Die GTI-Treffen in Münnerstadt haben sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Auch im Herbst will die Stadt ihre Tore wieder für die Freunde der getunten Autos öffnen. Trotz hoher Teilnehmerzahlen sei das Treffen im Mai weitgehend problemlos verlaufen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Aus den Rückmeldungen von Polizei und Bürgerschaft ziehen Bürgermeister Michael Kastl und Kilian Düring vom Stadtmarketing eine positive Bilanz. Doch eines macht Bürgermeister Michael Kastl deutlich: "Wenn das Treffen stattfindet, dann muss es regelkonform sein".

Regelkonform heißt in diesem Fall, dass die Teilnehmer sich sowohl an die Straßenverkehrsordnung halten müssen, als auch an grundsätzliche Benimmregeln. Das funktioniere bisher immer, auch am 1. Mai, dem ersten Treffen nach der Coronapause, sagte Kilian Düring in der Stadtratssitzung.

Nur vereinzelt Probleme

Düring gab zu, dass er 2018 bei seinem Amtsantritt durchaus Vorgehalte gegen diese Art Veranstaltung hatte. Doch es sei nichts von dem eingetreten, was er im Kopf hatte. "Die Veranstalter wollen keine Raser", erklärte Düring. Viele Teilnehmer kämen gerne, "weil hier nicht geprotzt wird". Probleme habe es nur vereinzelt gegeben, so Düring weiter. Diese wurden seinen Angaben nach allerdings schnell geklärt. Positiv ist ihm aufgefallen, dass die Stadt am Ende der Veranstaltung sauber hinterlassen wurde.

Auch wenn es ein Hobby sei, dass er nicht richtig nachvollziehen könne, so habe das Treffen für Münnerstadt doch eine mediale Aufmerksamkeit, stellte Kilian Düring fest. In den sozialen Medien werde kommuniziert, dass Münnerstadt ein sympathischer Ort ist.

Eng sei der Dialog mit der Polizei, sagte Kilian Düring in der Sitzung, was vom Verkehrsfachmann der Bad Kissinger Polizeiinspektion, Florian Heuring, bestätigt wird. Er hatte am 1. Mai auch die Einsatzleitung in Münnerstadt. Was das GTI-Treffen in Münnerstadt angeht, spricht er von einer "schönen und unkritischen Veranstaltung". Sie sei gut organisiert und die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Feuerwehr sei vorbildlich.

Blick auf die Verkehrssicherheit

Trotzdem hatte die Polizei mit speziell geschulten Beamten Fahrzeugkontrollen durchgeführt und geprüft, ob das Tuning auch den Vorschriften entsprach. Das sei bei einigen nicht der Fall gewesen, erklärt der Verkehrsfachmann. Bei zehn Autos waren die Beanstandungen so hoch, dass sie nicht mehr weiterfahren durften. Manche jungen Leute sehen es mit den Vorschriften nicht so eng, meint Florian Heuring. "Deshalb ist es gut, wenn wir vor Ort sind."

Kritikpunkte am Maitreffen waren noch vereinzelt zugeparkte Zufahrten zu Grundstücken. In der Regel konnte dies schnell mit den Eigentümern geklärt werden, sagt Kilian Düring. Eine Überlegung sei, für solche Fälle eine Hotline einzurichten, damit Beschwerden weitergeleitet und Probleme möglichst schnell gelöst werden.

Gäste in der Stadt

"Die Teilnehmer wissen sich zu benehmen", kommentiert Sascha Vorndran von meinGTI.com die Eindrücke vom Frühjahrstreffen. Der Veranstalter meinGTI.com weise in den sozialen Medien darauf hin, dass "wir Gäste sind in der Stadt" und danach sein Verhalten richten muss. Lautes Motorenheulen oder gar Show-Fahrten mit rauchenden Reifen sind nicht erwünscht. "Wir brauchen die Stadt und wir brauchen die Akzeptanz der Bürger", sagt Sascha Vorndran. "Das wissen auch die Teilnehmer und verhalten sich entsprechend."

Die grundsätzliche Frage, ob das Tuning in der heutigen Zeit noch vertretbar ist, beantwortet Sascha Vorndran mit einem Ja. "Wer Geld ins Auto steckt, hat nichts mehr für Alkohol und Drogen übrig", ist seine Überzeugung.

Doch die Autofreunde beobachten, dass die Polizei deutschlandweit ein strenges Auge auf die aufgemotzten Autos wirft. Die Polizei zweifle sogar an Umbauten an, die vom TÜV abgenommen und in den Fahrzeugpapieren eingetragen sind, ist Sascha Vorndrans Erfahrung. Auch in Münnerstadt seien Fahrzeuge stillgelegt worden, bei denen sich im Nachhinein herausgestellt habe, dass alles gepasst hat, erklärt Vorndran. "Die Polizei hat nichts gegen Tuning", ist die Aussage des Polizisten Florian Heuring. Allerdings dürfe die Verkehrssicherheit darunter nicht leiden.

Der grüne Stadtrat Johannes Wolf, eigentlich eher ein Kritiker des Treffens, hatte sich ebenfalls im Mai in der Stadt umgesehen, um sich ein Bild vom Ablauf zu machen."Das Event kam mir zivilisiert vor", ist sein Fazit. Deshalb hatte er wie auch der Rest des Stadtrates nichts gegen den Saisonabschluss in Münnerstadt einzuwenden; gleichwohl hält Wolf die Symbolwirkung des Treffens in der Energiekrise dann wieder für eher fraglich. Sein Wunsch ist, dass das Treffen für E-Mobilität geöffnet wird.

Sie könne mit der Veranstaltung leben, sagt Renate Kersten, die am Marktplatz lebt und somit mitten im GTI-Geschehen wohnt. Problematisch findet sie nur, wenn Zufahrten oder Rettungswege blockiert werden. Das dürfe nicht passieren. Ansonsten stört sie das Treffen nicht. Und wenn es so wäre, könne sie für diese Stunden woanders hin gehen. Sie sieht den positiven Effekt, dass Vereine und Geschäftswelt von dieser Veranstaltung profitieren können.

Saisonabschluss im Oktober

Das Herbsttreffen der GTI-Gemeinde soll am 2. Oktober stattfinden. Sascha Vorndran rechnet wieder - je nach Wetterlage - mit bis zu 800 Fahrzeugen.