Die Offene Behindertenarbeit (OBA) in Münnerstadt sowie Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Heilerziehungspflege am Münnerstädter Berufsbildungszentrum (BBZ) starten eine gemeinsame Aktion, die einen Beitrag zur besseren Barrierefreiheit in Münnerstadt leisten soll. Sie wollen aus Lego-Steinen eine Rollstuhlrampe bauen. Dazu brauchen sie die Mithilfe der Bevölkerung. Wer hat, kann alte Legosteine spenden.

Eigentlich sind es zwei kleine Rampen, für jeden Rollstuhl- reifen eine, die den Zugang zur Bäckerei Lehmann in der Münnerstädter Veit-Stoß-Straße erleichtern sollen. Sie sollen aus den gespendeten Lego-Steinen gemeinsam von Menschen mit Behinderung und den angehenden Heilerziehungspflegern angefertigt werden.

Wie ein Netzwerk im Alltag funktionieren kann: Lego-Rampe soll als gutes Beispiel dienen

Koordinatorin ist Laura Ziegler aus Poppenlauer. Sie absolviert ein duales Studium in Sozialer Arbeit am Dominikus Ringeisenwerk Maria Bildhausen und schreibt ihre Bachelorarbeit über die Bedeutung von Netzwerkarbeit in der OBA. An diesem praktischen Beispiel soll aufgezeigt werden, wie ein Netzwerk im Alltag funktionieren kann. Auf die Idee mit der Legorampe brachte sie eine Vorgesetzte.

Erfahrungen mit dem Lego-Rampenbau hat Laura Ziegler nicht, aber als Kind hat sie natürlich mit den bunten Steinen gespielt. Sie weiß, dass diese sich bereits in einigen Städten als barrierefreie Zugangshilfe bewähren, so Würzburg. Die Bauanleitung gibt es im Internet.

Spontan hatte die Fachschule für Heilerziehungspflege ihre Unterstützung zugesagt, bestätigt Lehrerin Laura Schmidt. Auch am BBZ wurde dazu aufgerufen, Steine zu sammeln. Fabian Bulheller, angehender Heilerziehungspfleger, findet, das Projekt sei wichtig in Münnerstadt. Im Zuge seiner Ausbildung hat er am Ort eine Sozialraumanalyse verfasst. Für Menschen im Rollstuhl sei die Situation schwierig. Deshalb solle der Lego-Zugang ein kleiner Anfang sein, dass es besser wird, erklärt Laura Ziegler. "Außerdem bringt die Rampe Farbe in die Stadt", ergänzt Fabian Bulheller. Für die Rampenaktion werden Legosteine unterschiedlicher Größen, ebenso Platten und Dachziegel gesucht. Sollte mehr Material übrig sein, wird es aufgehoben. Laura Ziegler kann sich vorstellen, dass in Zukunft weitere Projekte mit diesen Steinen folgen.