Robert Beck stellte in Rannungen vor Landwirten aus der Region die Langzeitstudie zur Humusbeschaffenheit bayerischer Böden vor. Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Benckiser in Maßbach gehört zu den 454 Höfen in Bayern, die die seit 2001 an der Studie teilnehmen.

Zusätzlicher Aufwand bedeutet diese Studie für die Familie Benckiser nicht. Die Proben werden von den zuständigen Ämtern gezogen, erläutert Irma Geyer vom Fachzentrum für Agrarökologie in Karlstadt. Das geschieht nur alle zehn Jahre. Dieser Rhythmus sei ausreichend, weil sich Humus nur sehr langsam auf- oder abbaut. Zweimal bisher wurden auf dem Pfarracker der Familie Benckiser Humusproben gezogen, immer an fünf Teilflächen, die zuvor über das globale Satellitennavigationssystem (GPS) festgelegt worden waren. Brigitte Benckiser hat erste Ergebnisse vorliegen. "Der Humusgehalt hat sich nicht nennenswert vermehrt", sagt sie. Aber die Qualität sei besser geworden. Das freut sie natürlich. Für die Landwirtin ist es eine Bestätigung, dass man mit der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung einen guten Weg eingeschlagen hat.

Brigitte Benckiser spricht von einer konservierenden Bodenbearbeitung, die auf dem Hof betrieben wird. Das seien ganz verschiedene Maßnahmen. Ernterückstände werden auf dem Feld belassen, Zwischenfrüchte werden ausgesät und der Ackerboden werde heute oberflächiger bearbeitet, erklärt die Landwirtin.

Trotzdem würde die Landwirtin auch den Humusgehalt ihrer Böden gerne noch erhöhen. Wie und ob das geht, davon erhofft sich die Landwirtin Anregungen von den Fachbehörden. Denn ein guter Humus im Boden spart den Benckisers Dünger. Man wolle schließlich nur düngen, wenn es nötig ist. "Zu viel düngen ist einfach Luxus", betont die Maßbacherin.

Das Untersuchungsergebnis auf dem Pfarracker in Maßbach entspricht den Erkenntnissen der landesweiten Studie. Robert Beck wagt einen ersten Trend. Der Humusgehalt habe sich nicht viel vermehrt. Aber der Stickstoffgehalt sei größer geworden, was bedeutet, dass der Humus von besserer Qualität sei als vor zehn Jahren. Generell könne man nicht sagen, wo es besonders humusreiche Böden gibt, meint Beck. Das hängt von vielen Faktoren ab. So spielt die Bodenart ebenso eine Rolle wie das Klima. Wichtig sei es aber, den standorttypischen Humusgehalt dauerhaft zu bewahren.

Ein lange unbeackertes Feld

Im Bodenschutzgesetz ist verankert, dass "der standorttypische Humusgehalt des Bodens, insbesondere durch eine ausreichende Zufuhr an organischer Substanz oder durch Reduzierung der Bearbeitungsintensität erhalten wird." Niemand habe aber gewusst, was der standorttypische Humusgehalt ist, erläutert Robert Beck. Nur in Bayern kenne man jetzt dank der Studie den standorttypischen Humusgehalt, freut sich der Experte. Er möchte die Studie auf jeden Fall fortführen. Solange die Ämter mitziehen, sei das auch möglich.

Wie der einzelne Landwirt seinen Humusgehalt bewahren kann, damit beschäftigte sich die Tagung in Rannungen, die die Ämter für Landwirtschaft und Ernährung Bad Neustadt und Karlstadt gemeinsam mit dem Kreisverband für landwirtschaftliche Fortbildung in Bayern durchführten.

Bernhard Schwab betonte, dass Futterbau von großer Bedeutung sei. Futterbau meint er in diesem Zusammenhang durchaus im zweideutigen Sinn. Der Anbau von Viehfutter in der Fruchtfolge habe auch dem Boden Futter gegeben. Durch den Rückgang der Viehwirtschaft ist der Futteranbau gerade in Unterfranken stark zurückgegangen. Deshalb plädiert er für Zwischenfrüchte, die dem Boden dieses nötige Futter geben.

Rainer Schubert vom Fachzentrum für Agrarökologie in Schweinfurt stellte mit der Strip Tillage eine Streifenbewirtschaftung von Ackerböden vor. Diese senkt das Erosions-Risiko. Dies sei vor allem beim Mais interessant. Das Verfahren wird noch nicht zu oft in Deutschland angewendet. Es ist aufwendig und der Ertrag lässt sich dadurch nicht erhöhen. Allerdings würde der Boden geschützt, was langfristig für den Landwirt wichtig sei, so Schubert.

Würmer sind ein gutes Zeichen

Heute kann man einen Humusgehalt im Boden genau messen und analysieren. Das ging früher nicht. Doch die Methoden, den Boden zu verbessern, sind durchaus die gleichen wie seit ewigen Zeiten. Und auch ohne Labor gibt es Hinweise auf die Bodenqualität. Der gute alte Regenwurm fühlt sich in humusreichen Böden wohl. Wenn er da ist, ist das ein gutes Zeichen.