Einige Kinder im Kindergarten St. Antonius in Gefäll sitzen verteilt an den Basteltischen und arbeiten fleißig an ihren Wunsch-Teelichtern, Stirnbändern mit Wettersymbolen und einem Stein-Männchen-Bild. Die Kinder und Erzieher bereiten sich auf einen besonderen Tag vor.

"Für wen ist das alles denn?", fragt der fünfjährige Elias die Erzieherin, Katja Endres, am Basteltisch. "Die Stirnbänder brauchen wir für unseren Tanz, und die Teelichter dürft ihr Birgit an der Verabschiedungsfeier schenken", antwortet diese. "Warum geht sie eigentlich in Rente?" "Was ist das? - Rente" "Mein Opa ist auch in Rente". Während die Kinder arbeiten, gibt es nun viel zu erzählen. Am Ende des Tages ist alles geschafft und der große Tag des Abschieds kann kommen.

Zum Jahresende ist es soweit. "Ich bin ganz aufgeregt. Wir feiern heute Abschied!", sagt Leon und springt aufgeregt auf und ab.

Unter Einhaltung der aktuellen Coronaregelungen und des Rahmenhygieneplanes haben sich Vorstandsmitglieder, Kirchenvertreter, Bürgermeister, die Elternbeiratsvorsitzenden, Personal und Kindergartenkinder auf dem Außengelände des Kindergartens zur Verabschiedung der langjährigen Mitarbeiterin Birgit Albert versammelt.

Nach einleitenden Worten des Vorstandsvorsitzenden Christoph Voll, singen die Kinder "Ciao es war schön, dich hier zu sehn, doch einmal kommt die Zeit zum Auseinandergehn." "Wir hätten uns auch gefreut, wenn du die 40 Jahre vollgemacht hättest, denn wenn meine Kinder vom Zahlenland, Sprachprogramm oder Traumstündchen mit dir erzählen, denke ich oft an meine eigene Zeit mit dir zurück.", erzählt der Vorstandsvorsitzende in seiner weiteren Ansprache. Er selbst war auch schon "Birgits Kindergartenkind".

"Viel hat sich in den 39 Jahren verändert. Nicht immer alles zum Besseren. Anfangs betreuten wir 47 Kinder in unserem eingruppigen Kindergarten", berichtet Birgit Albert. "Die jüngeren Kinder ab drei Jahren durften nur nachmittags kommen." Dann kamen Bildungsprogramme und Projektarbeit in den pädagogischen Alltag. Die Buchungszeiten wurden eingeführt, Krippenkinder wurden aufgenommen und gleichzeitig meisterte man den Spagat zur Betreuung von Schulkindern. "Es gab viele Herausforderungen, doch niemals hatte ich den Gedanken: heute mag ich nicht auf die Arbeit. Der Kindergarten war mein zweiter Wohnsitz und die Arbeit mit den Kindern stand immer im Mittelpunkt meines Lebens. Ich werde die Arbeit und meine Kolleginnen sehr vermissen, aber ich freue mich auch auf mehr Zeit für mich und meine Familie."