Als ein "hervorragendes Beispiel für die sinnvolle Zusammenarbeit in einer interkommunalen Allianz" bezeichnete Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) die am Dienstag vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Anschaffung einer von allen Feuerwehren der Gemeinden Bad Bocklet und Nüdlingen gemeinsam zu nutzenden Kompaktanlage zur Schlauchpflege und Druckprüfung. Während Oberthulba und Burkardroth als weitere Mitgliedsgemeinden der Allianz Kissinger Bogen keinen Bedarf haben, andererseits aber die Feuerwehrschläuche aus Bad Bocklet (295 Schläuche) und Nüdlingen (321) aus Kapazitätsgründen nicht in der modernen Burkardrother Anlage mit gewartet werden können, gibt es "schon seit vielen Jahren", so der Bürgermeister weiter, großen Investitionsbedarf in der Schlauchpflege- und Schlauchprüftechnik der Bockleter und Nüdlinger Feuerwehren.

Die Schlauchtürme und Schrägtrocknungsanlagen der Bockleter Wehren sind ohnehin sanierungsbedürftig, erläuterte Geschäftsleiter Thomas Beck den Gemeinderäten. Nach Vorgaben des aktuellen Feuerwehrbedarfsplans sei es zudem für die bauliche Weiterentwicklung der sieben Feuerwehren sinnvoll, die Schlauchpflege künftig nicht mehr im jeweiligen Feuerwehrhaus durchzuführen. Auch könnten sich die Wehren bei Nutzung einer gemeinsamen, in Nüdlingen stehenden Kompaktanlage die Unterhaltskosten ihrer eigenen Türme sparen.

Die Investition sei "relativ unproblematisch", erleichterte Beck den Gemeinderäten deren Zustimmung und verwies auf die geltenden Förderrichtlinien, wonach aus Wirtschaftlichkeitsgründen nach den Feuerwehrzuwendungsrichtlinien nur noch solche Schlauchpflegeeinrichtungen gefördert werden, die von mehreren Feuerwehren genutzt werden, weshalb eine alleinige Bockleter Anlage nicht gefördert würde.

"Es ist einfacher als die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos", bestätigte auch der Bürgermeister. Die neue Kompaktanlage wird etwas über 80 000 Euro kosten, wovon der Freistaat Bayern 20 000 Euro übernimmt. Die verbleibenden 60 000 Euro wollen sich die Gemeinden Nüdlingen und Bad Bocklet jeweils zur Hälfte teilen, jeweils zahlbar in 15 Jahresraten. Die Verrechnung der künftigen Unterhalts- und Betriebskosten muss noch mit der Gemeinde Nüdlingen, die Eigentümer der Anlage sein wird, im Einzelnen abgestimmt werden.

Enormer Aufwand für Ehrenamtliche

Nach Inbetriebnahme der neuen Kompaktanlage werden die Bockleter Wehren die genutzten Schläuche nach einem Einsatz in Nüdlingen abgeben und dieselbe Zahl von Schläuchen aus dem Vorratsregal gleich wieder mitnehmen. Dies hat allerdings zur Voraussetzung, beantwortete Beck die entsprechende Nachfrage von Gemeinderat Martin Eisenmann (Grüne), dass vorab zehn bis 15 neue Schläuche zur Vorratshaltung gekauft werden müssen. Die in Nüdlingen abgegebenen Schläuche werden später dort von einem für diese Aufgabe verantwortlichen Gerätewart nach dessen zeitlichen Möglichkeiten gereinigt. "Wenn wir einen gemeinsamen Schlauch-Pool haben, sind 90 Prozent unserer Probleme gelöst und unsere freiwilligen Feuerwehrleute zeitlich entlastet", stellte Geschäftsleiter Beck fest und wurde darin von Gemeinderat Christian Horn (CSU), Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bocklet, ausdrücklich unterstützt: "Reinigung und Prüfung der Schläuche nach jedem Einsatz bedeuten einen Riesenaufwand für unsere Ehrenamtlichen."

Wie Horn hatten auch die anderen sechs Kommandanten der Anschaffung einer gemeinsam zu nutzenden Wartungsanlage in Nüdlingen bereits zugestimmt, ebenso schon vor vier Wochen der Nüdlinger Gemeinderat. Nach nun erfolgter Zustimmung auch des Bockleter Ratsgremiums wird die staatliche Förderung beantragt und die Anlage im Herbst bestellt, so dass sie im kommenden Frühjahr einsatzbereit ist.