Hintergrund ist, dass heuer vorrangig Projekte abgezahlt werden und keine neuen Großmaßnahmen starten. "Das kommt 2014 auf uns zu, wenn wir die Wilhelm-Hegler-Halle sanieren und vergrößern", sagte Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU).

Nicht mit dem Haushalt einverstanden waren Claudia und Reinhard Landgraf (beide Die Überörtliche). Sie hatten im Vorfeld beantragt, Mittel für Unterhalt und Gestaltung des Schlosses in Ebenhausen bereit zu stellen. Außerdem forderten sie, dass die Gemeinde den Bahnhof Ebenhausen kaufen solle und dass für die vom Landkreis übernommene Umgehungsstraße für Eltingshausen eine Unterführung, Radweg und Lärmschutz bekomme.

Bereits bei der Vorberatung hatte der Haupt- und Finanzausschuss diese Vorschläge verworfen: Der Gemeinde fehlten die Mittel, um diese Projekte zu stemmen. Für das Schloss seien 10 000 Euro für den Unterhalt eingestellt.
Der Verkauf habe oberste Priorität. Ebenso übersteige der Bahnhof mit Nebengebäuden und großem Umfeld die Finanzkraft. Die Umgehung für Eltingshausen sei Sache des Landkreises. Ein Brückenbauwerk überfordere finanziell und verzögere die Umsetzung. Mit ebenfalls 14:2 Stimmen lehnte das Gremium die Anträge der Landgrafs ab.

Robert Erhard (FWG Rottershausen) sagte zu den drei Punkten: "Die Anträge sind substantiell nicht begründet und populistisch. Ich habe einen Rückzieher erwartet. So bin ich enttäuscht und verärgert. Wir dürfen das Geld unserer Bürger nicht verprassen." Claudia Landgraf wehrte sich gegen den Ausdruck "verprassen". Eine weitere Diskussion ergab sich nicht, da - wie der Bürgermeister sagte - die drei Themen sachlich abgearbeitet worden seien.

Den Verwaltungshaushalt mit insgesamt 5,7 Millionen Euro schlüsselte er auf der Ausgabenseite nach Personalaufwendungen von 1,3 Mill. Euro, Sachaufwand für Strom, Wasser, Fahrzeuge, Gebäude und Versicherungen von 1,2 Millionen Euro, Zuweisungen und Zuschüsse von 0,9 Millionen Euro und Sonstigem mit 2,3 Millionen Euro mit der Kreisumlage von 1,6 Millionen Euro auf. Bei den weiteren Einnahmen erreichen der Einkommenssteueranteil von 1,96 Millionen Euro und Schlüsselzuweisungen von 1,35 Millionen Euro Höchststände, während die Gewerbesteuer deutlich auf 410 000 Euro abfällt.

Im Vermögenssektor dominieren auf der Ausgabenseite die Restzahlungen für Bauvorhaben mit zwei Millionen Euro. Für den Kinderkrippenanbau in Oerlenbach werden 370 000 Euro fällig, für den Brandschutz 350 000 Euro, für das Gewerbegebiet Oerlenbach 250 000 Euro und für den Grunderwerb 230 000 Euro. Weitere Restkosten fallen für Rathaus, Schulhof und Musikerheim Oerlenbach an. Der Deckung dienen Einnahmen von 850 000 Euro aus der Rücklage, 552 000 Euro aus der Zuführung vom Verwaltungsetat und ein Kredit von 924 000 Euro. Die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung 26,54 Euro wird dann deutlich ansteigen. Den Kassenkredit für kurzfristige Zahlungen begrenzte der Gemeinderat auf eine Million Euro.

Kämmerin Johanna Schaumberg sprach Bürgermeister Siegfried Erhard ein Kompliment aus. Jahresabschluss und Vorplanungen habe sie ambitioniert mit Arbeit über die offiziellen Zeiten hinaus und gar am Wochenende erledigt.




In Zahlen

108 Seiten umfasst der Haushalt der Gemeinde Oerlenbach. Dem Gemeinderat stellte Kämmerin Johanna das Zahlenwerk vor. Die Ratsmitglieder akzeptierten den Etat.

530 000 Euro muss die Gemeinde noch für die Ortsdurchfahrt Oerlenbach ausgeben. In den Gewerbepark Oerlenbach/Poppenhausen werden immerhin 400 000 Euro fließen.

849 000 Euro steckt die Gemeinde in den laufenden Kindergärtenbetrieb, in die Schule nochmals 470 000 Euro. Als Zuschüsse fließen davon 430 000 Euro und 137 000 Euro zurück.