zwei Jahren angelaufenen Programms machte Sebald aber darauf aufmerksam, dass in anderen Bundesländern freie Uferzonen von Bächen und Flüssen schon lange gang und gäbe seien. Bayern hinke in dieser Sache hinterher und versuche jetzt Anschluss zu finden. Michael Petzold