Anne Maar freut sich auf die neue Spielzeit im Theater Schloss Maßbach. Uneingeschränkt. Nicht ohne Stolz präsentiert die Theaterchefin den Spielplan für die Saison 2021/22. "Das ganze Jahr ist durchgeplant", sagt sie und ist überzeugt, dass "Zukunft, das Motto für die neue Spielzeit, nicht für die Stücke, sondern auch für die Theatergemeinschaft aus Publikum, Darstellern und Spielorten gilt".

Was hat sich verändert? Wie kann man die Einschränkungen hinter sich lassen? Wie sehr werden die Spielstätten wieder angenommen, diskutieren Anne Maar und ihr Dramaturg Sebastian Worch. "In dieser Spielzeit reden wir nicht von der Pandemie, befassen uns nicht mit gestern", stellt sie klar. Jammern ist nicht das Ding der Theaterleiterin. Sie vergleicht nicht den Sommer 2019 mit 25 000 Zuschauern, denen - immerhin - gut fünftausend im Jahr 2021 gegenüberstehen. Die Kinderstücke sehen sonst 11 000, in diesem Jahr waren es halb so viele.

"Aber wir haben gespielt" ergänzt Sebastian Worch und dankt denen, die trotz der Einschränkungen gekommen sind, und vor allem den Abonnenten, die Maßbach die Treue gehalten haben. "Theater kann sich nicht selbst tragen, aber wir hätten gerne etwas mehr eingespielt", stellt Anne Maar sachlich fest, aber Tatendrang leuchtet aus ihren Augen, wenn sie den Spielplan vorstellt.

Komödien

Schon am Freitag beginnt die Saison mit "Endspiel" von Samuel Beckett. Regie führt Uwe Reichwaldt, der in der Max Reinhardt Schauspielschule in Wien gelernt hat, wie man speziellem Humor Raum gibt. Dieses Thema ist neu für Maßbach, und das Stück ist absurd. Eine schwarze Komödie, die aber gerade in diese Zeit passt. Es folgt die poesievolle Aufforderung: "Nach Paris!" Eine leise Komödie um Zukunft und Vergangenheit mit feinfühliger Romantik. Danach viel Remmidemmi bei "Die fetten Jahre sind vorbei", wo es um Widerstand und Anpassung geht, um eine Jugend, die auch im fetten Kapitalismus gehört werden möchte, und um Gemeinsamkeiten der Generationen.

Christian Schidlowsky, bewährter Regisseur des Theaters, hat "1984", den Zukunftsroman von George Orwell, für die Bühne bearbeitet und damit das Saisonmotto sehr persönlich umgesetzt. Wenn Begegnungen auf Distanz stattfinden und ins Digitale verlegt werden, was macht das mit uns? Auch Ingo Pfeiffer, unverwechselbare Stammkraft des Ensembles, führt Regie. Die Komödie "Schmetterlinge sind frei" erzählt vom Wunsch, den eigenen Weg zu gehen und dem zerbrechlichen Zauber der Liebe. Im letzten Jahr ausgefallen und heuer nachgeholt wird eine Komödie von Rolf Heiermann, ebenfalls langjähriger "Maßbacher". Frei nach dem Roman "Cyrano de Bergerac" verlegt er die Szenerie in "Cyrano in Chicago" mit Action, Poetik und viel Komik in das Jazz- und Gangstermilieu der 30er Jahre nach Amerika. Weil die Turbulenzen der letzten Spielzeit auch in diese Saison reichen, ist noch nicht ganz klar, ob die urkomische Komödie "Top Job: Ehemann" gespielt werden kann. Gespielt wird im Winter in der Lauertalhalle, weil eine Umfrage bei den Besuchern ergeben hat, dass der inzwischen schöne Theaterraum - ohne Maske - besser angenommen wird als der kleine Saal im Intimen Theater, der eine Mund-Nasenbedeckung erfordert.

Kinder- und Jugendstücke

In der Dorfhalle Weichtungen wird "Peter Pan" für Kinder ab sechs Jahren aufgeführt, in der Lauertalhalle Maßbach werden gespielt: "Nur ein Tag", empfohlen für die Kleinen ab fünf, "Wolkentiere" ab zehn und "Rico, Oskar und die Tieferschatten" ab sechs Jahren. Geeignet für etwas ältere Jugendliche ab zehn Jahren ist auch "1984". Für die drei- bis fünfjährigen Kinder gibt es die mobile Produktion für Kindergarten und Kita "Paulas Reisen" nach dem Bilderbuch von Paul Mahr. Auswärtige Spielorte sind Haßfurt, Lichtenfels und Eiterfeld.

Zusatzprogramme

Theater kann vieles: berühren, inspirieren, amüsieren und vieles mehr. Grund genug, der Theaterpädagogik breiten Raum einzuräumen. Dazu gibt es vielfältige Angebote vor Ort wie die drei Zusatzprogramme "Samstags Spezial". Samstag mit Nachgespräch, Samstag mit Führung, Samstag mit Buffet. Darüber hinaus wird auch die Zusammenarbeit mit Volkshochschulen in Schweinfurt, Rhön Grabfeld, Haßfurt und im Mehrgenerationenhaus Bad Kissingen gepflegt. Ganz neu wird derzeit ein Audiowalk zum Thema "Jüdisches Leben in Maßbach" aufgenommen. Eine fiktive Figur Esther - eine junge jüdische Frau - erzählt in Tagebucheinträgen, geschrieben von Anne Maar, aus ihrem Leben im Maßbach der 20er und 30er Jahre.

Alle Informationen unter www.theater-massbach.de.