Wegen pandemiebedingten Verzichts auf eine Bürgerversammlung in Steinach hatte die Verwaltung der Marktgemeinde Bad Bocklet den vom Architekturbüro Stefan Richter (Bad Brückenau) gelieferten Vorentwurf für den geplanten Neubau eines Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses mit Erläuterungen auf ihrer Homepage online zur öffentlichen Diskussion gestellt und die Einwohner zur Meinungsäußerung aufgefordert. Die insgesamt zwölf Eingaben, darunter auch eine längere Wunschliste des Steinacher Heimatvereins, wurden in der vergangenen Gemeinderatssitzung nach der bei Bebauungsplänen üblichen Vorgehensweise jeweils einzeln beraten und darüber entschieden.

Neben Änderungsvorschlägen zu Einzelheiten wurden auch Maximalforderungen gestellt, die vom völligen Verzicht des Dorfgemeinschaftshauses über die bauliche Trennung von Feuerwehr und Dorfgemeinschaftshaus bis zur professionellen Küchenausstattung reichten. Diese Extremforderungen wurden von Verwaltung und Gemeinderat grundsätzlich abgelehnt. "Die Notwendigkeit der Baumaßnahme ist aufgrund vielfacher Faktoren gegeben", wurde der Verzicht erwartungsgemäß abgelehnt. Die bauliche Einbindung einer Nutzungsfläche für die Dorfgemeinschaft in den zur Beschaffung des neuen Löschfahrzeugs LF10 notwendigen Neubau für die Feuerwehr am Standort des alten Feuerwehrhauses war seinerzeit nach Prüfung anderer Alternativen vom Ratsgremium als einzig sinnvolle Lösung beschlossen worden.

Über Größe und Ausstattung der Küche gibt es noch keinen endgültigen Beschluss. Fest steht allerdings, dass schon aus Gründen hochgesteckter gesetzlicher Vorgaben keinesfalls an eine Großküche für professionelle Gastronomie gedacht ist, sondern lediglich an eine begrenzte Nutzung durch Vereine und private Feiern. "Die Geräte müssen deshalb von normalen Menschen bedient werden können, nicht nur von Profis", erklärte Geschäftsleiter Thomas Beck. Deshalb will man sich an der Küche im neuen Großenbracher Dorfgemeinschaftshaus orientieren. Auch bei der jetzt geplanten Größe (39 Quadratmeter) mit Lager (13 Quadratmeter) gleicht sie diesem Vorbild. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung, jetzt mit einem Küchenplaner die Detailplanung zu beginnen. Beck: "Hierbei müssen schon im Vorfeld alle Vorgaben des Gaststätten- und des Baurechts beachtet werden."

Im thematischen Zusammenhang setzte eine längere Diskussion über die künftige Betreiberform ein, denn davon wäre letztlich auch die Ausstattung der Küche betroffen: Soll die Gemeinde wie bei der Henneberghalle der Betreiber des neuen Dorfgemeinschaftshauses sein, bei der Vereine und Privatpersonen dann Festsaal und Festplatz anmieten, oder übernimmt ein Verein oder eine Vereinsgemeinschaft den Betrieb in alleiniger finanzieller Verantwortung? Letzteres ist momentan unwahrscheinlich, wie Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) anmerkte: "Derzeit drängt sich uns niemand auf."

Die Vergrößerung des Festsaals auf 200 Personen statt auf maximal 120 sowie der Einbau einer Bühne wurde vom Gemeinderat mit der Begründung abgelehnt, dass für größere Feiern die Henneberghalle mit entsprechender Pkw-Stellplatzzahl zur Verfügung steht. Auch der Wunsch nach baulicher Vergrößerung des Festplatzes wurde negativ beschieden. Um den Platz optimal ausnutzen zu können, sollen nach Beschluss des Gemeinderats zudem weder Bühne noch Spielgeräte für Kinder fest installiert werden, sondern jeweils nach Bedarf mobil eingesetzt werden. Gleiches gilt für die Bestuhlung, auch um Lagerkapazität zu sparen.

Kleinere Planänderungen wie die Möglichkeit einer Andienung mit Kleinlastern vom Marktplatz aus oder der Ersatz der geplanten Seitentreppe durch eine Rampe, werden ebenso aufgenommen wie der vom Heimatverein vorgeschlagene, in Eigenleistung zu errichtende Unterstand für Festmaterial der Vereine. Weiteres wird "mit Augenmaß" zu diskutieren sein, versicherte Geschäftsleiter Beck. Denn nicht alles, was gewünscht wird, ist aus baulichen oder finanziellen Gründen realisierbar.

Jetzt wird Architekt Stefan Richter den Vorentwurf überarbeiten. Danach soll der Brandschutzplan erstellt werden. Bei zügiger Abwicklung hofft die Verwaltung, nach der Sommerpause dem Gemeinderat den endgültigen Bauantrag zur Genehmigung vorlegen zu können.