Vor 25 Jahren hat der erste Seniorenbeirat der Stadt Münnerstadt seine Arbeit aufgenommen. Die Initiative ging von der damaligen Referentin für Senioren, Gudrun Schuster, aus. Sie wünschte sich damals, dass die verschiedenen Senioreneinrichtungen mehr Gemeinsamkeit entwickeln. Für sie galt es, Forderungen, Wünsche und Bedürfnisse von älteren und behinderten Menschen in Münnerstadt gegenüber der politischen Gemeinde zu vertreten und den Älteren einfach ein wenig zu helfen. Für ihre Arbeit stand der Seniorenreferentin damals allerdings lediglich 1000 Mark zur Verfügung.

Im Beirat kamen damals alle zusammen, die mit Seniorenarbeit zu tun hatten. Dazu zählten die kirchlichen Institutionen, Vertreter der Altenheime im Stadtgebiet sowie Vereine und Verbände. Alle drei Monate wollte sich das Gremium treffen, aber über die Jahre wurden die Zusammenkünfte weniger. Nach einer längeren Pause rief der frühere Bürgermeister Helmut Blank den Seniorenbeirat wieder einmal zusammen. Das war im Juli 2014 und das war das bisher letzte Treffen.

Gudrun Schuster bedauert das sehr und blickt ein wenig neidisch auf die anderen Städte im Landkreis , wo es funktionierende Seniorenbeiräte gibt. Deshalb hat sie nach der Kommunalwahl im letzten Jahr schon einmal einen Vorstoß gewagt. Bürgermeister Michael Kastl sagte zu, den Seniorenbeirat wieder zu beleben, weil er ihn für sinnvoll hält, allerdings erst nach der Pandemie.

Erst vor wenigen Tagen hat Gudrun Schuster wieder bei der Stadtverwaltung nachgefragt, sagt sie auf Anfrage unserer Zeitung. Sie wünscht sich eine Fortsetzung der Arbeit, denn schließlich könne der Seniorenbeirat auf etliche Erfolge verweisen. Als Beispiele zählt sie die zahlreichen abgesenkten Bordsteine um den Senioren mit Rollatoren und Rollstühlen das Überqueren der Straßen zu erleichtern. Sie kann sich noch gut daran erinnern, wie sie Altbürgermeister Eugen Albert in einen Rollstuhl gesetzt hat, damit er selbst erfahren kann, wie schwierig es für Senioren an manchen Stellen in Münnerstadt ist.

Das Rollatorband in der Finsteren Gasse und vor allem den Fahrstuhl am Amtsgebäude am Stenayer Platz seien weitere Erfolge des Seniorenbeirates, erinnert Gudrun Schuster. Zunächst habe es immer geheißen, dass ein Fahrstuhl aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich sei. Nachdem sie aber in Nürnberg gesehen habe, dass so etwas doch möglich ist, habe sie nicht locker gelassen. Am Ende ist der Fahrstuhl auf der Rückseite des Gebäudes doch eingebaut worden.

"Ein Seniorenbeirat ist nötig", findet Gudrun Schuster noch immer. "Aber mit meinen 86 Jahren möchte ich nicht unbedingt vorne dran stehen", betont sie. Treffen des Seniorenbeirates müssten auch nicht wie ursprünglich angedacht aller drei Monate stattfinden, alle halbe Jahre oder auch nur einmal im Jahr sei auch ausreichend, meint sie. Hauptsache es gebe wieder einen Seniorenbeirat.

Michael Kastl steht zu seiner Zusage vom letzten Jahr, aber: "Wir haben noch Corona", sagt er. So lange die Pandemie dauere, so lange werde es auch kein Treffen eines künftigen Seniorenbeirates geben. Wegen der unsicheren Lage entfällt beispielsweise auch wieder der Neujahrsempfang der Stadt. Nach der Pandemie aber möchte der Bürgermeister den Seniorenbeirat wiederbeleben. Besonders auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung sei er sehr wichtig, sagt Michael Kastl überzeugt. Senioren und altersgerechtes Wohnen beispielsweise nehmen immer mehr an Bedeutung zu, ist er überzeugt.