Das "Wilder-manns-Häuschen" ist eine Gesteinsformation im Wald direkt oberhalb der "Langen Steine". Der Begriff "Wildmanns-Höüsi" stammt aus dem Volksmund, die wenig fantasievolle - aber offizielle - Bezeichnung "Steinhaufen" prangt noch als Schriftzug auf dem Fels und findet sich auch auf neueren Wanderkarten wieder.
Überlieferungen zufolge soll ein Eremit hier gehaust haben. Eine natürliche Höhle (im Bild rechts) soll sogar als Ziegenstall gedient haben; Tisch und Sitzgelegenheit bietet der Felsen zudem.

Heimatkundler Gerwin Kellerman aus Oberbach hat sich in seinem Buch "Allzu Menschliches" auch der mysteriösen Felsgruppe angenommen. Aus der Schrift geht hervor, dass die Bewohner der nahegelegenen Ortschaft Rothenrain ihren Kindern stets den Aufenthalt an besagtem Ort streng verboten hatten. Zudem sieht er Parallelen zu einer Räuberbande, die um 1851 bei Riedenberg schließlich festgenommen wurde.

Die versteckte Lage des "Wildemanns-Höüsis" am Rande des Truppenübungsplatzes und seine im Dunklen verborgene Geschichte lässt auch heute noch eine gewisse Faszination aufkommen.
Ein nächtlicher Besuch an der sagenumwobenen Gesteinsformation führte zu dem oben zu sehenden Foto, das durch Lichtmalerei und Langzeitbelichtung eine besondere, eine sogar unheimliche Note bekam.