In der Rannunger Gemeinderatssitzung kam die KG 43 wieder einmal auf den Tisch. Denn der Oerlenbacher Bürgermeister Nico Rogge (CSU) hatte, wie berichtet, in einem Brief vom 14. Januar 2021 an seinen Rannungen Kollegen Fridolin Zehner (CSU) betont: "Wir teilen Ihnen nochmals mit, dass seitens der Gemeinde Oerlenbach noch immer davon ausgegangen wird, dass die Kreisstraße KG 43 neu von Eltingshausen kommend über Rannungen in den östlichen Landkreis weitergeführt wird und befürworten diese Lösung. Wir bitten darum, alles dafür zu tun, dass diese ... sinnvolle Straßenplanung zur besseren Anbindung des östlichen Landkreises baldmöglichst umgesetzt wird." Rogge erinnerte in seinem Brief daran, dass Rannungen im Jahr 1989 gebeten habe, die Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Rottershausen-Rannungen für den öffentlichen Verkehr freizugeben. Oerlenbach habe damals zugestimmt, obwohl den Beteiligten schon damals klar gewesen sei, dass diese Strecke für Oerlenbach und seinen Ortsteil Rottershausen nur eine geringe Bedeutung habe. In nächster Zeit seien kostenintensive Unterhaltungsmaßnahmen zu erwarten, heißt es in dem Brief. Sie könnten beim Bau der K 43 entfallen oder niedriger werden. "Wir bitten deshalb nochmals, an der bestehenden Planung festzuhalten und darauf zu drängen, dass diese Maßnahme baldmöglichst ausgeführt wird", bittet der Oerlenbach Bürgermeister.

Knappe Abstimmung

Die Mehrheit des Rannunger Gemeinderates befürchtete in der Vergangenheit jedoch, dass die Umgehungsstraße zumindest lange Zeit vor Rannungen endet und dann der ganze Verkehr durchs Dorf führt und lehnte unter anderem deswegen die Planung ab. Bürgermeister Zehner hatte diesen Brief im öffentlichen Teil der vorletzten Sitzung unter "Verschiedenes" bekannt gegeben und setzte eine Diskussion darüber auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung. Gemeinderätin Yvonne Seufert (Bürgerliste) stellte jedoch den Antrag, diesen Punkt wieder zu streichen, da es seit dem Beschluss des Gemeinderates vom Ende Mai 2016, in dem die KG 43 mit Mehrheit abgelehnt worden war, nichts Neues gebe. "Das wollte ich auch beantragen" unterstützte sie ihr Kollege Joachim Weigand (CSU/FW). Acht Mitglieder des Gemeinderates stimmten für Seuferts Antrag. Fünf, einschließlich Bürgermeister Zehner, waren dagegen.

Änderung der Stromtrasse

Ziemlich sperrig hört sich der Tagesordnungspunkt an, in dem es um eine Korrektur der Südlink-Trasse geht: "Antrag der Vorhabenträger auf Änderung der Bundesfachplanungsentscheidung im Bereich Rannungen; Beratung und Beschlussfassung über die alternative Trassenplanung im Zuge der Behördenbeteiligung zur SUP-Vorprüfung in der Gemeinde Rannungen" (SUP bedeutet "Strategische Umweltprüfung"). Der geplante Korridor für diese Höchstspannungs-Stromtrasse verläuft auf Rannunger Gemarkung auf einen Kilometer Breite genau entlang der Autobahn A71. Die eigentliche Stromtrasse sollte bisher parallel zur Autobahn führen. Das Unternehmen TransnetBW, das die Kabel verlegt, hat nun eine Änderung beantragt. Die Stromtrasse soll streckenweise etwas weiter östlich als bisher geplant verlaufen. Damit allerdings sind die Gemeinderäte gar nicht einverstanden. Hauptargument: Sie befürchten Einschränkungen bei der zukünftigen Errichtung eines dritten Brunnens für die Wasserversordnung, einschließlich der Verlegung einer Leitung zum neuen Tiefbehälter und der Ausweisung eines für den neuen Brunnen nötigen Wasserschutzgebietes. Josef Holzheimer (CSU/FW) forderte, dass in der Stellungnahme, die die Gemeinde nun abgeben muss, der Bau des Brunnens ausdrücklich betont wird. Er hob hervor: "Die Wasserleitung und die Stromtrasse kollidieren." In einem Plan müsse das eingezeichnet werden. "Der Brunnen ist für uns existenziell", ergänzte Bürgermeister Zehner. Die Änderung der Stromtrasse lehnten schließlich sämtliche Mitglieder des Gemeinderates ab.

Alternative Trassenplanung

In der von der Verwaltung vorgelegten Beschlussvorlage war auch die Rede davon, dass die alternative Trassenplanung auch deshalb abgelehnt wird, weil dadurch die Planung der KG 43 beeinträchtigt werde. Darüber wurde extra abgestimmt. Diese Forderung wurde fast einstimmig gestrichen. Nur die 2. Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste) wollte sie beibehalten.