Was haben der Rannunger Siegfried Keß (81) und der Würzburger Georg Pickel (49) gemeinsam? Beide gingen am Wochenende beim 20. "Wald- und Naturlauf rund um Rannungen" des Turn- und Sportvereins (TSV) zum 20. Mal an den Start und waren damit als einzige Läufer von Anfang an mit dabei.

Mit Rücksicht auf die Corona-Pandemie gab es dieses Jahr weder Zeitmessungen noch fotogene Massenstarts. Die Strecken von zwei, fünf, zehn oder 21 Kilometer (Halbmarathon) konnten individuell allein oder in kleinen Gruppen gelaufen werden. Dieses Jahr hatte der Lauf, der beim Sportplatz/Wasserturm begann, also keinen direkten Wettkampf-Charakter.

Am Sonntagmorgen wurde im Beisein des Schirmherrn, Landrat Thomas Bold (CSU), die sogenannte Permanentbeschilderung für die unterschiedlichen Laufstrecken rund um die Gemeinde ihrer Bestimmung übergeben. Die Streckenverläufe sind in den Wäldern ebenso wie im freien Gelände durch Hinweistafeln dauerhaft markiert. Damit können Läuferinnen und Läufer nun zu allen Zeiten die Strecken laufen. Finanziert wurden diese Hinweistafeln zum allergrößten Teil von der AOK. Insgesamt rund 160 Tafeln wurden angebracht.

In früheren Jahren, also vor der Corona-Pandemie, waren 1000 und mehr Läuferinnen zum Wald- und Naturlauf gekommen. Dieses Jahr zog es immerhin rund 400 Läuferinnen und Läufer (rund 100 am Samstag, 300 am Sonntag) nach Rannungen. Sie kamen, wie ein Blick auf die Autokennzeichen zeigte, nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Haßberge, aus Schweinfurt, Würzburg und sogar Frankfurt. "Mit diesen Zahlen sind wir sehr zufrieden angesichts der Pandemie" freute sich Tobias Wegner, der die Laufgruppe des Vereins mitgegründet und den Lauf selbst in den letzten 20 Jahren mit organisiert hat.

Er teilte auch mit, dass der älteste Teilnehmer, Franz Stockheimer aus Brenzlorenzen, 85 Jahre alt ist. Er absolvierte die zehn-Kilometer-Strecke.

Wegner konnte am Sonntagmorgen zur Eröffnung des Laufes und zur Übergabe der Permanentbeschilderung auch Landrat Thomas Bold und Bürgermeister Fridolin Zehner begrüßen. Beide sind seit 19 Jahren mit dem Lauf verbunden. Der Landrat ist seitdem Schirmherr und der Bürgermeister unterstützt die Veranstaltung über die Gemeinde. Tobias Wegner erzählte einige Episoden. So habe es vor einigen Jahren eine Hornissen-Attacke auf Läufer gegeben. Im Jahr 2010 habe angesichts des 100-jährigen Bestehens des TSV sogar ein Marathonlauf stattgefunden, zu dem 1200 Teilnehmer nach Rannungen kamen. Die Halbmarathon-Strecke über 21 Kilometer werde noch heute gelaufen. Die letzte Bemerkung von Tobias Wegner gefiel sicher nicht allen: "ich verabschiede mich nun vom Lauf, das war meine letzte Ansprache, es war eine schöne Zeit".

Bürgermeister Zehner betonte, der Lauf sei fest verankert im dörflichen Leben, habe aber auch eine beträchtliche Wirkung nach außen. Landrat Bold hob die Außenwirkung hervor, die dieser Lauf für Rannungen habe. Er sei wichtig für den Breitensport. Dieses Markenzeichen dieser Gemeinde dürfe nicht verloren gehen. Es sei eine tolle Idee, dass die Wege jetzt dauerhaft beschildert sind.