Zwei Punkte bestimmten die Marktgemeinderatssitzung am Samstag: Die Waldbegehung und der Brennholzverkauf. Zur alljährlichen Waldbegehung hatte Bürgermeister Johannes Wegner m(Für Bürger und Umwelt seine Gemeinderäte eingeladen und in diesem Jahr ging es wieder mal ins Waldgebiet Tannenschlag zwischen Weichtungen und Poppenlauer.
Die beiden Försterinnen Ute Kerschbaum und Hannah Severin von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) informierten dabei über die aktuellen Waldbewirtschaftungsmaßnahmen und den Stand der Dinge, drei Jahre vor Ablauf des 1996 festgelegten und auf 20 Jahre festgeschriebenen Waldbewirtschaftungsplanes. Insgesamt ist der Markt Maßbach auf einer Fläche von 450 hektar - das entspricht etwa 500 Fußballfeldern - mit Wald bewachsen.

Eine Balance

Der Tannenschlag wird geprägt von 100 bis 120 Jahre alten Eichenbeständen, die sich mit ihren langschaftigen Stämmen gut als Wertholz eignen. Durchwachsen ist der Wald mit kleineren Buchenbeständen. Regelmäßige Durchforstungsmaßnahmen sorgen für Licht und Brennholz. Das gegenseitige Geben und Nehmen von Forstbewirtschaftung und dem sich daraus ergebenden Brennholzeinschlag ergibt die im Forstbewirtschaftungsplan langfristig festgeschriebene Balance.
Damit war der Gemeinderat auch schon beim zweiten wichtigen Tagesordnungspunkt angelangt, der intensiv im Feuerwehrhaus besprochen wurde: Die Menge und der Preis für den Brennholzverkauf.
Im Wirtschaftsjahr 2013, das am 30. September endete, warf die Waldbewirtschaftung 1600 Festmeter Brennholz ab. Eine Menge, die sich stets großer Nachfrage erfreut und reißenden Absatz findet. Weil am ersten Verkaufstag die Telefonleitungen schon ab 7 Uhr morgens glühen und deshalb aufgrund der ständig belegten Leitungen viele Bürger enttäuscht um 8.30 Uhr erfahren müssen, dass alles verkauft ist, soll in diesem Jahr eine andere Lösung her.

Nur 1300 Festmeter zum Verkauf

Dies umso mehr, weil heuer wohl nur etwa 1300 Festmeter zum Verkauf stehen werden. Bislang war die Maximalabgabemenge sieben Festmeter, was zehn Ster Holz entsprach. Der einzelne Ster wiederum wurde für 50 Euro verkauft. Beschlossen wurde nun die Maximalabgabemenge auf fünf Festmeter zu reduzieren, wobei der Sterpreis auf 55 Euro angehoben wurde. Gefolgt wurde damit dem Vorschlag von Josef Reichert, der "Kleinere Portionen - höhere Preise" gefordert hatte.
Nicht gelöst war damit jedoch das Problem von Hamsterkäufen. Nicht wenige Bürger würden nicht davor zurück schrecken, sich über Strohmänner und Dritte zusätzliche Rationen zu besorgen, merkte Achim Biber an, der außerdem forderte, leer ausgegangene Bürger im nächsten Jahr auf die Warteliste vorne hin zu setzen.

Versteigerung zu aufwändig

Die Preiserhöhung wurde deshalb nicht nur vor dem Hintergrund der gestiegenen Nachfrage gesehen, sondern auch um das recht günstige Gemeindeholz näher an marktübliches Preisniveau heranzuführen. Verworfen wurde die Idee das Brennholz zu versteigern. Andere Gemeinden hätten damit bessere Preise erzielt, hat Georg Kirchner in Erfahrung gebracht. Doch der Aufwand sei zu groß, denn das Holz müsste entweder auf einen Platz zusammengefahren werden oder es müsste an einer Vielzahl von oft weit auseinander liegenden Plätzen im Wald geboten werden.
Um das Strohmann-System auszuhebeln wurde außerdem darauf verzichtet, schriftliche Vorbestellungen anzunehmen, weil dies noch größere Bestellmengen nach sich ziehen würde. So bleibt es zunächst beim alten "wer-zuerst-kommt"-System, wobei die leer ausgegangenen für das nächste Jahr - und gegebenenfalls auch schon gleich für das übernächste Jahr - ganz oben auf die Warteliste gesetzt werden. Hartes Abraumholz wird für 15 Euro, weiches für zehn Euro pro Ster zu haben sein. Die Holzbesitzer werden verpflichtet, ihr Holz zeitnah aus den Wäldern abzufahren.