Als Publikumsmagnet entpuppte sich "Moving Shadows", das für ein ausverkauftes Kurtheater sorgte. Die Kölner Truppe die Mobilés entführte mit ihrem Schattenspiel mit acht lebenden Körpern das Publikum in eine fantasievolle Welt zwischen Märchen und Hollywoods Filmklassiker.Stehende Ovationen waren der Dank für die 90-minütige Inszenierung.

Es gibt diese Sehenswürdigkeiten, die fast jeder Mensch kennt: den Eiffelturm, die Freiheitsstatue, Londons Big Ben oder das Brandenburger Tor. Dazu baucht es keine Worte, die Silhouette reicht aus, um sie zu erkennen. Darüber hinaus gibt es Filmklassiker mit berühmten Szene, wie die am Bug der "Titanic", das gehauchte "Spiel´s nochmal, Sam! Spiel `As Time Goes By´" am Klavier aus "Casablanca" oder die Kreuzigungsszene aus "Das Leben des Brian" die ins kollektive, popkulturelle Gedächtnis eingebrannt sind. Auch Märchen gehören zu dieser Gruppe, die zwar mit Texten verbunden, aber dank der Illustration in Kinderbüchern visuell im Stammhirn verankert sind. Ob Rapunzel oder Froschkönig: Auch hier genügen wenige Momente, einige typische Sequenzen, um die Geschichte lebendig werden zu lassen.

Kreativ beschäftigte sich das Schatten-Team auch mit einer Familiengeschichte von Flirt über Heirat und Geburt des Kindes bis hin zur Schule. Die Truppe griff für die Darstellung auf bekannte Alltagsbilder mit hohem Wiedererkennungswert zurück. Das musikalische Arrangement unterstützte das virtuose Formenspiel aus fließenden Körpern. Es verdeutlichte nur die Darstellungen wie beim Klassiker "Der weiße Hai" oder bei Bonds "Skyfall", sondern gestaltete auch die Übergänge zwischen den einzelnen Schattenspiel-Szenen.

Das Ensemble "Die Mobiles" hat unter der Leitung von Harald Fuß eine abendfüllende Show auf die Bühne gebracht. Diese wurde dank ihrer bezaubernden Geschichten und ihrer bildhaften Sprache bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Artisten, Tänzer und Pantomimen lassen in Moving Shadows mit ihren biegsamen Körpern filigrane Bilder entstehen, die an Scherenschnitte erinnern. Viel Präzision ist nötig, um Größenverhältnisse eines Elternpaares mit Kind korrekt darzustellen, um mehrere Körper zu einem riesigen Elefanten oder einen Hundeschlitten werden zu lassen, um dynamische Szenen wie ein Beachvolleyball-Spiel entstehen zu lassen.

Um diese Wirkung zu erzielen, bedarf es einer überdimensionalen Leinwand und eine Lichtquelle, die den Schattenwurf ebenso entstehen lässt wie Sternenhimmel oder Schneegestöber. Außerdem braucht es zahlreiche Utensilien, um die Darbietung abzurunden.

Athletik, Körperspannung, Konzentration und ein harmonisches Miteinander sind erforderlich, damit die Szenen im Minutentakt nahtlos ineinander übergehen. Während sich auf der einen Bühnenseite einige Darsteller verabschieden, leitet die Musik zu einer neuen Szene über, die dann aus dem bestehenden Bild entwickelt und mit neuen Körpern perfektioniert wird. Für Sekunden wird diese Fantasie eingefroren, bevor sich das Bild auflöst und in ein anderes übergeht. Den rund 500 Gästen gefiel die perfekte Präsentation des Schatten-Teams, das sich am Ende der Show vor der Leinwand verabschiedete und den wohlverdienten Beifall entgegennahm.