Das Bauvorhaben liegt im Bereich eines Bodendenkmals. Dort sollen sich Siedlungen aus verschiedenen Zeitaltern der Frühzeit befunden haben.
Die Firma Leinweber aus Künzell erhielt den Auftrag, den Boden für die Grabungen vorzubereiten. Kosten: 102 649 Euro. Der Architekt Gunther Benkert konnte keine Aussagen darüber machen, welche Kosten die weiteren Grabungen verursachen werden. Denn wenn der Boden vorbereitet ist, kommt der Archäologe, der vom Landesamt für Denkmalpflege bestellt ist. Was das kostet, ist offen.
Die Befürchtung einiger Kreisräte war, dass die Grabungen unter Umständen zu Verzögerungen im Bauzeitenplan führen könnten. Man habe einen Zeitpuffer, meinte dazu Landrat Thomas Bold. Bewusst seien die Arbeiten jetzt für den Herbst vorgesehen, um dann im Frühjahr mit dem Neubau beginnen zu können. In welchem Umfang die Grabungsarbeiten sein werden, darüber gibt es noch keine Anhaltspunkte.
Schon 1988 beim Bau der Entlastungsstraße wurde an weitgehend gleicher Stelle gegraben. Dem Münnerstädter Stadtarchivar Klaus-Dieter Guhling erscheint die neuerliche archäologische Untersuchung trotzdem "richtig und sinnvoll", wie er auf Anfrage dieser Zeitung erklärt. Zwischen Studienseminar und Gymnasium sei das alte Münnerstadt gelegen, ehe sich zu Zeiten der Henneberger die Siedlung mit dem Stadtmauerbau verlagerte. Guhling kann sich vorstellen, dass es ergänzende Befunde zu den Grabungen aus dem Jahre 1988 geben wird. Damals lautete die Schlagzeile in der Saale-Zeitung: "2000 Jahre alte Scherben entdeckt". Klaus-Dieter Guhling ist gespannt auf die Ergebnisse der Grabung. Für ihn sei das eine spannende Angelegenheit.