Der Mai scheint heuer über weite Strecken ein ausgesprochen trostloser Monat gewesen zu sein. Regen, Wolken, kaum Sonnenschein. Und auch der Rest des Frühjahrs hat für viele heuer nicht das gehalten, was sie erhofft hatten. Doch beim genauen Blick in die Statistik war das Frühjahr eher das, was man als durchschnittlich bezeichnen kann. Nur die Kälte war im Mai auffallend, bestätigt auch ein Blick in die statistischen Daten der agrarmeteorologischen Messstation Maria Bildhausen.

Die Kälte war also tatsächlich nicht nur gefühlt. Mit durchschnittlich 10,1 Grad (Stand 28. Mai 2021) war es rund um Maria Bildhausen ungewöhnlich kühl. Die beiden Vorjahre waren circa ein Grad wärmer. 2018 lag die Durchschnittstemperatur sogar bei 16,8 Grad. Kälter war es zwischen 1991 und 2021 bislang nur im Jahr 1991. Damals kam die Durschnittstemperatur gerade einmal auf 9,2 Grad.

Auch der ehemalige Landwirt Ludwig Mangold kann sich kaum erinnern, dass es einmal im Mai so dauerhaft kühl beziehungsweise nasskalt gewesen war. Er weiß allerdings von einem Maifest im Tal, als er bitterlich gefroren hatte. Das sei aber schon viele Jahre her.

Gut für das Wachstum

Seit rund 40 Jahren macht der 81-jährige Münnerstädter regelmäßig persönliche Wetteraufzeichnungen. Mit den Niederschlagszahlen in diesem Jahr ist er bisher jedoch durchaus zufrieden. Es habe im Mai die Niederschläge gegeben, die es für ein gutes Wachstum braucht, erklärt er. Er hatte einst in seiner landwirtschaftlichen Ausbildung gelernt, dass rund 100 mm Regen im Mai ideal für die Pflanzen sind. Die hat es heuer in Münnerstadt gegeben. Ludwig Mangold hat sogar 115 mm addiert.

Das ist sogar deutlich mehr als nur wenige Kilometer entfernt an der Messstation in Maria Bildhausen. Dort kamen bis zum 28. Mai 70 Liter zusammen. Das ist eine Menge, die gar nicht so ungewöhnlich ist. Es gab Mai-Monate mit deutlich mehr Regen, zum Beispiel 2013, als in Maria Bildhausen 132 mm Niederschläge im Mai fielen, aber auch mit viel weniger wie 2018 mit 20,9 mm.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat es an der Messstation in Maria Bildhausen bisher 235 mm Niederschlag gegeben. 2019 lag die Zahl ähnlich hoch (238 mm), deutlich niedriger war sie 2017, als im gleichen Zeitraum nur 146,1 mm Regen und Schnee gemessen worden waren. Trotz der der Frühjahrstrockenheit war 2017 dann mit 718 mm Niederschläge über zwölf Monate verteilt eines der feuchten Jahre in der Region.

Weniger Sonnenschein

Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Sonne bislang ziemlich rar gemacht. 735 Stunden schien sie bis zum 28. Mai. 2020 hatte sie es bis Ende Mai bereits auf 1167 Sonnenscheinstunden gebracht. Auch 2019 und 2018 lagen mit über 1000 Sonnenstunden in diesem Zeitraum deutlich vorne.

Und auch der Mai selbst war tatsächlich deutlich trüber als gewohnt. Mit 160 gemessenen Sonnenstunden in Maria Bildhausen blieb die Sonnenscheindauer deutlich hinter denen vergangenen Jahren zurück (2020: 291 Sonnenstunden, 2019: 216; 2018: 317). Aber es gibt in den Aufzeichnungen von Maria Bildhausen auch Wonnemonate mit einer noch schlechteren Bilanz. 2010 schien die Sonne lediglich an 142 Stunden. Das langjährige Mittel in Deutschland, was die Sonnenscheindauer betrifft, wird im Mai mit 196 Stunden angegeben.