Nicht weniger als 29 Punkte waren den Mitgliedern des Rechnungsprüfungsausschusses des Maßbacher Marktgemeinderates aufgefallen. Die Verwaltung hatte alle Fragen klären können, so dass schließlich die Jahresrechnung für 2018 einstimmig festgestellt und der Verwaltung Entlastung erteilt wurde. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Sitzung war die Erneuerung der Wasserleitung in der Volkershausener und der Poppenlauererstraße.

An drei Tagen im Oktober und November 2020 hatte der Rechnungsprüfungsausschuss die Jahresrechnung für 2018 geprüft. Dabei tauchten 29 Fragen bzw. Unklarheiten auf. Beim Abschlussgespräch konnten bereits 13 geklärt werden. Die Antworten auf die restlichen 16 Fragen gab es jetzt in der Sitzung des Marktgemeinderates. Zum Beispiel standen 2018 für die Entsorgung von Grüngutabfällen 350 Euro im Haushalt, angefallen sind aber 2076 Euro. Zu dieser Diskrepanz kam es, da im Jahr 2018 der Landkreis festlegte, dass auch die Gemeinden für die Entsorgung von Grüngut bezahlen müssen. Dies sei bei der Aufstellung des Haushaltes noch nicht bekannt gewesen.

Wohin mit der Gutschrift

Die Kosten für die Beseitigung einer Ölspur durch eine Schweinfurter Firma, die von einer Privatperson verursacht worden war, beliefen sich auf 5030 Euro. Hier war dem Ausschuss nicht klar, auf welcher Haushaltsstelle die Gutschrift verbucht wurde. Auch ein Kleinbetrag von 20,52 Euro fiel den Prüfern auf: "Aufgrund von Wasserrohrbruch in der Parksiedlung bekam eine Familie Mineralwasser von der Rewe inklusive Pfand. Ist es üblich, bei Wasserrohrbrüchen den betroffenen Bürgern Mineralwasser vom Supermarkt zur Verfügung zu stellen , und warum nur eine Familie?". Eine Rücksprache mit dem Wasserwart habe ergeben, dass das bei Wasserrohrbrüchen nicht üblich sei. In diesem Fall sei es im Rahmen der Baumaßnahme "Hangsicherung der Parksiedlung" dazu gekommen.

Baum für Friedhof mitbestellt

Auch der Kauf eines Baumes zum Preis von 366 Euro für die Baumbestattung auf dem Friedhof im Ortsteil Volkershausen gab Anlass zu Rückfragen. Die Antwort der Verwaltung: Seinerzeit wurde für die Grünflächen des Freibades bei einer Würzburger Firma eine größere Menge an Bäumen gekauft. Dabei wurde gleich auch der Baum für den Friedhof mitbestellt.

"Warum tankt der FC Poppenlauer auf Gemeindekosten?" - war eine der Fragen, die die Prüfer stellten. Dahinter verbirgt sich kein Skandälchen, denn "der FC Poppenlauer tankt auf Gemeindekosten, da es sich bei dem Sportplatz um einen gemeindeeigenen Schulsportplatz handelt, der vom FC Poppenlauer gepflegt wird". Der Kraftstoff wird für den Rasenmäher und andere Geräte gebraucht. Das gilt auch für den Schulsportplatz in Maßbach.

Für alle Feuerwehren des Marktes

Schließlich wollten die Prüfer auch wissen, für welche Veranstaltungen 16 Kästen alkoholische Getränke zum Preis von 370 Euro geliefert wurden. Es handelt sich um sechs dienstliche Veranstaltungen der Feuerwehr Poppenlauer in den Jahren 2016 und 2017, erfuhren die Rechnungsprüfer. Ausdrücklich heißt es "nach Rücksprache mit der Sachbearbeiterin der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach werden die Getränkekosten nicht nur für die Feuerwehr Poppenlauer, sondern auch für andere Feuerwehren des Marktes Maßbach übernommen".

Der Marktgemeinderat beschloss schließlich mit allen 17 möglichen Stimmen die Feststellung der Jahresrechnung für das Jahr 2018. Bei der Entlastung der Verwaltung gab es nur 16 Ja-Stimmen, denn hier war Bürgermeister Matthias Klement (CSU) nicht stimmberechtigt.

Planung für Sanierung der Wasserleitung

Im Juli 2020 hatte es in der Volkershausener Straße einen massiven Wasserleitungsschaden gegeben. Deshalb müssen die Leitungen in der Volkershausener und der Poppenlauererstraße in Etappen saniert werden. Das Büro Baurconsult aus Haßfurt soll die Planungen dafür übernehmen. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig den dazu notwendigen Vertrag. Die Baukosten für die Sanierungsarbeiten werden zurzeit auf etwa 390.000 Euro geschätzt.

Bauanträge und Förderung

Der Marktgemeinderat genehmigte den Bau einer Abstell- und Gerätehalle in der Karl-Geiling-Straße im Ortsteil Poppenlauer. Die Halle soll 45 Meter lang und die 7,50 Meter breit werden. Vertagt wurde der Antrag zum Umbau eines Mehrfamilienhauses in der Neuen Straße in Maßbach, da mit dem Bauinteressenten noch über die Stellplätze geredet werden soll.

In der Fischergasse in Poppenlauer soll ein seit längerer Zeit leerstehendes Haus abgebrochen und auf dem Platz dann ein Wohnhaus mit Garage errichtet werden. Förderfähig sind Baukosten in Höhe von 448.000 Euro. Das Förderprogramm sieht eine Förderung von zehn Prozent der Investitionssumme vor, maximal jedoch 10.000 Euro. Für jedes der drei Kinder der Familie gibt es noch einmal 2,5 Prozent. Der Marktgemeinderat genehmigte einstimmig die Fördersumme von 43.623 Euro aus dem Förderprogramm der Allianz SWOL (Schweinfurter Oberland) für Investitionen zur Innenentwicklung zur Beseitigung eines Leerstandes.