Es bleibt dabei: Das Konzept für die Neugestaltung von zwei Teilbereichen des Münnerstädter Friedhofs wird erstellt. Das Planungsbüro Friedhofskompetenzzentrum hat der Stadt einen ersten Vorentwurf mit zwei möglichen Varianten zugeschickt. Dabei sind erhebliche Umgestaltungen vorgesehen, die den beiden Teilbereichen einen parkähnlichen Charakter verleihen. Angesichts der derzeitigen Krise mit unvorhersehbaren Belastungen für den städtischen Haushalt musste nun aber eine Entscheidung getroffen werden, ob das Projekt Friedhofsumgestaltung derzeit überhaupt weiterverfolgt wird. Zudem hatte Umweltreferent Klaus Schebler (Neue Wege) einen Antrag gestellt, die betroffenen Areale durch den Bautrupp herzurichten, die Umgestaltung selbst aber erst einmal aufzuschieben. Am Ende einer konstruktiven Diskussion im Stadtrat stand dann der einstimmige Beschluss, dass erst einmal alles wie geplant fortgesetzt wird.

Zwei Möglichkeiten

"Wir haben zwei Möglichkeiten", sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Entweder das Projekt wird weiterverfolgt, oder aber aufgeschoben und das Areal einfach hergerichtet. Er wisse ja, dass der Bautrupp überlastet sei, meinte Norbert Schreiner (Forum Aktiv). Trotzdem drängte er auf Fertigstellung. Denn der Bautrupp hatte im Winter auf einem Teilstück Hecken entfernt, die Wurzeln aber sind bis jetzt geblieben. Ein Umstand, der immer wieder kritisiert wird. Zu der vorgelegten Planung sagte Norbert Schreiner, dass er sich eine Präsentation im Stadtrat wünsche.

Auch Leo Pfennig (Freie Wähler) möchte erst einmal eine vorübergehende Lösung, aber: "Wir können die Planung nicht einfach verschieben, wir müssen konsequent weitermachen", betonte er. Über den Antrag von Klaus Schebler müsse man auch gar nicht entscheiden, das sei ein Thema bei der Haushaltsdiskussion. "Ich bin ja bei Herrn Pfennig, ich habe kein Problem, wenn wir die Planung weiterbetreiben", sagte Schebler dazu. Man sollte es aber schieben, bis Planungssicherheit besteht und Sicherheit bei den Finanzen. Und was Klaus Schebler nicht will: Pläne, die dann in einer Schublade verschwinden.

"Ein Zustand"

Rosina Eckert (Forum aktiv) zeigte sich verwundert, dass Klaus Schebler "zurückrudert". Die Planung koste sicher nicht das große Geld. "Jetzt über Geld zu sprechen, finde ich fatal", sagte sie. Und: "So, wie es jetzt ist, ist es kein Friedhof, sondern eher ein Zustand."

Die Bürger fragen nach, was mit dem Friedhof ist, es müsse jetzt was passieren, forderte Klaus Schebler. Viele Grabstellen seien nicht belegt. Wenn man noch ein bisschen warte, würden noch mehr Gräber wegfallen. Dann habe man mehr Spielraum.Michael Kastl gab zu verstehen, dass Provisorien sehr lange leben, und Leo Pfennig fand, dass man sich doch eigentlich einig sei.

Der Bürgermeister verwies schließlich auf die Öffentlichkeit, die während des Verfahrens noch eingebunden wird. Die Kosten sieht er nicht als Problem. Die Verwaltung werde sich mit dem Büro in Verbindung setzen. Dieses soll die Planung vorantreiben und die verschiedenen Möglichkeiten dem Stadtrat vorstellen. Rosina Eckert bat noch darum, dass die restlichen Arbeiten vom Bauhof schnell erledigt werden.

Die Hecken bleiben

Bei der Bürgerfragestunde kam das Thema noch einmal auf. Michael Kastl versicherte auf Nachfrage, dass die restlichen Hecken vorerst stehen bleiben.