Die Mitglieder des Münnerstädter Rhönklub-Fotokreises treffen sich, Corona-Pandemie hin oder her, jeden zweiten Montag zum Clubabend. Dabei tauschen sie abwechselnd Neuigkeiten über Fototechnik und Stadtgeschehen aus oder küren das "Bild des Monats".

Doch sie laufen dabei nicht Gefahr, wegen der Übertretung der strengen Corona-Vorschriften Probleme zu bekommen und hohe Strafen zahlen zu müssen. Ihre Treffen finden nicht wie früher im Heimatspielhaus, sondern in Form von Videokonferenzen über das Internet statt.

Auch manche anderen Gruppen und Verbände nutzen inzwischen diese Möglichkeit. Vorstände politischer Parteien bleiben während ihrer Sitzungen ebenfalls daheim vor dem Rechner im eigenen Arbeitszimmer oder heimischen Parteibüro. Erst vor wenigen Tagen wählte der CDU-Bundesvorstand nach einer mehrstündigen turbulenten Nachtsitzung in einer Videokonferenz Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten.

Videokonferenz? Das klingt für viele nach hohem Aufwand, teuren Gerätschaften und Verbindungskosten, schwer zu bedienender Software. Wer keine allzu hohen Ansprüche stellt, kann Videokonferenzen aber fast oder ganz zum Nulltarif haben.

Webcam oder eingebaute Kamera

Notwendig ist natürlich eine Videokamera. Wer ein modernes Laptop, Notebook oder Tablet besitzt, ist fein raus, denn diese Geräte haben sowieso eingebaute Kameras. Wenn ihre Qualität zu wünschen übrig lässt, kann eine externe Webcam Abhilfe schaffen.

Wer dagegen einen PC verwendet (auch Apple ist natürlich möglich), braucht auf jeden Fall eine externe Webcam. Sie kostet von etwa 20 bis weit über 100 Euro. Ein Mikrofon ist normalerweise eingebaut. Noch bessere Tonqualität bietet ein Headset mit Kopfhörer und eingebautem Mikrofon.

Kostenlos und einfach zu bedienen

Manche Behörden, Firmen und wichtige Institutionen verwenden komplizierte und teure Software für das Home-Office und für Videokonferenzen. Um eine einfache Videokonferenz mit mehreren Teilnehmern einzurichten, muss jedoch keinerlei Extra-Software auf dem Computer oder Laptop installiert werden. Besonders beliebt und weit verbreitet, weil kostenlos und einfach zu bedienen, ist Jitsi Meet.

Dazu wird der Browser geöffnet und dann der Link https://meet.jit.si/ eingegeben. Dann öffnet sich eine Seite. In dem weiß unterlegten Eingabefeld links oben wird der gewünschte Name für ihre Konferenz eingetragen, zum Beispiel "Bad-Kissingen", dann die Taste daneben drücken "Meeting starten". Damit ist die Konferenz schon eingerichtet und in der Adressleiste des Browsers ändert sich der Name der Seite automatisch in https://meet.jit.si/Bad-Kissingen.

Das Bild ändert sich, der Teilnehmer sieht sich selbst auf dem Monitor und dazu die Aufforderung "Konferenz beitreten". Darunter wird der eigene Name eingegeben und dann die blaue Taste "Konferenz beitreten" gedrückt. "Sie sind alleine in der Sitzung", teilt das Programm mit.

Weitere Teilnehme einladen

Um nicht einsam vor dem Monitor zu sitzen, müssen vorher, am besten per E-Mail, die genaue Adresse der Konferenz und natürlich auch die Uhrzeit, wann sie beginnen soll, an die anderen Teilnehmer verschickt werden. Die Eingeladenen müssen dann lediglich in der Mail die Adresse anklicken und werden damit automatisch verbunden. Sie selbst sollten sie auf dem Desktop oder sonst wo speichern.

Jitsi Meet hat einiges an Sonderfunktionen. Besonders wichtig sind zwei: Wenn der Cursor unter dem blauen Balken mit der Aufschrift "mehr Leute einladen" noch weiter nach unten gezogen wird, erscheint ein weiterer schwarzer Balken mit Symbolen.

Das zweite von links ("Bildschirm freigeben") macht es möglich, den anderen Konferenzteilnehmern zum Beispiel Fotos zu präsentieren, die im Hintergrund auf dem eigenen Monitor sind. Ein Klick auf das sechste Symbol von links ("Kachelansicht ein-/ausschalten") verändert die Ansicht. Einmal wird auf dem Monitor ein einzelnes Gesicht groß gezeigt und die anderen rechts daneben nur klein. Nach einem Klick werden alle Teilnehmer in Briefmarkengröße sichtbar.

Wer das einmal ausprobieren möchte kann es unter dieser Adresse probieren: https://meet.jit.si/Bad-Kissingen. Vielleicht treffen Sie dabei ein paar Freunde oder Bekannte, die auch gerade hier unterwegs sind. Auch ein Plausch mit bisher Fremden kann aber auch ganz nett sein. Jitsi Meet

Videokonferenz "In der Covid-19-Pandemie gewann Jitsi Meet viele neue Nutzer in Schulen, Bildungseinrichtungen, der Verwaltung und in Unternehmen, nicht zuletzt aufgrund der einfachen Bedienbarkeit ohne Installation auf dem Desktop-Computer und der Datensparsamkeit bei der Anmeldung", heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia dazu.

Der Name hört sich zwar fernöstlich an, doch wurde an der Universität Straßburg mit der Entwicklung begonnen, und zwar bereits im Jahr 2003. Bis zu 100 Konferenzteilnehmer sind angeblich möglich.

Die Universität Paderborn hat eine spezielle Hilfeseite für Jitsi Meet eingerichtet: https://hilfe.uni-paderborn.de/Jitsi_Meet_-_Videokonferenz_Webbrowser Quelle: Wikipedia