Knapp vier Monate vor Jahresende hat die Gemeinde einen vom Gemeinderat einstimmig abgesegneten Haushalt, der allerdings noch vom Landratsamt genehmigt werden muss. Der Entwurf war bereits im Mai und in Juni ausführlich beraten worden. Kämmerer Michael Weigand wies damals aber eindringlich darauf hin, dass der Haushalt wegen der vielen geplanten Investitionen und der daraus resultierenden langfristigen Verschuldung in der vorliegenden Form vom Landratsamt nicht genehmigt würde. Deshalb wurde in der Zwischenzeit stark abgespeckt.

Am aktuellen Haushalt 2020 ändert sich zwar noch nicht allzu viel, aber die Ausgaben im unverbindlichen Investitionsplan für die kommenden drei Jahre wurden mehr oder weniger stark reduziert. Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) betonte zu Beginn der Diskussion über den Haushalt, dass es Konsens gebe, insbesondere die Sanierung der Mehrzweckhalle weiterzuführen. Deshalb stehen dafür in den nächsten Jahren erhebliche Beträge im Haushalt und manches andere wurde geschoben.

Verschiebungen bei den Baukosten

Für 2020 sind für die Halle 150.000 Euro Planungskosten eingesetzt, die für 2021 vorgesehen Planungskosten von 250.000 Euro auf 150.000 reduziert, 2022 bleibt der Ansatz bei 100.000 Euro und im Jahr darauf stehen neu 100.000 Euro im Haushalt. Verschiebungen nach hinten gab es auch bei den Baukosten. Im ursprünglichen Haushaltsentwurf waren 2021 und 2022 jeweils eineinhalb Millionen Euro geplant. Nun werden die Kosten auf drei Jahre verteilt: 2021 eine halbe Million, 2022 und 2023 je eineinhalb Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt der Gemeinde in seiner ursprünglichen Fassung sah Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 2,697 Millionen Euro vor. Nun sind es nur noch 2,661 Millionen. Der Unterschied ist also nicht groß.

Sehr stark reduziert wurden dafür die Ansätze im Finanzplan. 2021 waren es 4,4 Millionen, jetzt nur noch 2,26 Millionen. Dieses Jahr soll eine halbe Million Euro an Krediten aufgenommen werden. 2021 waren laut Finanzplan drei Millionen zur Finanzierung der Investitionen geplant, jetzt nur noch 900.000 Euro. Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde beläuft sich auf 2,343 Millionen Euro, das sind sechs Prozent oder 148.000 Euro weniger als im Vorjahr.

Kindergarten: Mehrausgaben und Mehreinnahmen

Das sind die wichtigsten Änderungen: beim Kindergarten gab es zwar Mehreinnahmen in Höhe von 55.000 Euro, aber auch Mehrausgaben von 87.000 Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen sanken um 190.000 Euro auf 200.000 Euro, halbierten sich also fast. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer sank von 673.380 auf 537.600 Euro. Die Schlüsselzuweisungen des Freistaates an die Gemeinde sank von 399.180 auf 354.560 Euro. Die Verwaltungskostenumlage an die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach stieg um 22.160 Euro. Die Kreisumlage erhöht sich um 70.060 auf nunmehr 503.860 Euro, obwohl der Umlagesatz nicht geändert wurde.

An diesen im Haushalt schriftlich fixierten Ansätzen gibt es kurzfristige Änderungen, die vor der einstimmigen Verabschiedung noch eingearbeitet wurden. So teilte Kämmerer Michael Weigand zur Freude der Gemeinderäte mit, dass die Gemeinde eine Gewerbesteuer-Nachzahlung von 300.000 Euro bekommt. Dafür allerdings muss der Bürgermeister Fridolin Zehner mitteilen, dass vom ALE (Amt für ländliche Entwicklung) nur 300.000 Euro für die Mehrzweckhalle zu erwarten sind - eingeplant war eine halbe Million. Allerdings hatte er am selben Tag mit dem ALE telefoniert und die Auskunft bekommen, dass "im Notfall auch mehr" zu bekommen sei. "Die 300.000 sind uns sicher", betonte er.