Den Angehörigen sagen zu müssen, dass sie einen neuen Pflegeplatz für den Betreuten suchen müssen - das soll unbedingt vermieden werden. Deshalb werden zunächst genügend Ausweichzimmer geschaffen, bevor der Altbau des Juliusspitals hergerichtet wird, sagt der Stiftungsvorstand der Carl-von-Heß'schen Sozialstiftung, Marco Schäfer. Mehrfach sind die Pläne nach Übernahme des Hauses durch die Stiftung geändert worden, so dass sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses nun mit der Verlängerung der Baugenehmigung für die Altbau-Sanierung beschäftigen mussten. Das gemeindliche Einvernehmen dafür hatte das alte Gremium im November 2016 erteilt, für einen geänderten Plan (Tekturplan) noch einmal im Juli 2019. Für beide stellte die Carl-von-Heß'sche Sozialstiftung den Antrag auf Verlängerung.

Dem stimmten die Stadträte auch einhellig zu, Norbert Schreiner (Forum Aktiv) wollte aber von Bürgermeister Michaels Kastl (CSU) wissen, ob es möglicherweise Probleme gibt, denn eigentlich hatte es ja geheißen, dass mit der Altbau-Sanierung begonnen werden soll, wenn der Anbau fertig ist. Und das war im Frühjahr letzten Jahres der Fall. "Mir ist nichts von Problemen bekannt", sagte das Stadtoberhaupt. Vielleicht habe die Verzögerung etwas damit zu tun, dass eine Woche nach Einweihung des Anbaus, der erste Lockdown ausgerufen wurde, mutmaßte der Bürgermeister.

"Wegen Corona ist das nicht", klärt Marco Schäfer auf. Als die Carl-von-Heß'sche Sozialstiftung zum 1. Januar 2013 das Juliusspital übernommen hat, sei sofort darauf hingearbeitet worden, den Altbau zu sanieren, damit er den Richtlinien nach dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz entspricht. "Wir haben die Pläne erstellt und den Bauantrag eingereicht", sagt Marco Schäfer. Dann kamen zwei Dinge zusammen. Die Verwaltung sollte erst einmal in die Räume umziehen, in der sich damals noch die Küche befand. Also wurden die Küchen des Juliusspitals und des Seniorenzentrums St. Elisabeth, das ebenfalls in der Trägerschaft der Carl-von-Heß'sche Sozialstiftung ist, zusammengelegt. Im Seniorenzentrum reichte die Kapazität nicht aus, so investierte die Stiftung erst einmal in den Neubau der Küche dort. "Das hat eine ganz Zeit in Anspruch genommen", erinnert sich der Stiftungsvorstand.

Bei Überlegungen, wie man den Altbau sanieren könnte, kamen die Verantwortlichen zu dem Schluss, dass das Haus leer sein muss. Zumindest für acht Bewohner wurde mit dem Bau eines weiteren Anbaus neue Wohnungen geschaffen, die sogar rollstuhlgerecht sind. Es hätte zwar noch weitere Ausweichmöglichkeiten gebraucht, aber nach der Einweihung des Neubaus stand tatsächlich die Sanierung des Altbaus auf dem Plan.

"Aber dann kam das Jugendhaus ins Spiel", sagt Marco Schäfer. Die Carl-von-Heß'sche Sozialstiftung hat das Jugendhaus am Dicken Turm von den Augustiner gekauft. Das Gebäude soll nun für das Betreute Wohnen umgebaut werden. Sind die Wohnungen fertig, werden sie allerdings zunächst als Ausweichmöglichkeit für die Bewohner des Altbaus dienen, damit der saniert werden kann.

Aber auch das wird noch einige Zeit dauern. "Das war nicht so geplant, da greift eins ins andere", sagt Marco Schäfer. Er hofft, dass bei einer anberaumten Sitzung des Stiftungsrates Ende April die Pläne für den Umbau des Jugendhauses auf dem Tisch liegen. Sollte der Stiftungsrat zustimmen, wäre der Weg frei für den Umbau, wobei allerdings fraglich sei, ob dann auch gleich Firmen gefunden werden, die das übernehmen. Ist das Jugendhaus dann hergerichtet, ziehen die Bewohner des Altbau vorübergehend dort ein, bis der Altbau saniert ist. Anschließend wird das Jugendhaus ins Betreute Wohnen Haus St. Michael eingegliedert, so Marco Schäfer.