"Ich war selbst erschrocken, dass schon so viel abgebaut wurde", sagt Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Einige Geräte auf dem Spielplatz im Jörgentorpark mussten aus Sicherheitsgründen entfernt und sollten eigentlich schnell ersetzt werden. Weil aber nun ein ganzer Freizeitpark entstehen soll, sind entsprechende Planungen notwendig, die Zeit in Anspruch nehmen. In Zeiten von Corona, wo viele Menschen nicht in den Urlaub fahren, sei es besonders wichtig, dass attraktive Spielplätze vorhanden sind, sagt der Bürgermeister. Nun hat er die Schaukelkombination zusammen mit seinen Kindern Mia, Simon und Marie getestet.

In den letzten Jahren hat die Stadt einige Spielplätze im Stadtgebiet herrichten lassen und dazu neue Spielgeräte angeschafft. Das sollte eigentlich auch schon im Jörgentorpark passiert sein, aber zunächst gab es im alten Stadtrat Diskussionen über das Material der Spielgeräte. So nah an der Altstadt wünschten sich einige Stadträte eher Holz als recycelte Plastik. Bei dieser Diskussion kam dann die Idee auf, nicht nur den Spielplatz neu zu gestalten, sondern den gesamten Grüngürtel entlang der Stadtmauer zwischen dem Jörgentor bis zum Skaterplatz an der Lache einzubeziehen. Das würde im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West auch bezuschusst.

Bei einem Termin vor Ort hat Michael Kastl kürzlich den Stadträten die Notwendigkeit des Kaufs eines zusätzlichen Spielgerätes verdeutlicht. "Das Problem war nur, das die Hersteller und Vertreiber der Spielgeräte sehr lange Lieferzeiten haben", sagt er. In Zeiten von Corona sind sie offensichtlich sehr gefragt. Lediglich die Firma Westfalia, die auch andere Spielplätze in der Stadt ausgestattet hat, konnte innerhalb von sechs Wochen liefern. "Mir war wichtig, dass die Schaukel noch in den Ferien kommt", sagt der Bürgermeister. Anfang letzter Woche hat der Bautrupp der Stadt die Kombination aufgestellt. Gekostet hat sie 6000 Euro.

Bis der gesamte Spielplatz umgestaltet wird, haben die Kinder erst einmal ein Spielgerät mehr und gleich daneben hat der Bautrupp eine Sitzgruppe aufgestellt. Sollte das nicht ins neue Konzept passen, wäre das kein Weltuntergang. "Die Schaukel kann problemlos abgebaut und auf einem anderen Spielplatz wieder aufgestellt werden", sagt der Bürgermeister.

Er hat auch neue Nachrichten, was den Freizeitpark betrifft. "Wir haben von der Regierung grünes Licht für die Rahmenstudie bekommen", sagt er. Damit ist das Büro des städtebaulichen Sanierungsbeauftragten Schlicht Lamprecht Architekten beauftragt worden. Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme. Michael Kastl geht davon aus, dass im November mit der Bürgerbeteiligung begonnen werden kann. In welcher Form das geschieht, muss noch abgeklärt werden. "Jetzt gilt es, einen Weg zu finden, die Bürger trotz Corona zu beteiligen." Dabei wird wohl auch auf die Möglichkeiten der digitalen Medien gesetzt.

Wie der Freizeitpark genau aussehen soll, ist noch nicht klar. Michael Kastl wünscht sich auf alle Fälle einen Wasserspielplatz. "Auch für Jugendliche und Senioren muss etwas dabei sein." Er betont aber, dass nicht jeder Quadratmeter zwischen Jörgentor und Skaterplatz ein Spielplatz oder Spielfeld werden muss. Es könne auch Grünflächen dazwischen geben.