Die Münnerstädter Rathaustür ist schon seit einiger Zeit verschlossen. Das heißt aber nicht, dass hinter den Türen nichts läuft. Vor allem das Bürgerservicebüro und das Bauamt können nach wie vor besucht werden - allerdings nur nach vorheriger Anmeldung. Passwesen, Hundeanmeldungen und was sonst so alles benötigt wird, funktioniere ganz normal, sagt Bürgermeister Michael Kastl (CSU).

Daneben läuft auch die Kommunalpolitik weiter. Am Montag, 11. Januar, wird es die erste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im neuen Jahr geben. Dabei soll noch einmal der Haushalt besprochen werden. Eine Woche später, am Montag, 18. Januar, findet dann eine Sitzung des Bau- und Umweltausschusses statt. Am 25. Januar wird es dann eine Sitzung des Stadtrats geben, bei der der Haushalt 2021 endgültig beschlossen werden soll. Michael Kastl hofft, dass der Finanzausschuss bereits zwei Wochen zuvor eine entsprechende Empfehlung ausspricht.

Um die Hygienebestimmungen bestmöglich einhalten zu können, ist der Stadtrat inzwischen in die Alte Aula als Tagungsort zurückgekehrt. Weil es dort akute akustische Probleme gab, ist Abhilfe geschaffen worden. Jetzt läuft die Sitzung über eine Lautsprecheranlage, und damit Bürgermeister, Verwaltungsmitglieder und Fachleute auch auf der Bühne etwas verstehen, gibt es ganz neu zusätzliche Monitor-Lautsprecher. Wegen des Schallschutzes verfügt die gesamte Alte Aula inzwischen über einen Teppichbelag.

Dass die erste Sitzung am 11. Januar stattfindet, hat übrigens nichts damit zu tun, dass der harte Lockdown zunächst auf den 10. Januar terminiert ist, wobei es als ziemlich wahrscheinlich gilt, dass er verlängert wird. Stadtratssitzungen können unter Einhaltung der Hygieneregeln immer stattfinden, betont der Bürgermeister noch einmal. Die für den 21. Dezember vorgesehene Stadtratssitzung sei nicht wegen der Beschränkungen ausgefallen, sondern weil es Befürchtungen seitens einiger Gremiumsmitglieder gab, dass sie über die Feiertage in Quarantäne müssen, falls ein Stadtrat nach der Sitzung positiv getestet wird, wie es ja schon einmal vorgekommen ist.

"Zum Jahresende mussten wir noch einige Förderanträge stellen", so Michael Kastl, der auch zwischen Weihnachten und Silvester im Rathaus ist. "Das war ziemlich komplex." Einerseits betraf dies das Integrierten Städtische Entwicklungskonzept (ISEK) und das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK). "Eine Herausforderung für die Verwaltung war der Klimamanager." Der Stadtrat hatte beschlossen, einen solchen einzustellen, allerdings sei der Antrag so kompliziert, dass sich die Stadt bei einem ortsansässigen Klimaingenieur Hilfe geholt hat.

Wenn der Antrag genehmigt wird, soll der neue Klimamanager im Laufe des Jahres eingestellt werden. Die Stelle, die zu 100 Prozent bezuschusst wird, ist erst einmal auf 18 Monate begrenzt. "Die Thematik wird ein fester Bestandteil unserer Arbeit in Zukunft sein", sagt Michael Kastl. Es gebe auch die Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung. Das werde dann eventuell über die NES-Allianz geschehen, hofft er. Mehrfach galt es in den letzten Wochen, kurzfristige Entscheidungen zu treffen, was der Bürgermeister zusammen mit den Fraktionssprechern im Umlaufverfahren erledigt hat.

Bald soll nun auch die Entscheidung über die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewarts fallen. Der Stadtrat hatte ja beschlossen, einen solchen einzustellen, um die Feuerwehrleute zu entlasten, weil die Aufgaben in den letzten Jahren immer mehr geworden sind. Weil auch für den Bautrupp der Stadt ein neuer Mitarbeiter gebraucht wird, war es ein Wunsch, dass zwei Leute eingestellt werden, die zur Hälfte als Gerätewart und zur anderen Hälfte im Bauhof arbeiten, um beispielsweise Urlaubszeiten auszugleichen. "Es sind Bewerbungen eingegangen", sagt der Bürgermeister dazu. Aber er sieht auch Probleme. Es könnte auch auf je eine Vollzeitstellen herauslaufen, meint er. "Es ist sehr schwer, einen Gerätewart mit der entsprechenden Ausbildung zu finden, der gleichzeitig bereit ist, im Grüntrupp mit zuarbeitet."

Ein Gerätewart sei sehr gut im neuen Gerätehaus aufgehoben, meint Kastl. Allerdings müsse er bis zur dessen Fertigstellung im bisherigen Gerätehaus in der Zehntscheune arbeiten. Dort müsste man auch erst einmal die Voraussetzungen schaffen, dass er tätig werden kann.