Die Baukräne sind verschwunden. "Der Rohbau ist zu 98 Prozent fertiggestellt, jetzt kommt nur noch die Stützmauer ", sagt Harald Schäfer, Projektleiter für den Landkreis Bad Kissingen. Die Mauer schützt das Untergeschoss. In den ersten beiden Aprilwochen wird die Versorgungstrasse für Trinkwasser, Strom und Gas gebaut.

Ganz wichtig: "Wir haben die Rohbaufertigung im Rahmen der vorgegebenen Fristen erstellt", sagt Harald Schäfer und betont, dass die Verantwortlichen mit der Firma Burger Bau voll zufrieden sind. "Man kann nichts Nachteiliges sagen." Aber der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Denn im Winter wurde nahezu durchgearbeitet. Lediglich an acht Tagen habe die Firma wegen zu niedriger Temperaturen nicht betonieren können. "Aber auch da wurden Bewehrung- und Schalarbeiten durchgeführt. Das Wetter war uns sehr wohlwollend."

Elf Millionen Euro sind inzwischen verbaut worden, insgesamt belaufen sich die Kosten, die sich der Landkreis Bad Kissingen (57,42 Prozent) und die Caritas Schulen gGmbH (42,58 Prozent) teilen, auf 30, 2 Millionen Euro. Bis jetzt sieht es sehr gut aus, dass es auch dabei bleibt. Denn: "70 bis 75 Prozent der Arbeiten sind ausgeschrieben, submissioniert und beauftragt", sagt Harald Schäfer. 80 Prozent der Arbeiten werden europaweit ausgeschrieben. Trotzdem sind die meisten Firmen, die den Zuschlag erhalten haben, aus der näheren Umgebung.

Die Zahlen, die der Projektleiter nennt, haben es in sich. Rund 357 000 Euro haben die Erdarbeiten gekostet, von den 11 500 Kubikmetern Erde, die aus der Baugrube geholt wurden, werden 4900 Kubikmeter mit Kalk und Zement aufgearbeitet und dann wieder eingebaut. Mit 5,453 Millionen Euro schlägt der Rohbau zu Buche. Dabei sind 6543 Kubikmeter Beton verbaut worden, sowie 3164 Quadratmeter Voll- und Halbfertigteile sowie Thermowände. 840 Tonnen Betonstahl und 50 Tonnen Stahlprofile und Einbauteile kommen hinzu. Jetzt stehen noch die Pfosten-Riegel-Fasade (1,3 Millionen Euro), die Fensterelemente (675 000 Euro), die vorgehangene Fassade (1,015 Millionen Euro) und das Edelstahldach an. Bei letzterem werden alleine 2690 Quadratmeter Edelstahl verbaut, 545 laufende Meter Attikaabdeckung, 475 Meter laufende Meter Absturzsicherung durch klappbare Geländer und 2580 Quadratmeter Steinwolle zur Dämmung. Die 170 Quadratmeter große große Flachdachterasse wird gesondert gedämmt.

Allein die Heizung des fünf Elemente (Klaster) umfassenden Gebäudes schlägt mit 1,3 Millionen Euro zu Buche, die Lüftung kostet 956 000 Euro, der Sanitärbereich 365 000 Euro und die Elektroinstallation rund 1,4 Millionen Euro.

"Das ist eine unwahrscheinliche logistische Vorplanung, aber wenn die steht, dann geht es auch", sagt Harald Schäfer zum Zeitplan, der bisher aufgegangen ist. Das soll auch weiterhin so bleiben. Begonnen wird mit den jeweiligen Arbeiten immer im Klaster 1 und 2. "Im Klaster 1 werden wir unsere Erfahrungen sammeln", scherzt Harald Schäfer. Dort ist der Bau auch schon am weitesten gediehen. Noch im Dezember dieses Jahres soll in den ersten beiden Klastern der Bodenbelag fertig sein, Klaster 3 folgt im Februar 2020, die Klaster 4 und 5 dann im Mai. "Dann kommen die Einbaumöbel. Ende Juli 2020 wollen wir so weit sein, dass wir die Baureinigung machen können. Der Umzug vom alten in das neue BBZ soll in den Sommerferien erfolgen. Mit Schuljahresbeginn 2020/ 21 sollen die Schüler und Studierenden des sechs Schulen umfassenden Berufsbildungszentrums ihre neue Schule besuchen können. "Das ist unser geplantes Ziel", sagt Harald Schäfer. Die Verantwortlichen für das Projekt sind besonders den Nachbarn sehr dankbar, dass sie die Arbeiten so mittragen. "Ganz ohne Staub und Lärm wird so eine Baumaßnahme nicht möglich sein."

Ein ganz dickes Lob bekommt Harald Schäfer vom Schulleiter des Berufsbildungszentrums, Georg Gißler. Der Projektleiter stehe mit solch einem Enthusiasmus und einer derartigen Gründlichkeit hinter dem Projekt, "das ist klasse", betont der Schulleiter. Und : "Es ist unheimlich wichtig, dass für uns als Nutzer gute, praktikable Lösungen möglich sind. Wir freuen uns drauf", meint er zu dem Neubau. Dass alles im Zeitplan läuft empfindet Georg Gißler als sehr angenehm. "Es erleichtert unsere Planungsprozesse, wenn so eine hohe Verlässlichkeit und Termintreue gegeben sind."