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Kultur

Münnerstadt: Noch einmal soll's Rosen regnen

Wegen des großen Erfolgs und zahlreicher Nachfragen bringen die Liter(n)ten und Milli Genth noch einmal Hildegard Knef auf die Bühne des Bären-Saales.
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Jens Müller-Rastede, Bärbel Fürst, Bernt Sieg und Milli Genth lassen am 13. April noch einmal rote Rosen regnen. Thomas Malz
Jens Müller-Rastede, Bärbel Fürst, Bernt Sieg und Milli Genth lassen am 13. April noch einmal rote Rosen regnen. Thomas Malz

Jens Müller Rastede bringt es so auf den Punkt: "Endlich ist wieder was los." Noch ist der Litera(n)t der einzige seiner Art in Münnerstadt, weil sich seine Mit-Litera(n)ten Bärbel Fürst und Bernt Sieg noch in ihrem Winterdomizil in Spanien befinden. Das wird sich aber bald ändern.

Jens Müller-Rastede glaubt, dass Bärbel Fürst mit einem ganzen Rucksack voller neuer Ideen nach Münnerstadt zurückkommt. Sie war die treibende Kraft, als vor sechs Jahren die Litera(n)ten gegründet wurden und sie sucht die Themen und die Texte aus. Schon jetzt ist klar, dass es im Mai eine szenische Lesung zum Thema "Meer" geben wird. Zuvor aber, am Samstag, 13. April, passiert etwas, was es bisher noch nicht gegeben hat: eine Wiederholung. "Hildegard Knef" kommt noch einmal auf die Bühne des Bären-Saales. Und dabei sind es nicht nur die Litera(n)ten die im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem Milli Genth, die bei der Premiere im Mai letzten Jahres mit ihren Interpretationen von Liedern der Hilde Knef für Furore gesorgt hat.

Jens Müller-Rastede macht kein Geheimnis daraus, dass er eigentlich kein Freund von Wiederholungen ist. Aber diesmal sieht auch er die Sache ein wenig anders. "Wir werden immer wieder angesprochen." Das kann Milli Genth nur bestätigen. Es gebe viele Leute, die bei der Premiere nicht dabei sein konnten, sagt sie. Die würden die szenische Lesung gerne einmal erleben.

"Unsere Jubiläumsveranstaltung wird einen komplett anderen Stil haben", hatte Bärbel Fürst vor der Premiere gesagt. Damals feierten die Litera(n)ten gerade ihr fünfjähriges Bestehen. Der Mensch Hildegard Knef, ihre Texte, ihre Biografie standen im Mittelpunkt. Und natürlich ihre Musik. Um diesen Teil hatte sich Milli Genth gekümmert. "Das hat sie das letzte Mal so toll gemacht", lobt Jens Müller-Rastede.

"Die Leute haben mich gar nicht erkannt", erinnert sich Milli Genth. Meistens trifft man sie in ihrer Arbeitskluft, die gelernte Landschaftspflegerin pflegt auch einige Mürschter Grünanlagen. An diesem Abend war das anders. " Sie wollte wohl auch ein wenig ,die Knef" sein, so ungewohnt aufgebrezelt erschien sie auf der Bühne", hieß es in der Kritik zu dem Abend. Und: "Am Ende dieses aufwühlenden musikalischen Gewitters wussten alle: ,In dieser Stadt' bleibe ich Milli Genth. Die überzeugte Münnerstädterin kann textlich fremdgehen. Sie übernahm auch melodisch mit ihrem Instrument, der Gitarre, die Betonungen des Knef'schen Ausdrucks, blieb jedoch nach anfänglicher Ehrerbietung vor der großen Sängerin bei ihrer eigenen starken musikalischen Wirkung."

Milli Genth hatte sich gut vorbereitet. ""Natürlich kannte ich ein paar Lieder", sagte sie damals. "Für mich soll's rote Rosen regnen" oder "Eins und eins, das macht zwei" gehörten dazu. Viel mehr aber nicht. Dann hat sich Milli Genth näher mit ihr beschäftigt. "Sie war nicht die Diva, für die sie gehalten wurde", sagte sie. Das Bild, das viele Menschen von der Künstlerin haben, sei durch die Veröffentlichung in den Boulevard-Medien entstanden, mit denen Hildegard Knef sich über Jahre bekriegt hat. Vielmehr sei sie sehr weise, mutig, humorvoll und philosophisch gewesen. "Sie ist verkannt worden", ist Milli Genth überzeugt.

Nun wird sie wieder zur Gitarre greifen. "Natürlich muss ich noch einmal üben", sagt sie. Das betrifft vor allem den Gesang. "Die Lieder sind prinzipiell tiefer notiert.". Ganz so tief wie Hildegard Knef singt sie aber nicht. Das muss sie auch nicht. Den stehenden Applaus gab es nach der Premiere, weil Milli Genth ihre eigene musikalischer Wirkung hat,

Jens-Müller Rastede übernimmt den biografischen Teil der Lesung, Bärbel Fürst und Bernt Sieg bringen Teile aus Gesprächen auf die Bühne , in denen Hildegard Knef tabulos ihr Leben interpretierte. Die szenische Lesung mit Musik beginnt am Samstag, 13. April, um 20 Uhr im Saals des Gasthauses "Bären". Einlass ist ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.