Die ersten Interessenten sind schon da. Noch bevor das neue Projekt M17 (Marktplatz 17) gestartet ist, sind bei der Stadt Anfragen eingegangen. Genutzt werden sollen die Räume für verschiedenste Aktivitäten der Münnerstädter. Möglich geworden ist die Anmietung durch das Förderprogramm "Innenstadt beleben".

Bei einer Ortsbesichtigung des Stadtrats, zu der auch weitere engagierte Münnerstädter geladen waren, stellte Klimamanager Stefan Richter das Coworking-Konzept vor. Seit dem 1. August ist die Stadt Mieter des Geschäftes. "Es gibt nichts Neues, außer das bereits Vergessene", betonte der Klimamanager. Man brauche das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Damit meinte er, dass viele der Anwesenden schon Ideen eingebracht haben. Es ändern sich nur die Begrifflichkeiten. Diese Ideen sollen im M17 umgesetzt werden: ein Ort für alle, eine Werkstatt für die Zukunft Münnerstadts, so der Klimamanager.

"Ein Filetstück"

Als Marktplatz gelte seit dem Mittelalter ein Platz innerhalb der Stadt oder eines Dorfes, an dem materielle oder immaterielle Güter gehandelt werden. "Der Marktplatz 17 ist ein absolutes Filetstück", betonte Stefan Richter. Das Geld kommt aus dem Fördertopf "Innenstadt beleben". "Was haben wir für Möglichkeiten, die Innenstadt zu beleben", fragte er und stellte einen Vergleich zwischen einem Krapfen und einem Donut an. Ziel sei der Krapfen, also ein gut gefüllter Mittelpunkt und nicht der Donut, wo in der Mitte nichts ist.

Die Idee, die Innenstadt zu beleben, ist ein Coworking-Space, also ein Raum, in dem die Infrastruktur bereitsteht und die Leute alleine arbeiten können oder zusammen. Stefan Richter verglich das mit einer Wohngemeinschaft. Es gebe Räume, in denen sich alle treffen, und andere, in denen man allein sein kann.

Was alles geplant ist

Geplant sind unter anderem Ausstellungen, Vorträge, Versammlungen, Kleinkunst, Seminare, Aktionen und Beratungen. Stefan Richter stellte die Frage nach der Ausstattung von M17 und verwies auf die beschränkten finanziellen Mittel der Stadt. Sein Fazit: "Wir brauchen keinen Spiegelpalast, sondern die Menschen mit ihrem Engagement." Mit den Nutzern müssten dann Verträge geschlossen werden, in denen die Regeln und Pflichten festgehalten werden.

Wichtig für die Ausstattung ist für ihn ein Schwarzes Brett mit Ideen und Vorschlägen, den Aktivitäten und Fragen beziehungsweise Hilfen. Für die Terminplanung gebe es offene und feste Zeiten. "Wenn man hier ist, muss man damit rechnen, andere Leute zu treffen", sagte Stefan Richter. Vorgesehen ist ein flexibles Mobiliar, ein Beamer und ein Internetanschluss. Seine Aufgaben sieht Stefan Richter darin, das Projekt anzuschieben, als Koordinator, erster Ansprechpartner und Manager, der die Balance hält. Die Räume müssten genutzt werden von Bürgern, die sich engagieren wollen. Man sollte aber auch schauen, wer nicht kommt und entsprechend reagieren. "Das ist nicht das Büro von Stefan Richter", betonte der Klimamanager. "Das ist das Büro der Bürger." So ein Ort brauche Ideen. Und die gibt es schon. So möchte das Dominikus-Ringeisenwerk eine offene Kochgruppe einrichten, und Rainer Grimm hat ein Repair-Café ins Spiel gebracht.

Schule hat angefragt

Das Förderprogramm "Innenstadt beleben" sei der Stadt vor einem Jahr vor die Füße gefallen, sagte Bürgermeister Michael Kastl. Es soll die Städte in die Lage versetzen, schnell etwas gegen die Verödung zu tun. Er hob das Engagement von Stefan Richter hervor, der sich für das Projekt einsetzt, obwohl es nicht schwerpunktmäßig seine Aufgabe ist. Der Vergleich mit der Wohngemeinschaft habe ihm gefallen, so der Bürgermeister. Die Räume sollen von allen genutzt werden, die Montessorischule habe auch schon nachgefragt.

Robert Bauer meldete bei dieser Gelegenheit gleich das Interesse der Energiegenossenschaft an. Verbraucherschutz, Energieberater, Regionalwerke, Klimanetzwerk und andere sollen ebenfalls im M17 unterkommen.